Glücksforschung: Vermögen hängt doppelt so stark mit Zufriedenheit zusammen wie Einkommen
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 10:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Macht Geld glücklich? In der empirischen Glücksforschung wird diese Frage seit Langem differenziert betrachtet. Aktuelle Daten liefern nun neue Einblicke in das Zusammenspiel von finanzieller Absicherung und persönlichem Wohlbefinden in Deutschland.
Eine noch unveröffentlichte Untersuchung für den Glücksatlas, über die wiwo.de am 27.09.2026 berichtete, belegt einen deutlichen Zusammenhang zwischen vorhandenem Vermögen und einer höheren Lebenszufriedenheit.
Grundlage der Untersuchung ist eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos, für die 3.700 Menschen in Deutschland im Alter von 18 bis 71 Jahren befragt wurden.
Auf einer Skala von 0 bis 10 Punkten bewerten vermögende Personen ihr Lebensglück demnach im Durchschnitt mit 7,23 Punkten. Demgegenüber erreichen Menschen, die über keinen materiellen Puffer verfügen, im Schnitt lediglich einen Wert von 6,34 Punkten.
Finanzieller Puffer wiegt schwerer als laufende Einnahmen
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung betrifft die Gegenüberstellung von Besitz und laufenden Einkünften. Laut der Umfrage hängt das Vermögen etwa doppelt so stark mit der Lebenszufriedenheit zusammen wie das persönliche Einkommen. Das regelmäßige Gehalt ist zwar für die Bewältigung des Alltags relevant, ein angespartes Polster verschafft den Menschen jedoch offenbar ein ungleich höheres Maß an Sicherheit und Unabhängigkeit.
Dieser Effekt zeigt sich auch beim direkten Vergleich ähnlicher Einkommensgruppen: Haushalte mit einem Vermögen von mindestens 50.000 Euro weisen selbst bei gleichem Einkommensniveau eine messbar höhere Zufriedenheit auf.
Die Erhebung für den Glücksatlas zeigt: Vermögen hängt etwa doppelt so stark mit Lebenszufriedenheit zusammen wie das persönliche Einkommen — Haushalte mit mindestens 50.000 Euro Rücklagen liegen bei gleichem Einkommen im Schnitt 0,50 Punkte höher. Wer seinen Puffer systematisch aufbaut, gewinnt also nicht nur finanziell. Kostenlosen Vermögens-Leitfaden anfordern
Im Schnitt liegt ihr Wert um 0,50 Punkte über dem von Vergleichspersonen ohne entsprechende Rücklagen. Das Vorhandensein substanzieller Ersparnisse federt existenzielle Sorgen ab und trägt damit spürbar zum seelischen Wohlbefinden bei.
Geschlechterunterschiede bei der Vermögensbildung
Neben den Effekten auf das Wohlbefinden verdeutlichen die Erhebungsdaten fortbestehende Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei der Vermögensbildung. Ein Haushaltsvermögen von mehr als 50.000 Euro weisen laut der Umfrage 48 Prozent der befragten Männer auf. Bei den Frauen liegt dieser Anteil hingegen bei lediglich 34 Prozent.
Diese Ungleichheit bei den finanziellen Reserven spiegelt bestehende strukturelle Unterschiede in den Erwerbsbiografien wider. Da Vermögen eine wesentliche Stütze für die Lebenszufriedenheit darstellt, wirkt sich das geschlechtsspezifische Vermögensgefälle auch mittelbar auf das subjektive Sicherheitsempfinden und die Zufriedenheitswerte aus.
48 Prozent der Männer, aber nur 34 Prozent der Frauen verfügen laut der Erhebung über ein Haushaltsvermögen von mehr als 50.000 Euro. Wer die eigene Rücklage gezielt aufbaut, schließt diese Lücke — und stärkt zugleich das Sicherheitsempfinden. Fünf Sparstrategien jetzt im Leitfaden sichern
Vorstellung des vollständigen Berichts steht bevor
Die nun bekannt gewordenen Teilergebnisse bieten einen ersten Einblick in die diesjährigen Schwerpunkte der renommierten Erhebungsreihe. Der vollständige Glücksatlas soll im November vorgestellt werden. Die ausführlichen Ergebnisse dürften weiteren Aufschluss darüber geben, welche Faktoren das Wohlbefinden der Bundesbürger maßgeblich beeinflussen und wie sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen auf das individuelle Glücksempfinden auswirken.
Mehr zum Thema bei WirtschaftsWoche: „Glücksforschung: Vermögen macht Menschen zufriedener als hohes Einkommen“
Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von WirtschaftsWoche.
