Glucosamin, Supplement

Glucosamin: Supplement erhöht Alzheimer-Risiko bei MCI um 25%

25.06.2026 - 07:12:25 | boerse-global.de

Neue Forschung zeigt: Glucosamin kann bei MCI-Patienten das Alzheimer-Risiko um 25 Prozent steigern. Auch Omega-3 und Diabetes-Medikamente im Fokus.

Glucosamin-Studie: Erhöhtes Alzheimer-Risiko bei leichter kognitiver Beeinträchtigung
Glucosamin - Ein detailliertes Modell eines menschlichen Gehirns, teilweise von einem blauen digitalen Overlay verdeckt, das neurologische Aktivität darstellt. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Juni im Fachjournal Nature Metabolism erschienen ist.

Forscher fanden heraus: Bei Patienten mit Mild Cognitive Impairment (MCI) steigt das Erkrankungsrisiko deutlich, wenn sie das Supplement einnehmen. Noch gravierender: Bereits an Alzheimer erkrankte Probanden hatten eine um 25 Prozent höhere Sterblichkeit innerhalb von fünf Jahren.

Gefährliche Zuckerreaktionen im Gehirn

Als mögliche Ursache diskutieren Wissenschaftler die sogenannte Hyperglykosylierung. Dabei lagern sich überschüssige Zuckermoleküle an Proteine im Gehirn an – ein Prozess, der Gedächtnisleistungen beeinträchtigen kann. Tierversuche stützen diese These.

Allerdings: Die Daten zeigen bisher nur Zusammenhänge, keine direkte Ursache-Wirkung. Kompliziert wird die Lage durch widersprüchliche Ergebnisse. Eine britische Studie wies bei gesunden Erwachsenen ein um bis zu 26 Prozent niedrigeres Demenzrisiko nach.

Ärzte raten daher: Wer bereits an Demenz oder MCI leidet, sollte Glucosamin vorerst absetzen. Bei Bedarf könne auf verschreibungspflichtiges Glucosaminsulfat (1.500 mg täglich) ausgewichen werden – hier sei die Evidenzlage besser.

Omega-3: Enttäuschung für den Kopf, Gewinn für die Zellen

Auch Omega-3-Fettsäuren standen im Fokus aktueller Forschung. Eine Studie der Keck Medicine of USC, veröffentlicht in eBioMedicine, begleitete 365 Erwachsene zwischen 55 und 80 Jahren über zwei Jahre. Die Probanden nahmen täglich 2.000 mg DHA ein.

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Das Ergebnis: Der DHA-Spiegel im Liquor stieg um 17 Prozent. Doch weder die kognitive Leistung noch das Volumen des Hippocampus verbesserten sich signifikant. Der kognitive Score legte in der DHA-Gruppe um 2,76 Punkte zu – in der Placebo-Gruppe um 2,67 Punkte. Ein statistisch irrelevanter Unterschied.

Ganz anders sieht es beim biologischen Altern aus. Die DO-HEALTH-Studie aus Nature Aging zeigte: Ein Gramm Omega-3 täglich verlangsamte die epigenetische Alterung bei über 70-Jährigen um bis zu 3,8 Monate. Wissenschaftler vermuten: Isolierte Supplemente wirken schwächer als eine Ernährung mit natürlichen Omega-3-Quellen – etwa die mediterrane Diät.

Diabetes-Medikamente und Impfungen als Schutzfaktoren

Neben Supplementen rücken andere Faktoren in den Fokus der Alzheimer-Prävention. Eine NIH-Studie in JAMA belegt: SGLT2-Inhibitoren senken das Alzheimer-Risiko bei Diabetikern um 43 Prozent. GLP-1-Agonisten immerhin um 33 Prozent.

Auch die Gürtelrose-Impfung zeigt Wirkung. Forscher der Brown University ermittelten eine Risikosenkung von 24 Prozent.

Überraschend: Der Blutdruck spielt eine entscheidende Rolle. Eine Querschnittsstudie im Journal of the American Heart Association identifizierte Hypotonie (niedriger Blutdruck) als starken Risikofaktor – er erhöht die Alzheimer-Wahrscheinlichkeit um das 2,74-fache. Hypertonie (Bluthochdruck) steigert das Risiko um das 1,57-fache.

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Fortschritte in der Diagnostik

2026 markiert einen Meilenstein: Ein neuer pTau217-Bluttest erhielt die CE-Kennzeichnung. Seine Genauigkeit soll bei über 90 Prozent liegen. Noch weiter geht die KI-gestützte Netzhautuntersuchung. Erste Analysen deuten darauf hin, dass sie ein Alzheimer-Risiko bereits bis zu 8,55 Jahre vor den ersten Symptomen erkennen könnte.

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