GLP-1-Resistenz, Zehnte

GLP-1-Resistenz: Jeder Zehnte spricht nicht auf Abnehmpräparate an

09.06.2026 - 20:10:59 | boerse-global.de

Forscher der ETH Zürich belegen epigenetisches Gedächtnis von Fettzellen. Neue Studien zu GLP-1-Resistenz und vielversprechende Wirkstoffe in der Adipositas-Therapie.

Fettzellgedächtnis: Warum der Jo-Jo-Effekt nach Diäten droht
GLP-1-Resistenz - Mikroskopische Ansicht von menschlichen Fettzellen mit subtil leuchtenden epigenetischen Markern, umgeben von DNA-Strängen. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Forscher der ETH Zürich haben im Fachmagazin Nature nachgewiesen, dass Fettzellen ein epigenetisches Gedächtnis für Übergewicht besitzen. Selbst nach erfolgreicher Gewichtsreduktion bleiben spezifische Markierungen im Zellkern bestehen.

Da Fettzellen bis zu zehn Jahre leben, begünstigt dieser Mechanismus den Jo-Jo-Effekt auf zellulärer Ebene. Die Zellen sind quasi darauf programmiert, wieder Fett einzulagern.

Warum Spritzen nicht bei allen wirken

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Ein Team der Stanford University liefert in Genome Medicine eine Erklärung für die unterschiedliche Wirksamkeit von Abnehmpräparaten. Die Forscher identifizierten genetische Varianten des Enzyms PAM, die die Wirkung von GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Semaglutid abschwächen können.

Etwa jeder zehnte Mensch trägt diese Varianten. In einer Studie mit über 1.100 Probanden erreichten nach sechs Monaten nur 12 Prozent der Betroffenen ihre Blutzuckerziele. In der Kontrollgruppe ohne die Variante waren es 25 Prozent. Fachleute sprechen von einer möglichen GLP-1-Resistenz.

Neue Wirkstoffe in Sicht

Die medikamentöse Adipositas-Therapie bekommt Zuwachs. Ergebnisse einer Phase-3-Studie zu Retatrutid zeigen: Über 80 Wochen ermöglichte der Wirkstoff eine Gewichtsreduktion von durchschnittlich 28,3 Prozent. Survodutide reduzierte das viszerale Fett um 34 Prozent und das Leberfett um 60 Prozent.

Auch für Patientinnen mit hormonellen Störungen gibt es Neuigkeiten. Das bisher als PCOS bekannte Krankheitsbild wurde im Mai 2026 in polyendokrines metabolisches Ovarsyndrom (PMOS) umdefiniert. In Deutschland betrifft das schätzungsweise eine Million Frauen.

Bereits im Juli 2025 beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA): Liposuktionen können ab 2026 unter bestimmten Voraussetzungen Kassenleistung werden.

Ketogene Diät gegen psychische Erkrankungen?

Eine Pilotstudie der Stanford University deutet auf überraschende Effekte hin. Eine ketogene Diät mit einem Fett-zu-Protein/Kohlenhydrat-Verhältnis von 4:1 könnte bei psychischen Erkrankungen helfen.

Bei Schizophrenie-Patienten verbesserten sich die Symptome um 32 Prozent, bei bipolarer Störung zeigten 69 Prozent der Teilnehmer signifikante Fortschritte. Unter den konsequenten Diät-Einhaltern lag die Quote der signifikanten Verbesserungen sogar bei 91 Prozent.

Die Stiftung Warentest bewertete in ihrer Ausgabe 01/2026 verschiedene Diätshakes. Testsieger: ein Vanille-Drink von Optifast mit der Note 2,4 („gut“) – vor allem wegen der sensorischen Qualität.

Bitterstoffe wirken

Forschende des Leibniz-Instituts an der TU München entschlüsselten im März 2026 grundlegende Wirkmechanismen von Pflanzenstoffen. Ihre Studie in Molecular Nutrition & Food Research zeigt: Polyphenole aus Meisterwurz, Wacholder und Salbei stimulieren drei verschiedene Bitterrezeptor-Typen und steigern so die Magensäureproduktion. Die traditionelle Verwendung von Bitterstoffen zur Verdauungsförderung ist damit wissenschaftlich untermauert.

Bewegung verlängert das Leben

Eine Auswertung von 94 Studien durch Cambridge-Forscher unterstreicht die Bedeutung moderater Aktivität. Bereits 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche – etwa 21 Minuten täglich – senken das Risiko für einen frühzeitigen Tod um 31 Prozent.

Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sank um 29 Prozent, das für krebsbedingte Todesfälle um 15 Prozent.

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Zukunftsthema Longevity

Das US-Unternehmen Retro Biosciences testet derzeit in Australien ein Präparat namens RTR242 in Phase-1-Studien. Es soll die zelluläre Autophagie fördern – das interne Recyclingsystem der Zellen. Erste Ergebnisse werden für August 2026 erwartet.

Experten betonen jedoch: Lebensstilfaktoren wie Schlaf, Bewegung und gezielte Fastenperioden bleiben die derzeit wirksamsten Interventionen für die metabolische Gesundheit.

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