GlobalFoundries, SCALE-Plattform

GlobalFoundries: SCALE-Plattform ersetzt Kupfer durch Optik

31.05.2026 - 08:18:32 | boerse-global.de

GlobalFoundries treibt den Wandel zu optischer Datenübertragung voran und peilt bis 2028 eine Milliarde Euro Umsatz mit Photonik-Komponenten an.

GlobalFoundries: SCALE-Plattform ersetzt Kupfer durch Optik - Bild: über boerse-global.de
GlobalFoundries: SCALE-Plattform ersetzt Kupfer durch Optik - Bild: über boerse-global.de

Grund sind die wachsenden Hitze- und Bandbreitenprobleme in KI-Rechenzentren. Finanzchef Sam Franklin skizzierte auf einer Investorenkonferenz am 29. Mai eine Strategie, die Silizium-Photonik ins Zentrum des künftigen Wachstums rückt.

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Bis Ende 2028 peilt das Unternehmen einen Jahresumsatz von einer Milliarde Euro mit photonischen Komponenten an – langfristig sogar zwei Milliarden. Möglich machen soll das die im Mai gestartete SCALE-Plattform, die Kupferverbindungen durch optische Schnittstellen direkt auf dem Chip ersetzt.

Margenziele und Milliarden-Investitionen

Franklin legte einen klaren Fahrplan für die Verbesserung der Gewinnmargen vor. Für 2026 strebt GlobalFoundries eine Bruttomarge von 30 Prozent an, bis 2028 soll sie auf 40 Prozent klettern, langfristig auf 45 Prozent. Um diese Ziele zu erreichen, investiert der Konzern 2026 zwischen 1,3 und 1,4 Milliarden Euro – rund 15 bis 20 Prozent des Umsatzes.

Den Photonik-Schub unterstützt ein 375 Millionen Euro schwerer Zuschuss aus dem US-Chipgesetz CHIPS Act, der speziell für Quanten- und Photonik-Fertigung vorgesehen ist. Bereits im ersten Quartal 2026 gelangen zwei erfolgreiche Testläufe für optische Chip-Verbindungen. Ein erster Schritt zur Kommerzialisierung der Technologie.

Die Ankündigungen kommen nach einer turbulenten Börsenwoche: Am 27. Mai war die Aktie um rund zehn Prozent eingebrochen, nachdem der Großaktionär Mubadala Anteile verkauft hatte. Die technischen Neuheiten ließen den Kurs jedoch wieder steigen.

Das Ende des Kupfer-Engpasses

Die SCALE-Plattform – kurz für „Silicon Photonics Co-packaged Advanced Light Engine" – soll das zentrale Problem der KI-Infrastruktur lösen: Herkömmliche Kupferkabel erzeugen in riesigen Rechenzentren enorme Hitze und stoßen bei der Kommunikation zwischen Hochleistungs-Grafikchips schnell an ihre Grenzen.

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SCALE nutzt ein Verfahren namens dichte Wellenlängenmultiplex-Technik (DWDM), bei dem Daten über mehrere Lichtwellen gleichzeitig übertragen werden. Indem die optischen Sender und Empfänger direkt neben den Rechenchips sitzen, sinken Stromverbrauch und Wärmeentwicklung – bei gleichzeitig höherem Datendurchsatz. GlobalFoundries betont, dass SCALE die erste industrielle Lösung ist, die den neuen Industriestandard für optische Chip-Verbindungen erfüllt.

Um die Lieferkette für diese Spezialkomponenten zu sichern, übernahm das Unternehmen bereits im November 2025 die singapurische Advanced Micro Foundry. Analysten rechnen damit, dass sich die Photonik-Erlöse 2026 verdoppeln – gestützt auf über 500 gewonnene Kundenprojekte aus dem Jahr 2025.

Branche setzt massiv auf Licht

GlobalFoundries ist kein Einzelfall. Der gesamte Markt bewegt sich in Richtung optischer Verbindungen. Nvidia hat seit März 2026 mindestens 6,5 Milliarden Euro in Photonik-Unternehmen investiert, um Engpässe in der eigenen KI-Hardware zu lösen. Davon flossen jeweils zwei Milliarden an die Spezialisten Coherent, Lumentum und Marvell, weitere 3,2 Milliarden an Corning für den Ausbau der optischen Fertigung.

Auch kleinere Player drängen auf den Markt. Das französische Start-up Scintil Photonics sammelte im September 2025 in einer Finanzierungsrunde 58 Millionen Euro ein – mit Beteiligung von Nvidia. Das Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, um Laser direkt auf Silizium-Wafer zu integrieren. Das Ergebnis: ein kompakter Ein-Chip-Laser für KI-Verbindungen.

Tech-Giganten wie AMD, Alphabet und Microsoft stocken ebenfalls ihre Investitionen in den Sektor auf. Branchenexperten erwarten, dass optische Verbindungen ab 2028 zum Standard in KI-Rechenzentren werden.

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