Ginkgo, Cochrane-Review

Ginkgo biloba: Cochrane-Review belegt Nutzen bei Demenz

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 07:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Meta-Analyse belegt: Ginkgo-Extrakt hilft bei Demenz, nicht bei leichter kognitiver Beeinträchtigung. Sicherheitsprofil unauffällig.

Ginkgo biloba: Cochrane-Review zeigt Wirksamkeit nur bei Demenz
Eine ältere Person konzentriert sich in einem hellen, sonnendurchfluteten Raum auf ein Puzzle am Schreibtisch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Frage nach dem klinischen Nutzen von Ginkgo-biloba-Extrakten zur Unterstützung der Gehirngesundheit ist seit langem Gegenstand medizinischer Forschung. Ein Anfang Februar 2026 veröffentlichter Cochrane-Review bietet eine detaillierte Auswertung der aktuellen Datenlage. Die Untersuchung unter der Leitung von Wieland et al. analysiert den Einsatz der Pflanzextrakte bei Patientengruppen mit verschiedenen Stadien kognitiver Störungen.

Methodische Grundlage der Meta-Analyse

Für die wissenschaftliche Aufarbeitung wurden insgesamt 82 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) herangezogen. Der Datensatz umfasst die klinischen Verläufe von 10.613 Teilnehmern.

Ziel der Untersuchung war es, die Wirksamkeit von Ginkgo biloba im Vergleich zu Placebos oder anderen Behandlungsformen bei kognitiven Defiziten objektiv zu bewerten. Dabei lag ein besonderer Fokus auf den Unterschieden zwischen Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (Mild Cognitive Impairment, MCI) und jenen mit einer manifesten Demenzerkrankung.

Differenzierte Ergebnisse nach Krankheitsstadium

Die Analyse der Studienergebnisse zeigt deutliche Unterschiede in der Wirksamkeit je nach Diagnose. Bei Patienten mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung (MCI) konnte Ginkgo biloba den Untersuchungen zufolge nach einer Anwendungsdauer von sechs Monaten keinen klinisch relevanten Effekt erzielen. In diesem frühen Stadium der kognitiven Verschlechterung ließen sich keine signifikanten Verbesserungen gegenüber den Kontrollgruppen feststellen.

Anders verhält es sich bei der Anwendung im Kontext von Demenzerkrankungen. Hier identifizierten die Forscher messbare, wenn auch begrenzte Vorteile in verschiedenen Leistungsbereichen. Bezüglich des klinischen Gesamteindrucks ergab die Auswertung von fünf Studien mit insgesamt 1.359 Teilnehmern eine standardisierte Mittelwertdifferenz (SMD) von -0.55 (95% CI -0.89 bis -0.21).

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In Bezug auf Gedächtnisleistung und Aufmerksamkeit stützt sich der Review auf neun Studien mit 2.801 Teilnehmern. Dabei wurde ein kleiner Vorteil mit einer SMD von -0.47 (95% CI -0.88 bis -0.06) ermittelt.

Auch bei den Aktivitäten des täglichen Lebens (Activities of Daily Living, ADL) zeigten sich positive Tendenzen. Acht Studien mit 2.571 Teilnehmern belegten hier einen kleinen Vorteil von SMD -0.32 (95% CI -0.59 bis -0.05) .

Sicherheitsprofil und Verträglichkeit

Ein wesentlicher Aspekt der Untersuchung betraf die Sicherheit der Anwendung. Der im Februar 2026 vorgelegte Bericht stuft das Sicherheitsprofil von Ginkgo biloba in den analysierten Studien als unauffällig ein. Schwerwiegende Nebenwirkungen oder systemische Sicherheitsrisiken wurden im Rahmen der Meta-Analyse nicht als signifikantes Problem hervorgehoben.

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Zusammenfassend verdeutlicht der Review, dass Ginkgo biloba bei bestehender Demenz zwar messbare Vorteile in der kognitiven Leistungsfähigkeit und Bewältigung des Alltags bieten kann, die klinische Relevanz bei leichteren Vorstufen wie MCI jedoch kritisch zu sehen ist. Die statistischen Effekte bei Demenz werden von den Autoren insgesamt als klein eingestuft, was die Einordnung des Präparats in der therapeutischen Praxis präzisiert.

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