Glucosamin-Studie, Beliebtes

Glucosamin-Studie: Beliebtes Supplement erhöht Demenzrisiko um 25%

28.06.2026 - 02:10:13 | boerse-global.de

Neue Forschungsergebnisse zeigen einen möglichen Zusammenhang zwischen Glucosamin und einem erhöhten Demenzrisiko bei bereits kognitiv eingeschränkten Personen.

Glucosamin-Studie: Erhöhtes Demenzrisiko bei bestimmten Gruppen
Glucosamin-Studie - Nahaufnahme einer Hand, die eine weiße Pille hält, mit einem unscharfen Hintergrund, der ein medizinisches Labor andeutet. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine neue Studie sorgt für Aufsehen: Glucosamin, eines der beliebtesten Nahrungsergänzungsmittel, könnte bei bestimmten Personengruppen das Demenzrisiko steigern. Die im Juni 2026 in der Fachzeitschrift Nature Metabolism veröffentlichte Untersuchung liefert Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang.

Die Studienergebnisse im Detail

Die Forscher analysierten Daten von rund 24.000 Alzheimer-Patienten und 42.000 Personen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen. Das Ergebnis: Bei Menschen mit bestehenden kognitiven Einschränkungen war die Einnahme von Glucosamin mit einem um 25 Prozent höheren Demenzrisiko innerhalb von fünf Jahren verbunden.

Die Autoren betonen jedoch: Die Daten liefern keinen kausalen Beweis. Ob das Supplement direkt zur Verschlechterung beiträgt oder andere Faktoren eine Rolle spielen, bleibt unklar. Dennoch mahnen die Ergebnisse zur Vorsicht – besonders bei bereits vorbelasteten Patientengruppen.

Boomender Markt trifft auf Sicherheitsfragen

Die Diskussion trifft auf eine Branche mit Rekordumsätzen. 2025 erreichte der deutsche Markt für Nahrungsergänzungsmittel ein Volumen von rund 4,3 Milliarden Euro. Rund 415 Millionen Packungen wurden verkauft – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2022 mit 241 Millionen Packungen.

Vitamine und Mineralstoffe machen mit 48 Prozent den größten Umsatzanteil aus. Magnesium ist mit rund 75 Millionen verkauften Einheiten das absatzstärkste Mineral. Der Vertrieb läuft größtenteils über Drogeriemärkte (45 Prozent), während der Online-Handel 22,5 Prozent hält.

Ein weiterer Trend: Produkte zur Selbstoptimierung wie Kreatin. In den USA verzeichnete Kreatin ein Verkaufsplus von 60 Prozent. Bei der Produktion zeigt sich eine starke Abhängigkeit von Asien – rund 84 Prozent der globalen Kreatin-Herstellung entfallen auf China.

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Auch Medikamente im Fokus

Nicht nur Nahrungsergänzungsmittel stehen unter Verdacht. Analysen vom Juni 2026 identifizierten neun Medikamentengruppen, die mit einem erhöhten Demenzrisiko in Verbindung stehen.

Besonders deutlich: Anticholinergika wie Diphenhydramin oder Oxybutynin zeigen einen Risikoanstieg von 54 Prozent. Auch Protonenpumpenhemmer gegen Sodbrennen stehen mit einem um 44 Prozent erhöhten Risiko in der Diskussion. Fachleute verweisen auf Orientierungshilfen wie die PRISCUS- oder FORTA-Listen für ältere Patienten.

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Doch es gibt auch positive Nachrichten: SGLT2-Inhibitoren könnten das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent senken, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. Und die Gürtelrose-Impfung zeigte eine Reduktion des Demenzrisikos um 24 Prozent innerhalb von zwölf Monaten.

Der Blick aufs große Ganze

Die Forschung zur Gehirnalterung erweitert sich. Zwei Studien aus Juni 2026 in Nature Communications und Nature Medicine verfolgen den Exposom-Ansatz – die Gesamtheit aller Umwelt- und Lebensstilfaktoren.

Die Ergebnisse basieren auf umfangreichen Daten, darunter der UK Biobank. Neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rauchen und Alkoholkonsum beeinflussen auch Luftverschmutzung, Klima und der Zugang zur Gesundheitsversorgung die Gehirnstruktur.

Eine Studie mit 18.700 Teilnehmern aus 34 Ländern belegte: Sozioökonomische Ungleichheit kann ein unabhängiger Faktor für beschleunigte Gehirnalterung sein. Die Demenzprävention ist komplexer als die bloße Kontrolle von Supplementen und Medikamenten.

de | wissenschaft | 69642907 |