Glucosamin, Freiverkäufliches

Glucosamin: Freiverkäufliches Supplement erhöht Alzheimer-Risiko um 25%

23.06.2026 - 15:18:28 | boerse-global.de

Forschungsergebnisse der University of Florida zeigen: Glucosamin könnte kognitiven Abbau fördern und die Sterblichkeit bei Alzheimer-Patienten steigern.

Glucosamin-Studie: Erhöhtes Demenz- und Sterberisiko entdeckt
Glucosamin - Eine Nahaufnahme der Hand einer älteren Person, die eine weiße Pille hält, mit einem unscharfen medizinischen Hintergrund. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der frei verkäufliche Wirkstoff gegen Gelenkschmerzen steht im Verdacht, kognitive Beeinträchtigungen zu beschleunigen und das Sterberisiko bei Demenzpatienten zu erhöhen.

Alarmierende Daten aus der Patientenakte

Die Forscher Ramon Sun und Matthew Gentry werteten elektronische Gesundheitsakten von UF Health aus dem Zeitraum 2012 bis 2024 aus. Rund 41.884 Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) und 24.481 mit Alzheimer-Demenz (ADRD) flossen in die Analyse ein.

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Das Ergebnis: Bei MCI-Patienten, die Glucosamin einnahmen, stieg die Wahrscheinlichkeit für ein Fortschreiten zur klinischen Alzheimer-Diagnose um 25 Prozent. Bei bereits bestehender Alzheimer-Demenz erhöhte sich das Sterberisiko innerhalb von fünf Jahren ebenfalls um 25 Prozent. Etwa acht Prozent der untersuchten Patienten nutzten das Supplement regelmäßig.

Die Studie wurde im Juni 2026 im Fachjournal Nature Metabolism veröffentlicht.

Mausversuche bestätigen den Trend

Um die Zusammenhänge genauer zu verstehen, führten die Forscher Experimente an Mäusen durch. Die Tiere erhielten eine auf den Menschen hochgerechnete Dosis von rund 2.500 Milligramm Glucosamin pro Tag. Bereits nach zwei Wochen zeigte sich eine deutliche Verschlechterung der Gedächtnisleistung und des sozialen Gedächtnisses.

Als möglichen Mechanismus identifizierten die Wissenschaftler eine überaktive Glykosylierung im Gehirn. Glucosamin fördert die Bildung von Zuckerstrukturen (N-Glykanen), die pathologische Prozesse bei Alzheimer verstärken könnten. Blockierten die Forscher diese Glykosylierung, verbesserten sich die kognitiven Funktionen wieder.

Die Autoren betonen jedoch: Die Ergebnisse liefern noch keinen endgültigen Beweis für eine Kausalität.

Fortschritte in der Früherkennung

Parallel zu den Risikofaktoren macht die Diagnostik große Sprünge. Im Frühjahr 2026 erhielt ein neuartiger Bluttest von Roche und Eli Lilly die CE-Kennzeichnung. Das Verfahren misst das phosphorylierte Tau-Protein 217 (pTau217) und erlaubt eine frühzeitige Identifizierung pathologischer Veränderungen.

Eine weitere Plattform von Sysmex, getestet in Zusammenarbeit mit dem Amsterdam UMC, analysiert das Verhältnis von p-Tau217 und Amyloid-Beta-Proteinen. Der Test liefert Ergebnisse in nur 17 Minuten bei einer Genauigkeit von über 90 Prozent. KI-gestützte Bluttests der Washington University erreichen sogar eine Präzision von über 92 Prozent.

Blutdruck als Risikofaktor

Neben Medikamenten rücken auch vaskuläre Faktoren in den Fokus. Eine Studie der Michigan Technological University, veröffentlicht im Juni 2026 im Journal of the American Heart Association, untersuchte den Zusammenhang zwischen Blutdruck und Alzheimer.

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Die Analyse von über 700.000 Personen zeigte: Niedriger Blutdruck (Hypotonie) erhöht das Alzheimer-Risiko um den Faktor 2,74. Bluthochdruck steigert es um den Faktor 1,57. Genetische Analysen deuten zudem auf gemeinsame Ursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurodegenerative Prozesse hin.

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