GOÄ-Reform, Versicherer

GOÄ-Reform: Ärzte und Versicherer einigen sich auf 1049-Seiten-Entwurf

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 14:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bundesärztekammer und PKV-Verband übergeben gemeinsamen GOÄ-Entwurf an das Gesundheitsministerium. Ziel ist ein Inkrafttreten der neuen Gebührenordnung Anfang 2028.

GOÄ-Reform: Ärztekammer und PKV-Verband einigen sich auf 1049-Seiten-Entwurf
Ein medizinischer Schreibtisch mit Dokumenten, Stethoskop und Füllfederhalter symbolisiert die GOÄ-Reform. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Reform der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) hat eine wesentliche Hürde genommen. Ende Juli 2026 legten die Bundesärztekammer (BÄK) und der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) einen umfassenden, aktualisierten Entwurf vor. Dieses Dokument, das einen Umfang von 1049 Seiten umfasst, markiert einen entscheidenden Punkt in dem langjährigen Prozess zur Modernisierung der privaten ärztlichen Abrechnungsgrundlagen.

Ein gemeinsamer Konsens zwischen Ärzteschaft und Versicherern

Die Einreichung des Entwurfs am 31. Juli 2026 ist das Ergebnis einer engen Abstimmung zwischen den maßgeblichen Akteuren des privaten Gesundheitssektors. Dass die Bundesärztekammer und der PKV-Verband mit einem gemeinsamen Vorschlag an das Ministerium herantreten, unterstreicht die Einigkeit über die Notwendigkeit einer strukturellen Erneuerung. Die bisherige Gebührenordnung gilt in weiten Teilen als veraltet und bildet den medizinischen Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte nur noch unzureichend ab.

Der nun übermittelte Entwurf soll als Grundlage für die weitere gesetzgeberische Ausarbeitung dienen. Laut Berichten aus Fachkreisen zielt die gemeinsame Vorlage darauf ab, eine transparente und zeitgemäße Honorierung ärztlicher Leistungen sicherzustellen, die sowohl den betriebswirtschaftlichen Erfordernissen der Praxen als auch der Kalkulierbarkeit für die Versicherungsunternehmen gerecht wird.

Zeitplan und gesetzgeberische Umsetzung

Mit der Übergabe des Dokuments an das Bundesgesundheitsministerium geht die Verantwortung für das weitere Verfahren in die Hände der Politik über. Der nächste formale Schritt im Gesetzgebungsprozess ist die Erarbeitung eines sogenannten Referentenentwurfs durch das BMG. Dieser Prozess wird bereits vorbereitet, um die in dem 1049-seitigen Werk enthaltenen Vorschläge in eine rechtssichere Verordnung zu überführen.

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Hinsichtlich des zeitlichen Rahmens besteht bei den beteiligten Organisationen eine klare Zielvorstellung. Sowohl die Bundesärztekammer als auch der PKV-Verband streben ein Inkrafttreten der neuen GOÄ zum 1. Januar 2028 an. Auch in begleitenden Stellungnahmen wird die Hoffnung geäußert, dass die reformierte Gebührenordnung Anfang 2028 wirksam werden kann. Dieser Vorlauf gilt als notwendig, um den ärztlichen Praxen, Abrechnungsstellen und Versicherungen ausreichend Zeit für die technische und administrative Umstellung ihrer Systeme zu gewähren.

Bedeutung der Reform für das Gesundheitswesen

Die Analyse der aktuellen Entwicklungen verdeutlicht, dass die Übermittlung des Entwurfs mehr als nur ein technischer Verwaltungsakt ist. Da die GOÄ nicht nur für Privatversicherte, sondern auch für Selbstzahler und im Rahmen der Beihilfe eine zentrale Rolle spielt, betrifft die Reform einen erheblichen Teil des deutschen Gesundheitsmarktes.

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Ein aktualisierter Leistungskatalog, wie er in den über tausend Seiten des Entwurfs definiert ist, soll sicherstellen, dass neue Behandlungsmethoden und diagnostische Verfahren rechtssicher abgerechnet werden können. Fachleute beobachten nun genau, wie das Bundesministerium für Gesundheit die Vorlage von BÄK und PKV-Verband bewerten wird. Die kommenden Monate werden zeigen, inwieweit die detaillierten Vorschläge der Standesorganisationen und Versicherer eins zu eins in den staatlichen Referentenentwurf übernommen werden.

Die Weichenstellungen vom 31. Juli 2026 haben somit den Weg für eine finale Phase der GOÄ-Reform geebnet, die nach Jahren des Stillstands nun eine konkrete Perspektive für das Jahr 2028 bietet.

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