Glamping, Campingmarkt

Glamping erobert den deutschen Campingmarkt

08.05.2026 - 12:59:34 | boerse-global.de

Luxuriöse Mietunterkünfte wie Tiny Houses und Lodges gewinnen an Bedeutung und steigern die Umsätze der Campingbranche deutlich.

Glamping erobert den deutschen Campingmarkt - Foto: über boerse-global.de
Glamping erobert den deutschen Campingmarkt - Foto: über boerse-global.de

Während traditionelle Stellplätze an Bedeutung verlieren, treibt Luxus-Camping unter dem Namen „Glamping“ den Markt zu neuen Umsatzrekorden.

Experten prognostizieren für dieses Jahr einen deutlichen Anstieg des Anteils von Mietunterkünften am Gesamtergebnis der Campingplätze. Innovative Konzepte zwischen Nachhaltigkeit und technologischem Komfort prägen das Angebot zum Saisonauftakt.

Branchenevents und neue Marktdaten

In Neumarkt in der Oberpfalz öffnete am Freitag ein großes Zeltevent des Camping-Spezialisten Fritz Berger seine Tore. Gezeigt werden die neuesten Trends bei High-End-Zelten und mobilen Luxuslösungen.

Parallel dazu zeigen aktuelle Erhebungen des Branchendienstes AdresseDirekt: Die Zahl der registrierten Camping- und Zeltplatzadressen in Deutschland ist im Mai auf rund 3.925 Einträge angewachsen. Der Zuwachs liegt vor allem bei spezialisierten Glamping-Anbietern.

Mietunterkünfte verdrängen klassische Parzellen

Der deutsche Campingmarkt hat sich in den letzten zwei Jahren massiv professionalisiert. Bereits 2024 generierte die Branche einen Bruttoumsatz von rund 18,5 Milliarden Euro.

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Für das laufende Jahr erwarten Experten: Der Anteil hochwertiger Mietunterkünfte wie Tiny Houses, Lodges und Glamping-Zelte am Gesamtumsatz der Campingplätze steigt auf über 20 Prozent. Treiber ist die deutlich höhere Zahlungsbereitschaft in diesem Segment.

Die Rentabilität von Glamping-Einheiten erreicht nach Abzug der Betriebskosten ein Vielfaches klassischer Stellplätze. Ein entscheidender Faktor für Investoren: die Möglichkeit der ganzjährigen Nutzung. Winterfeste Minihäuser und isolierte Pods erlauben eine Vermietung über zwölf Monate. Das lockt zunehmend große internationale Investoren an.

In einem Fachvortrag der Reihe „Destination Zukunft“ des Caravan Salons Anfang dieser Woche hieß es: Klassische Freizeitparks und Ausflugsziele entwickeln sich zu ganzheitlichen touristischen Destinationen. Die Strategie: Tagesgäste durch attraktive Glamping-Angebote zu Übernachtungsgästen machen.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil

Ein zentrales Thema der Saison ist die Verbindung von Luxus und ökologischer Verantwortung. Reisende suchen verstärkt nach Unterkünften, die Komfort mit ressourcenschonenden Praktiken verbinden. Immer mehr Betreiber setzen auf erneuerbare Energien, regionale Baustoffe und zertifizierte Umweltstandards.

Das Konzept des „destinature Dorfes“ fungiert in Regionen wie Hitzacker oder der Südeifel als Vorreiter. Diese Anlagen erhielten teilweise das EU Ecolabel – eine Bestätigung für konsequent nachhaltige Bauweise und Betriebsführung. Solche Zertifizierungen werden zum harten Wettbewerbsvorteil, denn besonders die junge, einkommensstarke Zielgruppe der Millennials legt großen Wert auf den ökologischen Fußabdruck.

Die Nachfrage nach „Escapism“ und „Digital Detox“ kombinieren Betreiber oft mit Wellness-Angeboten wie Waldtherapie oder Naturbädern. Glamping-Resorts integrieren private Sanitäranlagen, Saunen und Whirlpools direkt in der Natur – Komfort eines Fünf-Sterne-Hotels im Außenbereich.

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Preise und regionale Unterschiede

Die regionalen Unterschiede bleiben ausgeprägt. Laut einer Preisanalyse des Portals PiNCAMP für Baden-Württemberg liegt der durchschnittliche Übernachtungspreis für eine Familie in der Hochsaison bei etwa 44 Euro. Der Odenwald und das Neckartal sind mit rund 39 Euro vergleichsweise günstig. Der Schwarzwald erreicht Spitzenwerte von durchschnittlich 47 Euro.

Bundesweit gelten Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern als Regionen mit dem höchsten Preisniveau. Die Beliebtheit von Standorten in direkter Nähe zu Gewässern – bis zu 150 Meter Entfernung zu einer Badestelle – führt zu einem Preisaufschlag von etwa 13 Prozent.

Trotz gestiegener Kosten bleibt Deutschland im europäischen Vergleich preislich attraktiv, knapp vor Schweden. Die Nachfrage in beliebten Ferienregionen an Nord- und Ostsee sowie in den Alpen übersteigt die Kapizitäten oft schon Monate im Voraus.

Demografischer Wandel und Marktausblick

Der Glamping-Markt in Deutschland wird laut Branchenprognosen bis weit ins nächste Jahrzehnt wachsen. Schätzungen gehen von einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von fast zehn Prozent aus. 2025 wurde der Markt noch auf etwa 210,7 Millionen US-Dollar taxiert. Analysten rechnen mit einer Verdopplung innerhalb der nächsten acht Jahre.

Der Erfolg gründet sich auch auf einem demografischen Wandel der Zielgruppe. Fast jeder fünfte Deutsche hat Interesse an luxuriösem Camping. Besonders bei Reisenden unter 30 Jahren ist die Akzeptanz hoch. Diese Generation nutzt das Angebot oft für kurze Wochenendtrips oder verbindet den Aufenthalt mit Remote Work.

Glamping ist kein vorübergehender Trend mehr, sondern fester Bestandteil der deutschen Hotellerie und Tourismuswirtschaft. Die Professionalisierung der Betriebe, die Integration von Wellness-Elementen und der Fokus auf Nachhaltigkeit sichern der Branche eine stabile Zukunft. Klassische Campingplätze stehen dagegen vor der Herausforderung, ihre Infrastruktur an die steigenden Komfortansprüche der Gäste anzupassen.

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