Glukose-Monitoring: Kontinuierliche Messung senkt KHK-Risiko um 72%
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 13:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Darmfreundliche Diäten, fermentierte Lebensmittel und gefilterter Kaffee senken das Sterberisiko bei Herzpatienten deutlich. Das belegen gleich mehrere Studien aus dem Jahr 2026.
Der DI-GM-Score als Lebensverlängerer
Eine Studie im Fachjournal Medicine untersuchte den Einfluss des DI-GM-Scores auf die Sterblichkeit bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit. Der Score bewertet, wie stark sich die Ernährung auf die Darmflora auswirkt.
Die Analyse von 1.537 Teilnehmern der NHANES-Erhebungen (2005 bis 2018) zeigt: Ein DI-GM-Wert von mindestens 5 senkt das Sterberisiko deutlich. Der Score setzt sich aus 14 Komponenten zusammen.
Positiv wirken Vollkornprodukte, Ballaststoffe, fermentierte Milchprodukte, Brokkoli, Avocados, Kichererbsen, Soja, grüner Tee, Cranberries und Kaffee. Negativ schlagen rotes und verarbeitetes Fleisch, raffinierte Getreideprodukte und fettreiche Ernährung zu Buche. Eine bestehende Diabetes-Erkrankung kann die Zusammenhänge beeinflussen.
Lebende Mikroorganismen senken die Gesamtmortalität
Eine Studie im J Health Popul Nutr (2026) befasste sich mit Schlaganfallüberlebenden. Bei 1.313 Probanden (2003 bis 2018) war eine hohe Zufuhr lebender Mikroorganismen mit einer um 39 Prozent niedrigeren Gesamtmortalität verbunden. Ein signifikanter Effekt auf die kardiovaskuläre Sterblichkeit ließ sich nicht belegen.
Eine Übersichtsarbeit im J Hypertens (2026) untermauert die Wirkung von Probiotika auf den Blutdruck. Besonders Lactobacillus-Bakterien senken den systolischen Blutdruck bei Hypertonie-Patienten um 3 bis 14 mmHg. Die Mechanismen: ACE-Hemmung und entzündungshemmende Effekte.
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Gefilterter Kaffee: Einfach, günstig, wirksam
Harvard-Forscher veröffentlichten im Eur J Prev Cardiol eine Studie zu den Vorteilen von gefiltertem Kaffee. Bei Personen unter 60 Jahren senkt der moderate Genuss von einer bis vier Tassen täglich das kardiovaskuläre Sterberisiko.
Bei Frauen beträgt die Reduktion 20 Prozent, bei Männern 12 Prozent. Entscheidend ist der Papierfilter: Er hält schädliche Diterpene zurück. In ungefiltertem Kaffee liegt deren Konzentration bis zu 30-mal höher.
Glukose-Monitoring senkt KHK-Risiko um 72 Prozent
Neben der Ernährung spielt Technologie eine wachsende Rolle. Eine südkoreanische Langzeituntersuchung (2016 bis 2022) mit über 17.000 Datensätzen zeigt: Kontinuierliches Glukose-Monitoring (CGM) senkt das Risiko für koronare Herzkrankheiten um 72 Prozent.
Neuer Biomarker für Herzinfarkt-Patienten
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Die Forschung liefert auch neue Werkzeuge für die Akutmedizin. Laut einer Studie in Nature Cardiovascular Research lässt sich bei schweren Herzinfarkten (STEMI) das 30-Tage-Sterberisiko präziser vorhersagen. Der Schlüssel: die Anzahl unreifer Granulozyten im Blut. Dieser Biomarker korreliert eng mit der Entzündungslast und übertrifft bisherige Parameter.
In der Fachwelt gelten die Ergebnisse als Bestätigung: Gezielte Ernährungsinterventionen und moderne Monitoring-Verfahren verbessern die Langzeitprognose bei chronischen Herzkrankheiten maßgeblich. Experten betonen jedoch die Notwendigkeit, individuelle Begleiterkrankungen stärker zu berücksichtigen.
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