Kinder, Deutschland

Unicef: Erstmals mehr Kinder fettleibig als untergewichtig

10.09.2025 - 02:01:39 | dpa.de

Globale Trendwende: Laut Unicef gibt es erstmals mehr fettleibige als untergewichtige Kinder und Jugendliche auf der Welt. Die Folgen sind vielfältig.

Fast jeder Zehnte im Alter von 5 bis 19 Jahren ist nach Unicef-Zahlen adipös (Archivbild).  - Foto: Markus Scholz/dpa
Fast jeder Zehnte im Alter von 5 bis 19 Jahren ist nach Unicef-Zahlen adipös (Archivbild). - Foto: Markus Scholz/dpa

Starkes Übergewicht löst nach Unicef-Angaben erstmals Untergewicht als die häufigste Form der Fehlernährung bei Kindern und Jugendlichen ab. Dem Unicef-Ernährungsbericht zufolge ging Untergewicht bei Kindern im Alter von 5 bis 19 Jahren seit 2000 von rund 13 Prozent auf 9,2 Prozent zurück, während Fettleibigkeit von 3 Prozent auf 9,4 Prozent stieg. 

Damit trete Fettleibigkeit erstmals in den meisten Regionen der Welt häufiger auf als Untergewicht - mit Ausnahme von Subsahara-Afrika und Südasien. Wie Unicef Deutschland in Köln mitteilte, stützt sich der Unicef-Ernährungsbericht auf Daten aus über 190 Ländern und umfasst Haushaltsbefragungen, modellierte Schätzungen, Prognosen und Umfragen.

In vielen Ländern mit hohem Einkommen sei der Anteil adipöser Kinder und Jugendlicher sehr hoch, beispielsweise 27 Prozent der 5- bis 19-Jährigen in Chile, 21 Prozent in den USA und ebenfalls 21 Prozent in den Vereinigten Arabischen Emiraten. 

Zahlen auch für Deutschland

In Deutschland sind die Zahlen laut Unicef relativ konstant. Jedes vierte deutsche Kind im Alter von 5 bis 19 Jahren ist demnach übergewichtig, mit leicht steigender Tendenz: von 24 Prozent im Jahr 2000 auf 25 Prozent im Jahr 2022. Der Anteil adipöser Kinder in dieser Altersgruppe ist bei acht Prozent konstant.

«Wenn wir über Mangelernährung sprechen, geht es nicht mehr nur um untergewichtige Kinder», fasst Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell die Ergebnisse zusammen. «Fettleibigkeit ist ein wachsendes Problem, das sich auf die Gesundheit und Entwicklung von Kindern auswirken kann. Stark verarbeitete Lebensmittel ersetzen zunehmend Obst, Gemüse und Proteine in einer Lebensphase, in der Ernährung eine entscheidende Rolle für das Wachstum, die kognitive Entwicklung und die psychische Gesundheit von Kindern spielt.»

Der Report warnt davor, dass stark verarbeitete Lebensmittel und Fast Food oft preiswert zu bekommen seien und aggressiv vermarktet würden. Zudem beeinflusse das Marketing der Lebensmittel- und Getränkeindustrie über digitale Kanäle das junge Publikum sehr wirkungsvoll.

Was kann man tun? Mexiko macht es vor

Die Folgen von Übergewicht gehen dabei weit über gesundheitliche Risiken hinaus: Übergewichtige Kinder fehlen laut Unicef häufiger in der Schule, haben Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl und sind häufiger Mobbing ausgesetzt. Einmal in der Kindheit oder Jugend entstanden, sei Fettleibigkeit nur schwer rückgängig zu machen und bleibe oftmals bis ins Erwachsenenalter bestehen.

Als Positiv-Beispiel hebt der Bericht unter anderem Mexiko hervor. Dort habe die Regierung kürzlich den Verkauf und Vertrieb von stark verarbeiteten Lebensmitteln und Produkten mit hohem Salz-, Zucker- und Fettgehalt in öffentlichen Schulen verboten. Davon profitierten über 34 Millionen Kinder.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 68169348 |

Weitere Meldungen

Dreijähriger Junge fällt in Sandloch und stirbt. Rettungskräfte brachten das Kind ins Krankenhaus, doch die Hilfe kam zu spät. Die Mutter fand ihren Sohn - ohnmächtig im Spielsand im eigenen Garten. (Unterhaltung, 06.05.2026 - 18:33) weiterlesen...

Jugendliche wollen bei Social Media eher Schutz als Verbote. Doch jetzt hat das Kinderhilfswerk Unicef Jugendliche dazu befragen lassen. In der Debatte um ein Social-Media-Verbot kommen diejenigen, die es betrifft, eher selten zu Wort. (Wissenschaft, 06.05.2026 - 00:01) weiterlesen...

KI soll Kinder unter 13 von Meta-Plattformen fernhalten. Ob das der EU ausreicht, wird sich zeigen. Geburtstagskuchen auf Instagram? Die neue KI von Meta erkennt Hinweise auf zu junge Nutzer und löscht Konten – doch Betroffene können sich wehren. (Wissenschaft, 05.05.2026 - 13:03) weiterlesen...

Tochter jahrelang eingesperrt - Freiheitsstrafe für Mutter. Die Mutter ist nun in Siegen verurteilt worden, ebenso die Großeltern. Ein kleines Mädchen in NRW wird dauerhaft in einem Haus versteckt, von der Außenwelt isoliert, erst nach sieben Jahren befreit. (Unterhaltung, 04.05.2026 - 16:35) weiterlesen...

Kind jahrelang eingesperrt - Haftstrafe für Mutter. Die Mutter ist nun in Siegen zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Ein Mädchen wird in einem Haus in NRW komplett von der Außenwelt isoliert und erst nach sieben Jahren befreit. (Unterhaltung, 04.05.2026 - 15:40) weiterlesen...

Kind jahrelang eingesperrt - Gericht verkündet Urteil. Bis heute ist das Kind in Therapie. In Siegen wird nun gegen Mutter und Großeltern das Urteil verkündet. Gut sieben Jahre lang wird ein Mädchen in einem Haus in NRW isoliert, bis es 2022 befreit wird. (Unterhaltung, 04.05.2026 - 04:30) weiterlesen...