Glucosamin-Studie, Demenzrisiko

Glucosamin-Studie: 25 Prozent höheres Demenzrisiko möglich

27.06.2026 - 17:24:43 | boerse-global.de

Der deutsche Markt für Nahrungsergänzungsmittel erreicht 2025 ein Volumen von 4,3 Milliarden Euro. Kreatin und neue Darreichungsformen wie Kaugummis treiben die Expansion.

Nahrungsergänzungsmittel-Boom: Kreatin und neue Zielgruppen treiben Wachstum
Glucosamin-Studie - Nahaufnahme verschiedener Nahrungsergänzungsmittel wie Kreatin und Taurin in Pulver- und Kapselform, auf einer modernen Oberfläche. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

2025 erreichte der Markt ein Volumen von 4,3 Milliarden Euro. Rund 415 Millionen Packungen wurden abgesetzt – fast doppelt so viele wie 2022 mit 241 Millionen Einheiten.

Vitamine und Mineralstoffe machen mit 48 Prozent Umsatzanteil weiterhin das Kernsegment aus. Doch spezialisierte Aminosäuren und leistungsorientierte Präparate wie Kreatin legen rasant zu.

Kreatin-Boom treibt Produktion an

Besonders im Bereich Sporternährung entwickelt sich Kreatin zum Star. In Indien übertrifft das Verkaufsvolumen inzwischen das von Molkenprotein. In den USA stiegen die Verkäufe von Kreatin-Produkten im vergangenen Jahr um über 60 Prozent.

Das zeigt sich auch in den Geschäftszahlen der Hersteller. Der Rohstoffproduzent Alzchem steigerte sein EBITDA von 62 Millionen Euro (2021) auf 116,5 Millionen Euro (2025). Um die Nachfrage zu bedienen, investiert das Unternehmen rund 120 Millionen Euro in eine neue Produktionsanlage in Deutschland. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2027 geplant.

Der Weltmarkt wird jedoch massiv von Fernost dominiert. Rund 84 Prozent der globalen Kreatin-Produktion entfallen auf China. Neue Wettbewerber wie Qura Creatine BV oder Jenerise drängen in den Markt – letztere wirbt mit Reinheitsgraden von bis zu 99,96 Prozent.

Vom Pulver zum Kaugummi

Die Branche reagiert auf das Wachstum mit neuen Darreichungsformen. Klassische Pulver von Anbietern wie ESN gehören weiterhin zum Standard. Doch Lifestyle-orientierte Formate rücken in den Fokus. In Indien wurden jüngst Kreatin-Kaugummis für den Massenmarkt eingeführt. In anderen Regionen gibt es bereits Kreatin-Limonaden.

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Ein wesentlicher Wachstumstreiber: neue Zielgruppen. Waren diese Präparate früher primär im Kraftsport verortet, werden sie nun in den Bereichen Longevity, Darmgesundheit und Women's Health vermarktet. Marken wie Unfabled entwickeln spezifische Mischungen für die weibliche Gesundheit. Kooperationen zwischen Supplement-Herstellern und Süßwarenkonzernen wie Mars Wrigley machen die Produkte für ein breiteres Publikum zugänglich.

Wissenschaft und Regulierung hinken hinterher

Trotz des kommerziellen Erfolgs bleibt die wissenschaftliche Einordnung komplex. Hersteller heben zunehmend kognitive Vorteile von Kreatin hervor. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat entsprechende gesundheitsbezogene Angaben jedoch bisher abgelehnt.

Experten mahnen zur Vorsicht bei langfristiger Einnahme ohne medizinische Notwendigkeit. Eine 2026 im Fachmagazin Nature Metabolism veröffentlichte Studie untersuchte die Auswirkungen von Glucosamin. Die Daten von 24.000 Alzheimer- und 42.000 Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen deuten darauf hin: Bei bestehenden Beeinträchtigungen könnte die Einnahme mit einem um 25 Prozent höheren Demenzrisiko innerhalb von fünf Jahren verbunden sein. Ein kausaler Beweis liegt nicht vor, doch Forscher sehen Hinweise auf biochemische Prozesse, die die Gedächtnisleistung negativ beeinflussen könnten.

Drogerien dominieren den Vertrieb

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In Deutschland bleibt der stationäre Handel die wichtigste Säule. Drogeriemärkte halten einen Marktanteil von 45 Prozent am Vertrieb. Der Online-Handel folgt mit 22,5 Prozent. Innerhalb der Mineralstoffe bleibt Magnesium mit über 75 Millionen verkauften Packungen das absatzstärkste Produkt.

Ein weiterer Wachstumssektor: Kollagenpeptide. Das Unternehmen Glow25, erst 2021 gegründet, steigerte seinen Umsatz von 35 Millionen Euro (2022) auf prognostizierte 130 Millionen Euro (2025). Verbraucherschützer und Mediziner weisen jedoch regelmäßig darauf hin: Belastbare wissenschaftliche Belege für eine Wirkung auf das Hautbild oder gegen Gelenkerkrankungen wie Arthrose fehlen in vielen Fällen weiterhin.

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