GLP-1-Medikamente: Geruchs- und Geschmackssinn um 48% gefährdet
26.06.2026 - 16:09:39 | boerse-global.de
Das Risiko steigt um 48 Prozent.
Forscher der Hebräischen Universität werteten Daten von über 870.000 Typ-2-Diabetes-Patienten aus. Der Zeitraum: 2017 bis 2026. Das Ergebnis: Bei GLP-1-Nutzern lag die Häufigkeit sensorischer Störungen bei 0,37 Prozent, in der Vergleichsgruppe bei 0,22 Prozent.
Die Studie erschien am 25. Juni im Fachjournal JAMA Otolaryngology. Fachleute betonen: Das absolute Risiko bleibt gering – etwa zwei von 1.000 Patienten sind betroffen. Dennoch empfehlen sie eine verstärkte Überwachung auf diese Symptome.
Chirurgische Risiken im Fokus
Die Medikamente verlangsamen die Magenentleerung. Das wird bei Operationen zum Problem. Prof. Dr. Thomas Kälicke warnt vor Komplikationen während der Narkose. In Kliniken fragen Ärzte daher zunehmend routinemäßig nach der Einnahme von GLP-1-Präparaten.
Auch die Ernährung spielt eine Schlüsselrolle. Ernährungsberater empfehlen 20 bis 30 Gramm Protein pro Mahlzeit. Das verhindert Muskelabbau. Ballaststoffe und ausreichend Flüssigkeit beugen Verstopfungen vor. Calcium unterstützt die Knochengesundheit. Berichte über Vitamin-C-Mangel durch Appetitreduktion zeigen: Eine engmaschige Ernährungsberatung ist notwendig.
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Überraschende Chancen bei Alzheimer
Trotz der Nebenwirkungen zeigen sich neue therapeutische Möglichkeiten. Eine NIH-Studie vom Juni untersuchte den Einfluss von Diabetes-Medikamenten auf das Alzheimer-Risiko. SGLT2-Inhibitoren senkten das Risiko um 43 Prozent. GLP-1-Präparate erreichten immerhin 33 Prozent.
Die Pharmaindustrie arbeitet bereits an der nächsten Generation. Wirkstoffe wie Retatrutide oder orale Varianten wie Orforglipron werden in fortgeschrittenen klinischen Studien geprüft. Sie versprechen Gewichtsreduktionen von bis zu 20 Prozent.
Anwendungsfehler und Fälschungen
Die neue Studie zeigt: GLP-1-Präparate erhöhen das Risiko für Geruchsstörungen um 48%. Besonders Senioren sollten auf eine ausreichende Proteinzufuhr achten – 20 bis 30 Gramm pro Mahlzeit beugen Muskelabbau vor. Ernährungsplan jetzt kostenlos sichern
Das Institute for Safe Medication Practices (ISMP) warnt vor häufigen Fehlern. Dazu zählen Verwechslungen zwischen Milligramm-Angaben und Einheiten sowie Fehlbedienungen bei Mehrdosis-Pens. Auch Fälschungen nehmen zu, so der Bericht vom 25. Juni.
Ab dem 1. Juli ändert sich der Marktzugang für Medicare-Empfänger in den USA. Ein spezielles Programm ermöglicht die Therapie für 50 US-Dollar monatlich. Experten warnen jedoch auf Kongressen wie zuletzt in Düsseldorf vor Eigentherapie ohne ärztliche Aufsicht. Die Medikamente gehören in Verbindung mit einer dauerhaften Lebensstiländerung eingesetzt.
