Gigabud-Trojaner, Banking-Apps

Gigabud-Trojaner: Banking-Apps über Android-Profile gehackt

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 19:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die GoldFactory-Malware Gigabud umgeht Schutzprüfungen von Banking-Apps, stiehlt SMS-Codes und verursachte in Indonesien hohe Schäden.

Gigabud-Trojaner tarnt Banking-Angriffe in Android-Arbeitsprofilen
Dunkler, verlassener Industriegang mit leeren Metallregalen und einfallendem Tageslicht, das lange Schatten auf den Betonboden wirft. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsforscher haben eine neue Angriffstaktik bei der Banking-Malware Gigabud identifiziert, die darauf abzielt, die internen Schutzmaßnahmen von Finanz-Apps gezielt zu unterlaufen. Die der Bedrohungsgruppe GoldFactory zugeschriebene Schadsoftware nutzt hierfür die legitime Android-Funktion der Arbeitsprofile, um eine isolierte Umgebung für betrügerische Aktivitäten zu schaffen.

Durch diesen Mechanismus gelingt es dem Trojaner, Sicherheitsüberprüfungen zu umgehen, die innerhalb der Banking-Anwendungen implementiert sind, um Manipulationen auf dem Gerät zu erkennen.

Isolierung durch modifizierte Arbeitsprofil-Tools

Der Infektionsweg von Gigabud umfasst die Installation einer sekundären Anwendung namens Vwork. Bei dieser App handelt es sich nach Analysen von Sicherheitsexperten um eine modifizierte Version des quelloffenen Werkzeugs Shelter, das üblicherweise dazu dient, Apps in einem separaten Arbeitsprofil auf Android-Geräten zu isolieren.

Der Trojaner nutzt diese Architektur jedoch für böswillige Zwecke aus: Er klont die legitime Banking-Anwendung des Nutzers in das neu erstellte, isolierte Arbeitsprofil.

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Innerhalb dieses Profils ist die Banking-App von den regulären Sicherheitsmechanismen des restlichen Systems weitgehend abgeschirmt. Dies ermöglicht es der Malware, Fraud-Detection-Systeme zu umgehen, die normalerweise Alarm schlagen würden, wenn eine App außerhalb ihrer vorgesehenen Umgebung manipuliert wird. Da die Schadsoftware innerhalb des Arbeitsprofils agiert, werden viele herkömmliche Malware-Checks der Banken nicht ausgelöst.

Umfassende Spionagefunktionen und Zugriff auf Sensoren

Neben der gezielten Umgehung von Sicherheitsvorkehrungen verfügt Gigabud über weitreichende Funktionen zum Datendiebstahl. Die Software ist in der Lage, SMS-Nachrichten abzufangen, was insbesondere für das Auslesen von Einmalpasswörtern (2FA) im Rahmen der Zwei-Faktor-Authentifizierung kritisch ist.

Darüber hinaus kann der Trojaner auf die Kamera und das Mikrofon des infizierten Geräts zugreifen, um die Nutzer auszuspionieren oder weitere sensible Informationen zu sammeln.

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Die Gruppe GoldFactory, die hinter Gigabud steht, ist bereits seit 2022 aktiv. Die Malware hat sich seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und zeigt eine hohe Anpassungsfähigkeit an neue Sicherheitsbarrieren mobiler Betriebssysteme. Die aktuelle Kampagne verdeutlicht, dass die Angreifer vermehrt auf Funktionen setzen, die ursprünglich für den Datenschutz oder die Trennung von privaten und beruflichen Daten entwickelt wurden.

Signifikante Schäden und globale Reichweite

Besonders schwerwiegende Auswirkungen der aktuellen Angriffswelle wurden in Indonesien dokumentiert. In einem Zeitraum von Februar bis Juli 2026 wurden dort rund 1.469 kompromittierte Geräte identifiziert. Die Angreifer konnten dabei 1.281 gefährdete Logins erbeuten.

Die finanziellen Verluste in diesem Zusammenhang belaufen sich auf etwa 960.939 USD, wobei sich diese Zahl lediglich auf die offiziell beobachteten Fälle bezieht. In lokalen Währungsangaben entsprechen diese Verluste einer Summe von rund 8,2 Crore Rupien.

Die Aktivitäten von Gigabud beschränken sich jedoch nicht auf Südostasien. Proben der Malware weisen darauf hin, dass insgesamt elf Länder im Fokus der Angreifer stehen. Zu den Zielregionen gehören neben Indonesien auch Brasilien, Kolumbien, Ägypten, Laos, Mexiko, Marokko, die Philippinen, Thailand und die Türkei.

Zudem wurde ein Angriffsziel in einem der GCC-Staaten (Golf-Kooperationsrat) identifiziert. Die globale Ausrichtung und die technologische Raffinesse der Arbeitsprofil-Tarnung machen Gigabud zu einer ernsthaften Bedrohung für den mobilen Zahlungsverkehr weltweit.

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de | wissenschaft | 70083206 |