Glucosamin: Gelenkpräparat erhöht Demenzrisiko um 25 Prozent
15.06.2026 - 10:50:57 | boerse-global.de
Gleichzeitig zeigen Forscher neue Wege in der Früherkennung auf.
Glucosamin als Krankheitstreiber
Eine Studie von UF Health, veröffentlicht am 13. Juni im Fachjournal Nature Metabolism, bringt das weit verbreitete Supplement Glucosamin mit einem erhöhten Alzheimer-Risiko in Verbindung. Bei Personen mit bestehenden kognitiven Störungen steigt das Risiko für eine Progression zur Demenz um 25 Prozent. Bereits erkrankte Patienten haben ein um 25 Prozent erhöhtes Sterberisiko.
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Als Ursache vermuten die Forscher eine Hyperglykosylierung im Gehirn. In Mausmodellen führte eine Dosis von rund 2500 Milligramm pro Tag zur Verschlechterung des sozialen Gedächtnisses.
Blutdruck: Hypotonie gefährlicher als Hypertonie
Eine Analyse im Journal of the American Heart Association vom 10. Juni wertete rund 800.000 Datensätze aus. Das Ergebnis: Chronisch niedriger Blutdruck verdreifacht das Alzheimer-Risiko. Bluthochdruck steigert es hingegen „nur“ um das 1,6-Fache.
Die Daten unterstreichen die Bedeutung eines ausgewogenen Blutdruckmanagements – besonders im Alter.
Antidepressiva in der Umwelt: Langzeitfolgen über Generationen
Eine Studie der Universität Roskilde vom 15. Juni zeigt, dass Medikamentenrückstände in der Umwelt weitreichende biologische Folgen haben. Am Beispiel des SSRI Sertralin wiesen die Forscher bei Meeresorganismen Verhaltensänderungen über mehrere Generationen nach.
Bei einer Konzentration von 0,7 Mikrogramm pro Gramm zeigte die zweite Generation eine um 30 Prozent reduzierte Körpergröße. Höhere Dosen von 15,6 Mikrogramm pro Gramm störten das Grabverhalten und verursachten abnorme Bewegungsabläufe. Eine Verhaltensanpassung der Organismen blieb aus.
Prävention: 36 Prozent der Fälle vermeidbar
Schätzungen deutscher Wissenschaftsakademien zufolge ließen sich 36 Prozent der Demenzerkrankungen durch die Beeinflussung von zwölf spezifischen Risikofaktoren verhindern. Eine Senkung der Neuerkrankungsrate um 15 Prozent könnte bis 2050 rund 170.000 Fälle in Deutschland vermeiden.
Die aktuellen Daten zu Lebensstilfaktoren zeigen klare Unterschiede:
- Kaffee: Zwei bis drei Tassen täglich senken das Risiko.
- Hochverarbeitete Lebensmittel: Sie steigern das Demenzrisiko um 58 Prozent.
- Semaglutid: Der Diabetes-Wirkstoff kann das Risiko bei Typ-2-Diabetikern um bis zu 53 Prozent senken (FLOW-Studie).
Diagnostik wird schneller und präziser
Ein Smartphone-basierter Test des DZNE, vorgestellt am 11. Juni, erkennt subtile kognitive Verschlechterungen präziser als herkömmliche Klinikuntersuchungen. Zudem ermöglicht ein in den USA zugelassener pTau217-Bluttest die Alzheimer-Erkennung bereits Jahre vor einem PET-Scan.
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Neue Medikamente in Sicht
Ab dem 1. Juli 2026 ist in Deutschland die Vergütung für den Wirkstoff Donanemab vorgesehen – obwohl der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) dem Mittel bisher keinen Zusatznutzen bescheinigt hat.
Die Entwicklungspipeline ist breit gefächert: Von 158 untersuchten Wirkstoffen liegt der Fokus zunehmend auf Neurotransmittern, dem Tau-Protein und Entzündungsprozessen. Der Anteil reiner Amyloid-Therapien ist auf 20 Prozent gesunken.
