GLP-1-Tablette, Höchste

GLP-1-Tablette: Höchste Orforglipron-Dosis senkt Gewicht um 12,4 Prozent

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die EU-Arzneimittelbehörde empfiehlt Foundayo; die Entscheidung der Europäischen Kommission zur Zulassung steht noch aus.
Ein minimalistisches, helles Labor mit einer leeren Edelstahlarbeitsfläche und Laborgläsern im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur hat Mitte Oktober 2026 eine Zulassungsempfehlung für Foundayo ausgesprochen. Das von Eli Lilly entwickelte Präparat mit dem Wirkstoff Orforglipron ist ein oraler GLP-1-Rezeptoragonist in Form einer einmal täglich einzunehmenden Tablette. Es ist für die Gewichtskontrolle sowie für die Behandlung von Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes vorgesehen.

Die endgültige Genehmigung durch die Europäische Kommission steht derzeit noch aus. Eine Entscheidung fällt üblicherweise innerhalb von rund 67 Tagen und wird gegen Ende des Jahres 2026 erwartet. Die Marktzulassung wäre im Falle einer Erteilung in allen 27 EU-Mitgliedstaaten gültig.

Vorgesehene Indikationen und therapeutischer Einsatz

Die Empfehlung des CHMP umfasst zwei Anwendungsgebiete. Für die Gewichtskontrolle richtet sich das Medikament ergänzend zu einer Ernährungsumstellung und vermehrter körperlicher Aktivität an Erwachsene mit einem Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 30 kg/m².

Ebenfalls eingeschlossen sind Erwachsene mit einem BMI von 27 bis unter 30 kg/m², sofern mindestens eine gewichtsbezogene Begleiterkrankung vorliegt. Zu diesen Begleiterkrankungen zählen Prädiabetes, Typ-2-Diabetes, Hypertonie, Dyslipidämie, obstruktive Schlafapnoe sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Im Bereich Typ-2-Diabetes soll Orforglipron bei Erwachsenen mit unzureichend kontrollierter Erkrankung eingesetzt werden. Die Anwendung kann dabei entweder als Monotherapie erfolgen, wenn Metformin ungeeignet ist, oder als Kombinationstherapie mit weiteren Wirkstoffen.

Wirkprofil und Ergebnisse der klinischen Studien

Nach Wegovy von Novo Nordisk stellt Orforglipron die zweite GLP-1-Tablette im europäischen Raum dar. Die Einnahme erfolgt einmal täglich, jederzeit mit oder ohne Mahlzeiten und ohne Vorgaben zu Flüssigkeitsrestriktionen. Eli Lilly hat das Präparat in sechs Dosierungsstärken von 0,8, 2,5, 5,5, 9, 14,5 und 17,2 mg konzipiert, die einschleichend verabreicht werden.

Die Halbwertszeit liegt bei rund 30 Stunden. Auf einem Fachkongress der Italienischen Gesellschaft für Adipositas Mitte Oktober 2026 verwiesen Mediziner darauf, dass es sich um das erste orale, nicht-peptidische Molekül dieser Klasse handele, das wirksam, sicher und einfacher anzuwenden sei.

Die Empfehlung stützt sich auf ein Studienprogramm mit insgesamt rund 10.000 Teilnehmenden. Zwei Gewichtsstudien von Eli Lilly mit 4.740 erwachsenen Probanden zeigten nach 72 Wochen je nach Dosierung einen Gewichtsverlust von 5 bis 11 Prozent im Vergleich zu 2 bis 2,5 Prozent in den Placebogruppen.

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Bei der höchsten Dosis betrug die Gewichtsreduktion 12,4 Prozent gegenüber 0,9 Prozent unter Placebo. Zum Vergleich erzielte Wegovy in Studien eine Gewichtsreduktion von 13,6 bis 16,6 Prozent.

In vier Diabetes-Studien mit 3.765 Erwachsenen senkte das Mittel den HbA1c-Wert je nach Dosis um etwa 1,2 bis 1,9 Prozentpunkte gegenüber 0,4 bis 0,8 Prozentpunkten bei Placebo. In einer Diabetes-Studie erreichte die höchste Dosis 7,6 Prozent Gewichtsverlust innerhalb von 40 Wochen.

Als häufigste Nebenwirkungen traten Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf, die bei einer Dosissteigerung häufiger waren und danach abnahmen. In zwei Phase-III-Studien mit über 3.000 Probanden verzeichnete der Hersteller bei bis zu 25 Prozent der Teilnehmenden Nebenwirkungen, darunter auch Verstopfung und Bauchschmerzen.

Markteinführung und Kostenstruktur in Europa

Die Festlegung von Erstattung und Abgabepreisen obliegt den einzelnen EU-Mitgliedstaaten. In den USA liegen die monatlichen Kosten für Orforglipron seit April 2026 bei 149 US-Dollar für 2,5 mg, 199 US-Dollar für 5,5 mg und reichen bei höheren Dosierungen bis zu 299 US-Dollar.

Für den europäischen Markt werden monatliche Kosten zwischen 150 und 300 Euro erwartet. Eine Markteinführung in Europa wird für die kommenden Monate in Aussicht gestellt, während für einzelne Länder wie Österreich eine Markteinführung im Jahr 2027, vorzugsweise im zweiten Halbjahr, als realistisch eingestuft wird.

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