GLP-1-Medikamente, Krebsrisiko

GLP-1-Medikamente: 41% weniger Krebsrisiko bei Übergewicht

18.06.2026 - 21:14:56 | boerse-global.de

Neue Forschung belegt: GLP-1-Medikamente reduzieren Krebsrisiko bei Übergewicht. Auch Ernährung vor Chemotherapie lindert Nebenwirkungen.

Lebensstil-Studien: GLP-1 senkt Krebsrisiko, Essen hilft bei Chemo
GLP-1-Medikamente - Eine Gruppe von Menschen unterschiedlichen Alters, die in einem sonnigen Park Spaziergänge und leichte Übungen machen. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Drei aktuelle Studien liefern dafür handfeste Belege.

GLP-1-Medikamente senken Krebsrisiko deutlich

Eine Kohortenstudie der University of Pennsylvania untersuchte über 111.000 Frauen mit einem BMI von mindestens 25. Das Ergebnis: Nutzerinnen von GLP-1-Rezeptor-Agonisten hatten ein um 30 Prozent geringeres Risiko für bestimmte Brustkrebsarten (HR+/HER2-). Der Effekt blieb auch nach Bereinigung um den reinen Gewichtsverlust bestehen. Die Studie wurde im Juni auf dem ASCO-Jahreskongress vorgestellt.

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Parallel dazu veröffentlichte Cancer Research UK Ergebnisse mit über 229.000 übergewichtigen Personen ohne Diabetes. Studienleiterin Dr. Aparna Kamat zeigte: GLP-1-Medikamente senkten das Risiko für 13 adipositas-assoziierte Krebsarten um 41 Prozent – verglichen mit reiner Ernährungs- und Bewegungsberatung. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Gebärmutterkrebs aus: minus 58 Prozent.

Prädiabetes-Rückgang schützt vor Krebs

Forscher des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) veröffentlichten einen Kommentar in Nature Reviews Endocrinology (2026). Sie analysierten südkoreanische Bevölkerungsstudien mit über sechs Millionen Teilnehmern. Demnach senkt die Remission eines Prädiabetes – also die Normalisierung der Blutzuckerwerte – das Risiko für Bauchspeicheldrüsen- und Gallenblasenkrebs signifikant.

Essen vor Chemotherapie lindert Nebenwirkungen

Die SUCCESS-C-Studie liefert überraschende Erkenntnisse zur Ernährung während der Behandlung. Eine Subanalyse mit 1.582 Brustkrebspatientinnen im Frühstadium wurde auf dem DGS-Kongress 2026 präsentiert.

Die Daten zeigen: Wer vor der Chemotherapie etwas isst, hat ein besseres erbrechenfreies Überleben. Bei FEC- und TC-Chemotherapie verbesserte sich zudem das übelkeitsfreie Überleben. Die Autoren sehen darin einen Hinweis, dass Essverhalten direkt zur Linderung von chemotherapieinduzierter Übelkeit und Erbrechen beitragen kann.

Bewegung als Therapie: 45 Minuten, dreimal pro Woche

Klaus Peter W. Schaps betont: Bereits dreimal wöchentlich 45 Minuten Bewegung senken das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen um bis zu 40 Prozent. Die Onkologische Trainings- und Bewegungstherapie (OTT) gewinnt an Bedeutung. Das CIO der Uniklinik Köln bietet spezialisierte Programme für Kraft und Ausdauer während und nach der Therapie. Krankenkassen übernehmen die Kosten im Rahmen spezifischer Versorgungsverträge.

Auch regionale Kliniken ziehen mit. Die Sana Kliniken Lübeck informieren im Juni über Programme wie „Sport mit Krebs“ und die Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“ im September. Ziel: Die körperliche Leistungsfähigkeit durch fachliche Anleitung von Onkologen und Sporttherapeuten stärken.

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Patienten machen mit: Von der Forschung bis zur Regatta

Das Projekt KOMPART der BIH Charité treibt die Einbindung von Betroffenen voran. Online-Weiterbildungen befähigen Patienten, aktiv an Studienkonzepten und Forschungsanträgen mitzuwirken.

Plattformen wie die Messe Yes!Con in Berlin oder Patiententage an onkologischen Zentren in Wiesbaden schaffen direkten Austausch. Sie machen robotische Operationsverfahren und neue medikamentöse Ansätze einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Ergänzende Angebote wie das Kreativprojekt „farbRaum“ am UniversitätsKrebszentrum Göttingen zeigen: Der Bedarf an ganzheitlichen Begleitangeboten während der Erkrankung wächst stetig.

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