GLP-1-Präparate, Schrittzahl

GLP-1-Präparate: Schrittzahl sinkt um 560 Schritte täglich

21.06.2026 - 08:49:26 | boerse-global.de

Studie zeigt: Ozempic und Wegovy senken die tägliche Schrittzahl. Gleichzeitig wachsen Chancen durch neue Verfahren und Kassenleistungen.

GLP-1-Präparate: Weniger Bewegung und neue Risiken für Patienten
GLP-1-Präparate - Eine medizinische Injektionsspritze im Vordergrund, unscharf, mit einem Finanzdiagramm im Hintergrund, das steigende Kosten oder Wirksamkeit andeutet. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

GLP-1-Präparate wie Ozempic und Wegovy verändern nicht nur das Gewicht – sie beeinflussen auch das Bewegungsverhalten der Patienten. Eine aktuelle Studie zeigt: Die tägliche Schrittzahl sinkt messbar.

Teure Therapie ohne Garantie

Wer keine Diabetes-Diagnose hat, zahlt für die Abnehmspritzen tief in die Tasche. Die monatlichen Kosten liegen zwischen 100 und 500 Euro. Doch das Geld allein reicht nicht. Experten des Universitätsklinikums Leipzig betonen: Die medikamentöse Behandlung muss mit Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie kombiniert werden.

Ein Problem dabei: Unter der Medikation schrumpft nicht nur das Fettgewebe, sondern oft auch die Muskelmasse. Trotzdem belegen Einzelfälle die Wirksamkeit. Eine Patientin verlor innerhalb von zwei Jahren 25 Kilogramm.

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Weniger Schritte, weniger Sport

Das HSHS Saint John's Hospital in Illinois veröffentlichte im Juni 2026 eine Studie mit 753 Teilnehmern. Das Ergebnis: Nach Beginn der GLP-1-Therapie sank die durchschnittliche Schrittzahl von 5047 auf 4487 Schritte pro Tag.

Besonders betroffen: Männliche Probanden. Bei ihnen ging die tägliche Schrittzahl um fast 1000 zurück. Auch die Zeit für intensive Bewegung fiel von 27,9 auf 22,2 Minuten täglich. Die Ursachen für diese Trägheit sind noch unklar. Klar ist aber: Die erhoffte Synergie zwischen Medikament und Bewegung bleibt oft aus.

Weniger Aggression unter Medikation?

Forscher der Rutgers University untersuchten zudem die psychologischen Effekte der Präparate. Ihre Datenerhebung von Juni bis Juli 2025 umfasste über 7500 Personen. Ergebnis: Bei aktuellen Nutzern von Ozempic oder Wegovy war der Zusammenhang zwischen Impulsivität und Gewalt um 62 Prozent schwächer ausgeprägt als bei ehemaligen Nutzern.

Auch die Korrelation zwischen Alkoholkonsum und Gewalt sank um 52 Prozent. Die Wissenschaftler warnen jedoch: Das sind Korrelationen, keine Belege für eine verhaltensmodifizierende Wirkung.

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Neue Verfahren und Kassenleistungen

Neben den Spritzen etablieren sich alternative Methoden. Am Klinikum Mutterhaus in Trier kam im Juni 2026 erstmals in der EU das RESET-Verfahren zum Einsatz. Dabei platziert ein Arzt einen minimalinvasiven Kunststoffschlauch im Dünndarm, der maximal neun Monate bleibt. Daten von 1300 Patienten zeigen einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 19 Prozent und bessere Blutzuckerwerte.

Für Patienten mit Lipödem im Stadium III gibt es gute Nachrichten: Seit Oktober 2025 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen die Liposuktion – vorausgesetzt, konservative Therapien sind ausgeschöpft.

Forschung und Milliardenrisiko

Die Pharmaindustrie arbeitet an neuen Darreichungsformen. Mounjaro erzielt in Studien den höchsten Gewichtsverlust, Wegovy wird bereits als orale Pille beworben. Fachleute der Universität Glasgow sehen darin eine wichtige Alternative für Patienten mit Spritzenangst.

Forscher der Universität Zürich verfolgen einen anderen Ansatz: BET-Protein-Inhibitoren sollen entzündetes Fettgewebe umprogrammieren und so Herzinfarkte sowie Schlaganfälle verhindern.

Doch die Branche steht vor Problemen. Deutsche Bank Research stufte die Aktie des Marktführers Novo Nordisk im Juni 2026 auf „Hold" herab. Grund: moderate Erwartungen an klinische Studien und eine drohende Patentklippe ab 2031, die zu Milliardenverlusten führen könnte.

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