Glucosamin: Beliebtes Gelenkpräparat erhöht Demenzrisiko um 25%
10.06.2026 - 12:51:56 | boerse-global.de
Ein neuer Forschungsschwerpunkt im Juni 2026 liefert überraschende Erkenntnisse: Ein weit verbreitetes Nahrungsergänzungsmittel steht im Verdacht, kognitive Einschränkungen zu beschleunigen. Gleichzeitig machen Bluttests und Apps Hoffnung auf eine frühere Diagnose.
Forscher warnen vor Glucosamin
Die University of Florida hat alarmierende Daten veröffentlicht. Ihre Studie, erschienen in Nature Metabolism, zeigt einen Zusammenhang zwischen Glucosamin und einem erhöhten Demenzrisiko. Das Mittel wird häufig gegen Gelenkbeschwerden eingenommen.
Anzeige: Wer Glucosamin gegen Gelenkbeschwerden einnimmt, sollte die neue Risikostudie kennen. Der kostenlose Ratgeber zeigt, welche Präparate unbedenklich sind und wie Sie kognitive Veränderungen früh erkennen. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Die Forscher analysierten Patientendaten von 2012 bis 2024. Besonders betroffen: Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI). Bei ihnen stieg die Wahrscheinlichkeit, an Vollbild-Demenz zu erkranken, um 25 Prozent.
Noch gravierender: Bereits an Alzheimer erkrankte Patienten hatten ein um 25 Prozent erhöhtes Sterberisiko innerhalb von fünf Jahren. In Tierversuchen fanden die Wissenschaftler um Ramon Sun heraus, dass Glucosamin einen überaktiven Stoffwechselweg verstärkt – und so den Gedächtnisverlust verschlechtert.
Die Daten sind vorläufig. Experten fordern nun klinische Studien, um einen kausalen Nachweis zu erbringen.
Bluttest erkennt kognitiven Abbau frühzeitig
Parallel zur Risikoforschung arbeiten Wissenschaftler an besseren Diagnoseverfahren. Die University of East Anglia (UEA) stellte einen Bluttest vor, der auf sechs spezifischen Darm-Metaboliten basiert. Die Ergebnisse erschienen in Gut Microbes.
In einer Studie mit 150 Probanden über 50 Jahren erreichte ein KI-gestütztes Modell eine Genauigkeit von 79 Prozent. Der Test könnte Veränderungen Jahre vor einer klinischen Diagnose erkennen.
Auch das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) präsentierte neue Ergebnisse. Smartphone-basierte Gedächtnistests mit der neotiv-App erfassten kognitive Veränderungen bei MCI-Patienten schneller als herkömmliche Verfahren. Eine Studie mit 202 Teilnehmern über sieben bis zwölf Monate zeigte eine hohe Übereinstimmung mit klinischen Langzeitverläufen.
Milliardendeal in der Pharmabranche
Die Pharmaindustrie reagiert auf den Forschungsdruck. Eli Lilly schloss einen Lizenzvertrag mit AlzeCure Pharma über einen Alzheimer-Wirkstoffkandidaten ab. Das Transaktionsvolumen: eine Milliarde US-Dollar.
An der ETH Zürich berichteten Forscher um Ursula Quitterer über „Compound 10“. Die Substanz verlangsamte in Mäuseversuchen das Fortschreiten von Alzheimer-Symptomen und zeigte zellschützende Effekte.
Ein weiterer Hoffnungsträger: Retro Biosciences testet die Longevity-Pille RTR242 in einer Phase-1-Studie in Australien. Das Ziel ist die Förderung der Autophagie zur Alzheimer-Prävention. Erste Daten werden für August 2026 erwartet.
Lebensstil als Risikofaktor
Anzeige: Verunsichert durch widersprüchliche Studien? Der Report liefert klare Handlungsempfehlungen: Bluttest und App-basierte Gedächtnistests erkennen kognitiven Abbau Jahre vor der Diagnose. Früherkennungs-Report jetzt sichern
Auch der tägliche Lebensstil rückt in den Fokus. Eine Analyse zeigt: Geringe Flüssigkeitsaufnahme korreliert bei Menschen zwischen 55 und 90 Jahren über zwei Jahre mit einem Anstieg schädlicher Ablagerungen im Gehirn.
Beim Alkoholkonsum zeichnet die Forschung ein differenziertes Bild. Während eine Studie in Nature Health vor den Krebsrisiken bereits geringer Mengen warnt, gibt es unsichere Hinweise auf ein niedrigeres Demenzrisiko bei sehr moderatem Konsum.
Eindeutiger sind die Daten zu Heißgetränken: Eine Kohortenstudie mit über 130.000 Teilnehmern über 43 Jahre assoziierte zwei bis drei Tassen koffeinhaltigen Kaffee sowie ein bis zwei Tassen Tee pro Tag mit einem verringerten Demenzrisiko. Entkoffeinierte Varianten zeigten diesen Effekt nicht.
