Glucosamin, Verdacht

Glucosamin unter Verdacht: 25% höheres Alzheimer-Risiko bei MCI

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studie der University of Florida findet erhöhtes Alzheimer-Risiko durch Glucosamin. WHO aktualisiert zeitgleich Präventionsleitlinien mit Fokus auf Bewegung.

Glucosamin und Demenz: Neue Studie zeigt Risiko auf
Nahaufnahme von Nahrungsergänzungsmitteln neben einem Glas Wasser in einer sterilen, medizinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine Untersuchung der University of Florida zeigt einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Nahrungsergänzungsmittel und Demenz. Die WHO hat zeitgleich ihre Präventionsleitlinien aktualisiert.

Glucosamin unter Verdacht

Die im Juli in Nature Metabolism veröffentlichte Studie wertete Daten von rund 66.000 Patienten aus. Das Ergebnis: Bei Personen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen steigt das Risiko für Alzheimer um 25 Prozent. Bei bereits Erkrankten war die Sterblichkeit über fünf bis zehn Jahre ebenfalls um 25 Prozent erhöht.

Forscher vermuten eine sogenannte Hyperglykosylierung im Gehirn als Ursache. Glucosamin kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden – in Mausmodellen wurde dieser Mechanismus bereits nachgewiesen. Allerdings betonen Experten: Eine endgültige Kausalität ist noch nicht belegt. Ein möglicher Störfaktor: Wer Glucosamin gegen Gelenkschmerzen nimmt, bewegt sich oft weniger.

WHO setzt auf Bewegung

Die Weltgesundheitsorganisation hat ihre Demenz-Präventionsleitlinien im Juli 2026 aktualisiert. Die Kernbotschaft: Erwachsene sollten wöchentlich 150 bis 300 Minuten moderat Sport treiben, plus 40 bis 60 Minuten Krafttraining.

Studien in Nature Medicine und Lancet Public Health untermauern das mit konkreten Zahlen. Bereits 3.000 Schritte täglich verlangsamen die Ausbreitung schädlicher Proteine im Gehirn. Bei 7.000 Schritten sinkt das Demenzrisiko signifikant.

Doch Bewegung allein reicht nicht. Die MIND-Diät und entzündungshemmende Ernährung können das Risiko um bis zu 40 Prozent senken. Eine Studie des Karolinska Institutet vom Juni zeigt: Gesunde Ernährung hilft selbst bei vorhandenen biologischen Risikomarkern.

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Früherkennung wird präziser

Blutbasierte Biomarker gewinnen an Bedeutung. Eine JAMA-Studie mit über 2.600 Teilnehmern belegt: Ein hoher Wert des Proteins p-tau217 im Blut korreliert mit einem deutlich erhöhten Fünfjahresrisiko für kognitive Beeinträchtigungen. Forscher der Ruhr-Universität Bochum bestätigen: Im symptomfreien Stadium bleibt die Fehlfaltung von Amyloid-? der stärkste Prädiktor, während p-tau217 vor allem im klinischen Stadium zuverlässig alarmiert.

Auch neue Medikamente sind in der Diskussion. SGLT2-Inhibitoren könnten das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent senken, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. Die Phase-III-Studie PrevenTRON testet zudem den Wirkstoff Trontinemab an rund 1.600 symptomfreien Personen.

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Experten raten zur strengen Kontrolle von Blutdruck und LDL-Cholesterin. Zielwerte: unter 130/80 mmHg für den Blutdruck, LDL unter 70 mg/dl. Ein effektives Management könnte einen erheblichen Teil der weltweiten Demenzfälle vermeiden.

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