Glucosamin, Beliebtes

Glucosamin: Beliebtes Supplement erhöht Demenzrisiko um 25%

Veröffentlicht am: 30.06.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Forschungsergebnisse enttäuschen: Glucosamin erhöht Demenzrisiko, Omega-3 zeigt keinen Nutzen für die Gehirngesundheit.

Studien: Glucosamin und Omega-3 ohne Demenzschutz
Nahaufnahme einer älteren Hand, die eine klare Kapsel hält, mit unscharfem medizinischem oder Forschungs-Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Glucosamin könnte das Demenzrisiko sogar erhöhen – und Omega-3-Fettsäuren zeigen keinerlei Schutzwirkung.

Glucosamin: 25 Prozent höheres Risiko

Eine Studie der University of Florida in „Nature Metabolism“ macht Alarm. Forscher werteten Daten von rund 66.000 Probanden aus den Jahren 2012 bis 2024 aus. Das Ergebnis: Glucosamin-Einnahme korreliert mit einem um 25 Prozent erhöhten Risiko, von einer leichten kognitiven Beeinträchtigung in eine Alzheimer-Erkrankung überzugehen.

Noch gravierender: Bei bereits an Demenz erkrankten Patienten stieg die Sterblichkeit ebenfalls um 25 Prozent. Als mögliche Ursache diskutieren die Wissenschaftler eine sogenannte Hyperglykosylierung. In Mausmodellen verschlechterte Glucosamin die Gedächtnisleistung, während das Ausschalten bestimmter Enzyme sie verbesserte. Allerdings handelt es sich um eine Beobachtungsstudie – einen direkten Kausalnachweis liefert sie nicht.

Omega-3: Kein Nutzen fürs Gehirn

Auch Fischöl-Präparate enttäuschen. Eine Studie der Keck Medicine (USC) testete an 365 Personen zwischen 55 und 80 Jahren mit erhöhtem Alzheimer-Risiko die Wirkung von täglich 2.000 mg DHA über zwei Jahre.

Die Ergebnisse sind ernüchternd: Weder Gedächtnis- noch Denktests zeigten eine Verbesserung. Auch die Schrumpfung des Hippocampus ließ sich nicht verlangsamen. Zwar stieg die DHA-Konzentration im Liquor um 17 Prozent – ein klinischer Nutzen blieb jedoch aus. Studienleiter Dr. Hussein Naji Yassine betont: „Die Daten stützen die Verwendung solcher Nahrungsergänzungsmittel zur Alzheimer-Prävention nicht.“

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KI und Bluttests: Neue Wege der Früherkennung

Während Präparate enttäuschen, machen Diagnostik-Verfahren Fortschritte. KI-gestützte Netzhautanalysen erkennen ein Demenzrisiko bis zu 8,55 Jahre vor den ersten Symptomen. Bluttests auf den Biomarker pTau217 erreichen eine Genauigkeit von über 90 Prozent bei der Identifizierung einer Amyloid-Pathologie.

Der Markt für diese Technologien wächst rasant: Das globale Volumen für Netzhautanalysen in der Demenz-Früherkennung stieg von 2,65 Milliarden US-Dollar (2023) auf prognostizierte 9,4 Milliarden US-Dollar (2033). Der Bedarf ist enorm: In Deutschland haben schätzungsweise 60 Prozent der Demenzkranken keine fachärztliche Diagnose.

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Neue Antikörper und Diabetes-Medikamente

Seit Juni 2026 stehen in deutschen Kliniken die Antikörpertherapien Lecanemab und Donanemab zur Verfügung. Sie zielen auf die Reduktion von Amyloid-Plaques. Von den rund 1,2 Millionen Alzheimer-Patienten in Deutschland kommen etwa 120.000 für diese Behandlung infrage.

Interessant: Auch Diabetes-Medikamente zeigen präventive Effekte. SGLT2-Hemmer senken das Alzheimer-Risiko statistisch um 43 Prozent, GLP-1-Rezeptor-Agonisten um 33 Prozent.

Eine Studie des Robert Koch-Instituts („Gesundheit 65+“) unterstreicht zudem den Zusammenhang zwischen Stoffwechselerkrankungen und psychischem Wohlbefinden. Patienten mit Typ-2-Diabetes haben eine um 60 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für depressive Symptome – ein weiterer Faktor, der die Komplexität der Versorgung im Bereich der kognitiven Alterung zeigt.

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