GLP-1-Medikamente, Therapieabbruch

GLP-1-Medikamente: Therapieabbruch erhöht Herzinfarkt-Risiko um 22%

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine US-Studie zeigt: Nach Pausen oder Absetzen von GLP-1-Medikamenten bleibt das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse erhöht.

GLP-1-Therapie: Absetzen erhöht Herz-Kreislauf-Risiken deutlich
Ein minimalistisches, leeres Behandlungszimmer mit einer Untersuchungsliege und einem Metallwagen in einem klinischen Umfeld. Illustration mit AI erstellt.

Die therapeutische Nutzung von GLP-1-Rezeptoragonisten hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. In den USA greift inzwischen schätzungsweise rund ein Achtel der erwachsenen Bevölkerung auf diese Wirkstoffklasse zurück. Präparate wie Ozempic, Wegovy, Mounjaro und Zepbound kommen dabei zur Blutzuckerkontrolle und Gewichtsreduktion zum Einsatz.

Eine wissenschaftliche Untersuchung der Washington University School of Medicine in St. Louis, die im März 2026 in der Fachzeitschrift BMJ Medicine publiziert wurde, liefert nun detaillierte Einblicke in die kardiovaskulären Folgen bei einer Beendigung oder Unterbrechung dieser Medikation.

Hohe Risiken nach Therapieabbruch

Die Untersuchung stützt sich auf Gesundheitsdaten von insgesamt 333.687 US-Veteranen mit Typ-2-Diabetes, deren Verlauf über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren beobachtet wurde. Innerhalb der Kohorte erhielten 132.551 Personen GLP-1-Präparate mit den Wirkstoffen Semaglutid oder Tirzepatid, während 201.136 Teilnehmende mit Sulfonylharnstoffen behandelt wurden.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Absetzen der GLP-1-Wirkstoffe mit erheblichen Gefahren für das Herz-Kreislauf-System einhergeht. Patientinnen und Patienten, die das Medikament über einen Zeitraum von zwei Jahren absetzten, verzeichneten ein um bis zu 22 Prozent höheres Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Todesfälle im direkten Vergleich zu Personen mit durchgehender Einnahme. Blieben Betroffene ein Jahr lang ohne das Präparat und ohne einen Neustart der Behandlung, lag das Risiko um 14 Prozent höher.

Demgegenüber bot eine kontinuierliche Verabreichung über drei Jahre einen deutlichen Schutz: Das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse sank im Vergleich zur Behandlung mit Sulfonylharnstoffen um 18 Prozent, was rechnerisch rund vier Ereignissen weniger pro 100 Personen entspricht.

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Dauerhafte Einbußen trotz Wiederaufnahme

Trotz des belegten Nutzens ist die Abbruchquote in der Praxis hoch. Den Daten zufolge setzten 26 Prozent der GLP-1-Anwender die Therapie vollständig ab, während rund 23 Prozent die Behandlung für mindestens sechs Monate pausierten. Als Hauptgründe für den vorzeitigen Abbruch identifizierte die Analyse anfallende Kosten, auftretende Nebenwirkungen sowie wiederkehrende Lieferengpässe.

Eine spätere Wiederaufnahme der Medikation kann die entstandenen Nachteile offenbar nicht vollständig ausgleichen. Lag eine Unterbrechung von mindestens sechs Monaten vor, stieg das kardiovaskuläre Risiko im Vergleich zu einer Einnahme ohne Unterbrechung dennoch um 4 bis 8 Prozent an. Sowohl Unterbrechungen als auch anschließende Wiederaufnahmen schwächen die kardiovaskuläre Schutzwirkung spürbar ab.

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Ziyad Al-Aly, Seniorautor der Untersuchung an der Washington University School of Medicine und dem VA Saint Louis Health Care System, erklärte hierzu, dass eine Wiederaufnahme nur einen Teil der vorherigen Schutzwirkung wiederherstelle.

Das Absetzen hinterlasse demnach eine dauerhafte Narbe im Organismus. Al-Aly beschrieb diese Dynamik als metabolischen Peitscheneffekt, der sich als schädlich für die kardiovaskuläre Gesundheit der Betroffenen erweise.

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