Glucosamin-Studie, Demenzrisiko

Glucosamin-Studie: 25% höheres Demenzrisiko bei kognitiven Beeinträchtigungen

29.06.2026 - 12:09:34 | boerse-global.de

Der Kollagen-Markt wächst rasant auf Milliardenvolumen, doch Mediziner und Verbraucherschützer zweifeln an der beworbenen Wirksamkeit vieler Produkte.

Kollagen-Boom: Milliardenmarkt mit umstrittenen Gesundheitsversprechen
Glucosamin-Studie - Ein futuristisches Labor mit High-Tech-Geräten und leuchtenden Bildschirmen, das wissenschaftliche Forschung in der Nahrungsergänzungsmittelindustrie darstellt. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Markt wächst rasant, die Hersteller jubeln. Doch Mediziner und Verbraucherschützer warnen vor übertriebenen Gesundheitsversprechen.

Der Markt explodiert

Das Geschäft mit Kollagen hat sich zu einem Milliardenmarkt entwickelt. 2025 lag das weltweite Marktvolumen bei rund 11,7 Milliarden US-Dollar. Branchenprognosen rechnen bis 2034 mit einem Anstieg auf etwa 30 Milliarden US-Dollar.

Der allgemeine Supplementmarkt wächst ebenfalls rasant: 2025 erreichte er ein Volumen von 4,3 Milliarden Euro. Rund 415 Millionen Packungen wurden abgesetzt – ein massiver Sprung gegenüber 2022, als es noch 241 Millionen waren.

Vom Start-up zum Millionenplayer

Ein Paradebeispiel für das schnelle Wachstum ist Glow25. Das 2021 gegründete Start-up steigerte seinen Umsatz von 35 Millionen Euro (2022) auf geschätzte 130 Millionen Euro (2025). Auch etablierte Hersteller wie Gelita reagieren. Vorstandschef Peter Hill betont die strategische Ausrichtung der Produktion auf Kollagen.

Doch nicht nur Kollagen boomen. Auch Kreatin rückt in den Fokus. Der Hersteller Alzchem steigerte sein operatives Ergebnis (EBITDA) von 62 Millionen Euro (2021) auf 116,5 Millionen Euro (2025). Das Unternehmen investiert rund 120 Millionen Euro in eine neue Produktionsanlage, die Ende 2027 in Betrieb gehen soll.

Aktuell entfällt ein Großteil der weltweiten Kreatinproduktion auf China – mit einem Marktanteil von rund 84 Prozent.

Die Internationalisierung schreitet voran. TempraMed unterzeichnete eine Absichtserklärung für exklusive Distribution in Saudi-Arabien. Über fünf Jahre ist eine Mindestabnahme von 3,1 Millionen US-Dollar vereinbart. Voraussetzung: die noch ausstehende Zulassung durch lokale Gesundheitsbehörden.

Was taugen die Versprechen?

Trotz des wirtschaftlichen Erfolgs bleibt die Wirksamkeit vieler Produkte umstritten. Die Verbraucherzentrale stellt klar: Für die oft beworbene Wirkung von Kollagen auf das Hautbild gibt es keine hinreichenden Belege.

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Orthopäde Tobias Renkawitz ergänzt: Eine Prävention von Arthrose durch entsprechende Präparate sei wissenschaftlich nicht belegt.

Noch brisanter: Eine 2026 in „Nature Metabolism“ veröffentlichte Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Glucosamin-Einnahme und kognitiven Beeinträchtigungen. Das Ergebnis: Bei Personen mit bestehenden Beeinträchtigungen könnte das Risiko für eine Demenzerkrankung um 25 Prozent höher liegen. Die Studie basiert auf Daten von 24.000 Alzheimer-Patienten und 42.000 Personen mit leichten kognitiven Einschränkungen.

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Politische Folgen

Die Dynamik auf dem Gesundheitsmarkt bleibt auch der Politik nicht verborgen. In Deutschland wird über eine gestaffelte Zuckersteuer auf Erfrischungsgetränke diskutiert. Die SPD schlägt vor: Ab 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter soll eine Abgabe von 20 Cent pro Liter fällig werden, ab 8 Gramm steigt sie auf 30 Cent.

Modellrechnungen zufolge könnten so über 20 Jahre Einsparungen im Gesundheitssystem zwischen 10,8 und 16 Milliarden Euro erzielt werden.

Parallel dazu will die CSU bestimmte Zusatzstoffe in E-Zigaretten verbieten – darunter Menthol und pflanzliches Glycerin.

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