Goldener, Windbeutel

Goldener Windbeutel: LaVita erhält Negativpreis für dreiste Werbelüge

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 12:24 Uhr, Redaktion boerse-global.de

LaVita gewinnt den Negativpreis 'Goldener Windbeutel' für irreführende Gesundheitsversprechen. Foodwatch kritisiert Preis-Leistungs-Verhältnis.

LaVita erhält Negativpreis: Verbraucher wählen dreisteste Werbelüge
Eine goldene Trophäe in Form eines Windbeutels, umgeben von verschwommenen Lebensmittelprodukten, symbolisiert irreführende Werbung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rund 66.000 Verbraucher haben abgestimmt – und ihr Urteil gefällt: Das Mikronährstoffkonzentrat LaVita erhält den Negativpreis „Goldener Windbeutel“. Mit 39,2 Prozent der Stimmen landete das Produkt auf Platz eins der dreistesten Werbelügen des Jahres.

Foodwatch kritisiert vor allem das Missverhältnis zwischen Preis, Inhalt und Gesundheitsversprechen. Das Konzentrat besteht zu 70 Prozent aus Fruchtsaftkonzentrat. Der Haken: Eine 0,5-Liter-Flasche kostet 50 Euro – das macht 100 Euro pro Liter.

Warum die Verbraucher sauer sind

Beworben wird LaVita mit Slogans wie „Fit fürs Leben“. Die Verbraucherschützer sehen darin irreführende Werbung. Das Produkt sei im Kern ein hochpreisiges Saftkonzentrat, dessen angebliche Gesundheitswirkung in keinem Verhältnis zum Inhalt stehe.

Auf den Plätzen zwei und drei landeten das Airfryer-Backpulver von Dr. Oetker (21,9 Prozent) und der Matcha-Mango-Joghurt von Andechser Natur (20,8 Prozent).

Der Hersteller wehrt sich – und lenkt ein

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Wer wie die 66.000 Verbraucher nicht auf überteuerte Saftkonzentrate hereinfallen will, findet in diesem kostenlosen Report die wichtigsten Prüfkriterien für Nahrungsergänzungsmittel – von der Inhaltsstoff-Transparenz bis zum Preisvergleich. Jetzt kostenlosen Report anfordern

LaVita weist die Kritik zurück. Der Literpreis sei als Maßstab ungeeignet, argumentiert das Unternehmen. Der Portionspreis liege bei etwa einem Euro. Dennoch zog der Hersteller erste Konsequenzen: Der umstrittene Begriff „Saubertrank“ wird nicht mehr verwendet. Auch der Slogan „Fit fürs Leben“ steht auf dem Prüfstand – das Unternehmen prüft rechtlich, ob er weiter genutzt werden kann.

Foodwatch fordert angesichts solcher Fälle strengere Kontrollen. Marketingaussagen müssten die tatsächlichen Eigenschaften eines Produkts widerspiegeln. Verbraucher dürften nicht über den Wert der Inhaltsstoffe getäuscht werden.

Urteil in Paris: Volvic muss zahlen

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Ein Pariser Gericht verurteilte Volvic zu 75.000 Euro Schadensersatz wegen irreführender Werbung – das Risiko für Unternehmen steigt. Unser Report hilft Ihnen, als Verbraucher Gesundheitsversprechen kritisch zu hinterfragen und rechtliche Fallstricke zu vermeiden. Report zu Werbelügen jetzt sichern

Der Fall steht im Kontext eines europaweit verschärften Vorgehens gegen irreführende Werbung. Erst am Montag verurteilte ein Pariser Gericht die Marke Volvic (Danone) zu 75.000 Euro Schadensersatz. Die Richter stuften Aussagen wie „CO?-neutral“ und „100% recycelt“ als irreführend ein.

Beobachter sehen das Urteil als richtungsweisend für die Bewertung von Umweltaussagen in der Branche. Danone kündigte bereits Berufung an. Der Fall zeigt: Das rechtliche Risiko für Unternehmen steigt, die mit weitreichenden Nachhaltigkeits- oder Gesundheitsversprechen werben – ohne diese lückenlos belegen zu können.

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