Glaukom und Katarakt: Implantat senkt Augendruck zusätzlich um 3,6 mmHg
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 20:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die gleichzeitige Behandlung von grauem Star und grünem Star gewinnt in der Augenheilkunde zunehmend an Bedeutung, da beide Erkrankungen häufig parallel im höheren Lebensalter auftreten. Das Medizintechnikunternehmen Glaukos legte dazu Auswertungen aus seiner klinischen Phase-4-Studie GLK-101-04 vor.
Die Untersuchung prüfte die Anwendung des intracameralen Implantats iDose TR in Kombination mit einer Kataraktoperation im direkten Vergleich zu einem rein kataraktchirurgischen Eingriff bei Patientinnen und Patienten mit Offenwinkelglaukom oder okulärer Hypertension. Nach Angaben des Unternehmens erreichte die Untersuchung ihren primären Wirksamkeitsendpunkt.
Signifikante Drucksenkung im Drei-Monats-Verlauf
An der prospektiven, randomisierten und kontrollierten Studie nahmen 149 Augen teil. Dabei wurden 74 Augen der Behandlungsgruppe mit dem Implantat in Verbindung mit dem chirurgischen Linsenaustausch zugeteilt, während 75 Augen ausschließlich die Kataraktoperation erhielten.
Nach einem Beobachtungszeitraum von drei Monaten zeigte sich bei der kombinierten Intervention eine mittlere tageszeitliche Senkung des Augeninnendrucks um 11,1 mmHg gegenüber dem Ausgangswert. Bei der alleinigen Kataraktoperation betrug der Rückgang im selben Zeitraum 7,4 mmHg.
Der zusätzliche drucksenkende Effekt des Implantats belief sich somit auf 3,6 mmHg, was einer statistisch signifikanten Überlegenheit entsprach (p<0,0001). Eine kontinuierliche Kontrolle des Augeninnendrucks gilt in der Glaukomtherapie als entscheidender Faktor, um fortschreitende Schädigungen des Sehnervs und damit einhergehende Einschränkungen des Sehvermögens aufzuhalten.
Funktionsweise und Verträglichkeit des Systems
Bei dem untersuchten System iDose TR handelt es sich um ein winziges Implantat aus Titan, das im Rahmen einer Einmalgabe in die vordere Augenkammer eingesetzt wird. Es enthält 75 Mikrogramm des Wirkstoffs Travoprost in konservierungsmittelfreier Form.
Wenn der graue Star operiert wird und zugleich ein grüner Star behandelt werden muss, rückt ein neuer Ansatz in den Blick: Ein winziges Implantat in der vorderen Augenkammer gibt den Wirkstoff kontinuierlich ab — bis zu drei Jahre lang, ohne tägliches Tropfen. In einer aktuellen Auswertung senkte die Kombination mit der Star-Operation den Augeninnendruck zusätzlich um 3,6 mmHg. Was das für Ihren Alltag bedeuten kann, lesen Sie in unserem kostenlosen Ratgeber. Kostenlosen Ratgeber jetzt anfordern
Die Abgabe des Prostaglandin-Analogons erfolgt über membran-kontrollierte Diffusion kontinuierlich über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren. Ziel dieses Ansatzes ist es, die regelmäßige Gabe von drucksenkenden Augentropfen zu ersetzen oder zu reduzieren, da tägliche Tropftherapien bei vielen Betroffenen zu Compliance-Problemen oder Reizungen der Augenoberfläche führen.
Hinsichtlich der Verträglichkeit ergab die Auswertung keine behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse bezüglich eines Verlusts von Hornhautendothelzellen oder des Auftretens eines zystoiden Makulaödems. Zudem wurden keine schweren Nebenwirkungen an der Hornhaut dokumentiert.
Unternehmensaktivitäten und Marktumfeld
Neben den Daten zur Glaukomtherapie erweiterte Glaukos sein Portfolio Anfang Oktober 2026 im Bereich der Netzhauterkrankungen. Das Unternehmen schloss am 8. Oktober 2026 eine Lizenzvereinbarung mit RevOpsis Therapeutics über den Wirkstoffkandidaten RO-104 ab, ein trispezifisches Biologikum zur Therapie retinaler Indikationen.
Tägliches Tropfen ist mühsam, reizt die Augenoberfläche und wird im Alltag leicht vergessen — genau hier setzt ein neuer Behandlungsansatz an. Ein Implantat in der vorderen Augenkammer gibt den drucksenkenden Wirkstoff über bis zu drei Jahre kontinuierlich ab und soll die tägliche Tropftherapie ersetzen oder reduzieren. Unser kostenloser Ratgeber ordnet ein, was die aktuelle Studienlage für Betroffene bedeutet. Ratgeber zur Tropf-Alternative sichern
An den Finanzmärkten schwankte die Aktie des Unternehmens in einer 52-Wochen-Spanne zwischen 73,16 US-Dollar und 191,62 US-Dollar. Berichte wiesen zeitweise Kursnotierungen von 160,50 US-Dollar sowie Schlusskurse von 161,29 US-Dollar aus, während Analysten durchschnittliche Kursziele zwischen 180,54 US-Dollar und 198,69 US-Dollar nannten.
Zudem verzeichneten Unterlagen über die zurückliegenden 90 Tage Insiderverkäufe durch Mitglieder der Unternehmensführung, darunter der Chief Operating Officer, der Finanzvorstand sowie der Chief Development Officer, in einem Gesamtvolumen von über 16,5 Millionen US-Dollar.

