Google Ads: Betrugsanzeigen erreichten mindestens 284 seriöse Webseiten
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 01:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher schlagen Alarm wegen manipulierter Online-Werbung: Kriminelle nutzen das Anzeigennetzwerk von Google, um Internetnutzer auf gefälschte Support-Seiten zu leiten und schädliche Software in Umlauf zu bringen. Wie aus einem Bericht vom 25. September 2026 hervorgeht, tarnten die Angreifer ihre Betrugsversuche auf zahlreichen seriösen Webseiten.
Manipulierte Anzeigen auf Hunderten Webseiten
Nach Erkenntnissen des IT-Sicherheitsunternehmens Netskope lieferten Google Ads zwischen dem 31. August und dem 14. September 2026 eine Welle sogenannter Tech-Support-Scams aus.
Die betrügerischen Banner waren auf mindestens 284 legitimen Publisher-Seiten zu sehen, darunter Plattformen für Kartenmaterial, Wetterberichte, Immobilienangebote, Dokumentendienste und Sportergebnisse. Netskope konnte dabei über 250 verschiedene Kampagnen-IDs innerhalb des Anzeigennetzwerks nachverfolgen.
Klickten Anwender auf die präparierten Werbebanner, froren manipulierte Skripte die Bildschirme von Windows- und Mac-Rechnern scheinbar ein. Anschließend forderten die Einblendungen die Betroffenen dazu auf, eine angebliche Telefonhotline anzurufen, um das angebliche Computerproblem zu beheben.
Dahinter verbarg sich jedoch ein gefälschtes Callcenter mit dem Ziel, Zugriff auf die Systeme der Opfer zu erlangen oder finanzielle Zahlungen zu erpressen.
Ausgeklügelte Tarnung vor Sicherheitsfiltern
Die Angreifer setzten auf technische Hürden, um automatisierten Prüfmechanismen zu entgehen. Netskope stellte fest, dass die betrügerische Warnmeldung erst ausgelöst wird, wenn der Nutzer die Maus auf der Seite bewegt. Zudem lag der schädliche Code verschlüsselt vor und wurde erst direkt im Arbeitsspeicher des Webbrowsers dechiffriert.
Trotz der weiten Verbreitung blieben die betroffenen Firmenkunden des Sicherheitsunternehmens geschützt: Nutzer aus 619 Kundenorganisationen hatten zwar auf die gefälschten Anzeigen geklickt, der eigentliche Schaden wurde jedoch durch Schutzmechanismen verhindert, da Netskope die Zugriffe blockierte. Von den betroffenen Organisationen hatten rund 62 Prozent ihren Sitz in den USA. An zweiter Stelle lag Japan, gefolgt von Australien auf Platz drei.
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Reaktionen und Notfallmaßnahmen bei Blockaden
Google betonte, das Unternehmen verfolge eine Null-Toleranz-Politik gegenüber betrügerischen Inhalten und untersuche die gemeldeten Werbekampagnen. Nach Angaben des Konzerns wurden im Jahr 2025 über 99 Prozent der gegen Richtlinien verstoßenden Werbeanzeigen bereits vor ihrer tatsächlichen Auslieferung abgefangen. Dennoch gelingt es Kriminellen gelegentlich, Lücken in den Kontrollsystemen auszunutzen.
Sollten Internetnutzer auf eine entsprechende Sperrseite geraten, empfiehlt Netskope konkrete Notfallschritte, um den Vollbildmodus der Betrüger zu durchbrechen. Häufig genüge es bereits, die Escape-Taste für mehrere Sekunden gedrückt zu halten.
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Zudem lässt sich der Browser über den Taskmanager des Betriebssystems schließen – unter Windows über die Tastenkombination Strg+Umschalt+Esc und auf macOS-Systemen über Befehl+Wahltaste+Esc. Betroffene sollten den auf dem Bildschirm angezeigten Telefonnummern keinesfalls Folge leisten.
Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von Ars Technica.
