Glucosamin-Risiko: 25% höhere Alzheimer-Wahrscheinlichkeit belegt
14.06.2026 - 16:21:24 | boerse-global.de
Forscher warnen vor den Folgen.
Studien zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen hochverarbeiteten Lebensmitteln und Übergewicht, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine US-Interventionsstudie mit 20 Teilnehmenden bestätigte: Wer primär stark verarbeitete Produkte isst, nimmt direkt zu.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher eine pflanzliche Ernährung mit frischen Zutaten. Experten betonen jedoch: Der Verarbeitungsgrad allein bestimmt nicht den Gesundheitswert eines Lebensmittels.
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Süßstoffe: Keine harmlose Alternative
Zuckerfreie Alternativen stehen besonders im Fokus der Forschung. Eine Studie des Weizmann Institute of Science untersuchte 2022 die Wirkung von Saccharin, Sucralose, Aspartam und Stevia an 120 gesunden Erwachsenen. Ergebnis: Saccharin und Sucralose veränderten nach zweiwöchiger Einnahme das Darmmikrobiom und verschlechterten die Glukosetoleranz.
Neue Daten der Konferenz ENDO 2026 untermauern diese Beobachtungen. Forscher des Dasman Diabetes Institute in Kuwait fütterten Mäuse 16 Wochen lang mit zuckerfreier, fettarmer Diät. Die Tiere entwickelten gestörte Blutzuckerkontrolle, reduzierte Insulinsensitivität und Entzündungen in Dickdarm und Leber.
Besonders auffällig: Nützliche Bakterien wie Lactobacillus murinus gingen zurück – obwohl sich das Körpergewicht der Mäuse nicht veränderte.
GLP-1-Medikamente: Wenn die Muskeln schwinden
Medikamente wie Ozempic oder Wegovy helfen beim Abnehmen – aber nicht nur vom Fett. Klinische Beobachtungen zeigen: Bis zu 40 Prozent des verlorenen Gewichts können auf Muskelmasse entfallen. Dagegen testen Forscher jetzt den Antikörper Apitegromab in einer Phase-2-Studie, kombiniert mit dem Wirkstoff Tirzepatid.
Haiko Schlögl, Endokrinologe am Universitätsklinikum Leipzig, erklärt den Mechanismus: Der Muskelabbau sei vor allem die Folge von Proteinmangel bei starker Kalorienreduktion. Gezielter Sport und proteinreiche Ernährung könnten das Problem oft verhindern.
Eine Zulassung spezifischer Antikörper zur Muskelerhaltung wird erst in einigen Jahren erwartet – und dürfte nur für bestimmte Patientengruppen infrage kommen.
Glucosamin: Risiko für die Gedächtnisleistung?
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Auch gängige Nahrungsergänzungsmittel geraten zunehmend in die Kritik. Eine in Nature Metabolism veröffentlichte Studie der University of Florida untersuchte die Langzeitfolgen von Glucosamin, das häufig gegen Gelenkbeschwerden eingesetzt wird.
Die Analyse von Daten aus den Jahren 2012 bis 2024 ergab: Bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung war die Einnahme mit einer 25 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit für ein Fortschreiten zu Alzheimer verbunden. Bei bestehender Demenz stieg das Sterberisiko ebenfalls um 25 Prozent.
Mausexperimente deuten darauf hin, dass hohe Glucosamin-Dosen die Gedächtnisleistung verschlechtern – verursacht durch eine Hyperglykosylierung von Proteinen im Gehirn. Eine Kausalität beim Menschen ist noch nicht abschließend belegt. Wissenschaftler fordern weitere klinische Studien zur Klärung der Risiken.
