Softwareentwicklung, Codes

GM revolutioniert Softwareentwicklung: 90% des Codes stammen von KI

23.06.2026 - 21:44:06 | boerse-global.de

General Motors lässt rund 90 Prozent der Software für selbstfahrende Autos von Künstlicher Intelligenz erstellen. Der Marktstart ist für 2028 geplant.

GM setzt auf KI: 90 Prozent des Codes für autonomes Fahren
Softwareentwicklung - Abstract neural network lines glow over the interior of a futuristic self-driving car, with a highway visible through the windshield. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der US-Autobauer General Motors revolutioniert seine Softwareentwicklung. Künstliche Intelligenz übernimmt die Programmierung fast des gesamten Codes für autonome Fahrzeuge.

GM-Chefin Mary Barra verkündete bei einer Telefonkonferenz im Juni 2026 einen radikalen Kurswechsel: Rund 90 Prozent des Softwarecodes für die Sparte des autonomen Fahrens stammen inzwischen von KI-Systemen. Der Konzern nutzt die Technologie, um die Grundlagen der Fahrzeugentwicklung neu zu definieren.

Anzeige

Wer jetzt in KI investiert, könnte die größte Wachstumswelle seit dem Internet nutzen. Dieser Gratis-Report zeigt, welche 3 Unternehmen im KI-Rennen vorne liegen und wie Sie davon profitieren können. 3 KI-Gewinner-Aktien kostenlos entdecken

„Eyes-off, hands-off" – Cadillac als Vorreiter

Im Zentrum steht ein neues selbstfahrendes System der nächsten Generation, das völlig ohne Eingriffe des Fahrers auskommt. GM peilt den Marktstart für 2028 an – zunächst im Cadillac Escalade IQ. Um die Software zu verfeinern, setzt der Konzern auf digitale Simulationen, die täglich rund 100 Jahre Fahrerfahrung abbilden.

Barra zufolge verlagert sich die Entwicklung hin zu einem „parallelen Engineering" mit KI-Unterstützung im gesamten Unternehmen. Das soll die Entwicklungszyklen drastisch verkürzen.

Torc Robotics und NVIDIA treiben autonome Nutzfahrzeuge voran

Auch im kommerziellen Sektor tut sich einiges. Torc Robotics stellte am 23. Juni 2026 seine AV-3.0-Plattform für autonome Lkw vor. Entwickelt mit Daimler Truck auf Basis des Freightliner Cascadia, kombiniert die Plattform KI-gestütztes Lernen mit regelbasierten Sicherheitsprotokollen. Das System bewältigt Level-4-Anforderungen im Fernverkehr und setzt auf NVIDIA-Compute-Systeme sowie simulationsbasiertes Training.

NVIDIA selbst erweiterte seine Aktivitäten im Bereich Robotik-Sicherheit. Am 22. Juni 2026 brachte der Chipkonzern „Halos for Robotics" auf den Markt – ein vollständiges Sicherheitssystem, das die IGX-Thor-Plattform mit einem dedizierten Sicherheitsbetriebssystem verbindet. Entwickelt über 18.000 Ingenieursjahre und mit 21 Milliarden Sicherheitstransistoren, erfüllt das System höchste Standards wie IEC 61508 SIL 3. Zu den ersten Partnern zählen Agility und Boston Dynamics.

Neue Standards: Vom Papier zum Code

Die Entwicklung treibt auch internationale Standards voran. Auf einer Fachkonferenz in Shanghai stellte iSOFT am 22. Juni 2026 sein intelligentes Betriebssystem als globale Code-Basis für den AUTOSAR CAPI zur Verfügung. Die Branche bewegt sich damit vom „Standard-first"- zum „Code-first"-Modell – ein Schritt, der Kosten senken und Lieferketten sicherer machen soll. Das iSOFT-OS ist bereits in über 25 Millionen Einheiten und 300 Fahrzeugmodellen im Einsatz, unterstützt von Partnern wie XPENG und Infineon.

Im Mobilitätssektor kündigte CaoCao seine RoboX-Strategie an: Bis 2030 sollen 100.000 Robotaxis und 100.000 Robovans auf die Straße kommen. Ein erster Schritt ist der Start eines Robotaxi-Dienstes in Hongkong.

Governance-Lücke: KI-Code wächst schneller als Kontrollen

Anzeige

Die rasante Entwicklung von KI-Systemen in der Industrie erfordert klare Regeln und ein Verständnis der neuen rechtlichen Rahmenbedingungen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act hilft Unternehmen, Fristen und Pflichten der KI-Verordnung rechtzeitig zu überblicken. Kostenloses E-Book zum EU AI Act herunterladen

Die rasche Einführung von KI in der Softwareentwicklung hat viele interne Kontrollsysteme überholt. Ein am 23. Juni 2026 veröffentlichter Bericht von GitLab zeigt: 80 Prozent der Organisationen führten KI-Tools schneller ein, als sie Richtlinien etablieren konnten. 43 Prozent der Befragten konnten KI-generierten Code nicht von menschlichem unterscheiden. 82 Prozent befürchten, dass KI-Software neue technische Schulden schafft. Die Folge: 91 Prozent der Organisationen planen Investitionen in KI-Code-Governance-Tools innerhalb der nächsten zwölf Monate.

Arbeitsplätze unter Druck: UAW schlägt Alarm

Die Automatisierungswelle sorgt zunehmend für Konflikte mit Gewerkschaften. GM installierte im Juni 2026 rund 50 FANUC-Roboterarme in seinem Werk Factory Zero in Detroit. Zuvor hatte der Konzern im März 2026 bereits 1.300 Arbeiter vorübergehend freigestellt und im Oktober 2025 dauerhaft 1.200 Stellen gestrichen.

Die United Auto Workers (UAW) zeigt sich alarmiert. James Cotton, Präsident der UAW Local 22, berichtet, dass mehr als 1.000 Mitglieder weiterhin unbegrenzt freigestellt seien. Branchenweit haben die „Detroit Three" – GM, Ford und Stellantis – ihre Angestelltenzahl um mehr als 20.000 Stellen reduziert, ein Minus von rund 19 Prozent. Als Grund nennen die Konzerne den Einfluss von KI. Analysten von BCG gehen davon aus, dass KI in den nächsten Jahren einen erheblichen Teil der US-Arbeitsplätze umgestalten oder überflüssig machen könnte.

de | wissenschaft | 69613549 |