GLP-1-Medikamente, UKS

GLP-1-Medikamente: UKS untersucht mit 120.000 Euro mögliche Zahnprobleme

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine zweijährige UKS-Studie untersucht mögliche Ursachen oraler Beschwerden bei GLP-1-Behandelten und Wege zum Schutz der Mundgesundheit.

UKS erhält 120.000 Euro für Forschung zu GLP-1 und Zahngesundheit
Ein steriler, minimalistischer medizinischer Untersuchungsraum mit einer leeren Edelstahlschale auf einem weißen Tisch. Illustration mit AI erstellt.

Die zunehmende Verbreitung von GLP-1-Rezeptor-Agonisten zur Behandlung von Diabetes und Adipositas rückt mögliche Begleiterscheinungen verstärkt in den Fokus der medizinischen Forschung.

Wie aus einem Bericht von jetztmagazin.de vom 13. Oktober 2026 hervorgeht, untersucht das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg nun gezielt orale Beschwerden im Zusammenhang mit dieser Wirkstoffklasse. Für das Forschungsprojekt erhält die Homburger Uniklinik eine Fördersumme von 120.000 Euro von der schwedischen Eklund Foundation.

Zweijährige Beobachtung von Patienten und Ursachenforschung

Das Forschungsvorhaben am UKS ist auf eine Dauer von zwei Jahren angelegt, in denen Patientinnen und Patienten wissenschaftlich begleitet werden. Die Oberärztin PD Dr. Madline Gund vermutet hinter den auftretenden Zahnproblemen ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Dazu zählen Dehydrierung, eine verminderte Zufuhr durch Appetitunterdrückung, Nährstoffmängel insbesondere bei Kalzium und Vitamin D sowie der Einfluss von Magensäure.

Magen-Darm-Beschwerden sind unter der Behandlung mit GLP-1-Präparaten weit verbreitet: Aus Angaben der Produktinformation der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) geht hervor, dass Übelkeit und Durchfall bei mehr als einem von zehn Behandelten auftreten. Diese Symptome können den Rückfluss von Magensäure sowie ein verändertes Ess- und Trinkverhalten begünstigen, was sich wiederum auf die Mundgesundheit auswirken kann.

Erkenntnisse aus Krankenakten und Bedeutung für den Markt

Erste Hinweise auf das Spektrum oraler Veränderungen lieferte bereits eine Auswertung des Datenanalyse-Unternehmens nference. Ein Preprint-Bericht auf Basis der Krankenakten von gut 184.000 Erwachsenen, der noch kein Peer-Review-Verfahren durchlaufen hat, zeigte zwar kein erhöhtes Risiko für völlig neu auftretende Mund- und Zahnerkrankungen.

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Allerdings wurden häufigere Beläge und Zahnstein dokumentiert. Mundtrockenheit stellte sich mit einem Anteil von gut 5 Prozent als der am häufigsten neu erfasste Befund heraus.

Die Relevanz solcher Untersuchungen wächst vor dem Hintergrund des weltweiten Booms dieser Medikamentenklasse. Das Finanzinstitut J.P. Morgan geht davon aus, dass bis 2030 in den USA 25 bis 30 Millionen Menschen eine GLP-1-Therapie nutzen werden.

Auch im deutschen Markt nimmt die Verfügbarkeit zu: Das Präparat Wegovy ist seit dem 1. September in Deutschland als Tablette erhältlich, wobei die monatlichen Kosten für Selbstzahler bei rund 170 bis 230 Euro liegen.

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Internationale Forschungsförderung der Eklund Foundation

Das Projekt an der Homburger Uniklinik ist Teil eines größeren Förderprogramms. Die schwedische Eklund Foundation vergibt im Jahr 2026 insgesamt rund 242.000 Euro an drei ausgewählte Forschungsvorhaben. Mit der Zuwendung von 120.000 Euro an das UKS soll fundiert geklärt werden, wie die Mundgesundheit von Patienten unter GLP-1-Rezeptor-Agonisten langfristig geschützt und zahnmedizinisch begleitet werden kann.

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de | wissenschaft | 70321993 |