Giftstoffe in Gewürzen: 67% der Produkte mit Pestiziden belastet
11.06.2026 - 17:31:12 | boerse-global.de
Das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW warnt vor mehreren Lebensmitteln mit illegalen Arzneistoffen. In Schokoladen und Honigpasten wurden verschreibungspflichtige Potenzmittel nachgewiesen – ohne Deklaration auf der Verpackung.
Betroffen: Schokolade, Pasten und „Energy Chocolate“
Konkret fanden die Kontrolleure Sildenafil und Tadalafil in der „Gold Q7 Chocolate“ und der „Gold Q7 Chocella“. Auch die „Erkexin Herbal Mixed Paste“ sowie Produkte der Marke „Etumax“ wie „Royal Honey“ sind betroffen.
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Besonders brisant: Die „evelle HILTI Bitter Energy Chocolate Special For Women“ enthält ebenfalls nicht deklariertes Sildenafil. Die Behörden gehen von einem möglichen bundesweiten Verkauf aus und empfehlen dringend, die Produkte nicht zu konsumieren. Stattdessen sollen Verbraucher sie über den Restmüll entsorgen.
Gefährliche Nebenwirkungen ohne Kontrolle
Das Problem: Niemand weiß, wie viel Wirkstoff in den Produkten steckt. Für Patienten mit Vorerkrankungen kann das lebensgefährlich werden. Sildenafil und Tadalafil können massive Blutdruckabfälle auslösen.
Fachleute warnen vor weiteren Risiken: Belastung des Herz-Kreislauf-Systems, Seh- und Hörstörungen sowie schmerzhafte Dauererektionen (Priapismus). Besonders tückisch sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die der Verbraucher regulär einnimmt.
Razzia gegen Online-Händler – auch deutsche Kunden betroffen
Die Problematik reicht weit über den stationären Handel hinaus. Bereits Anfang April 2026 führten polnische Behörden eine Razzia gegen den Online-Händler „Biowell Labs“ durch. Sie beschlagnahmten Peptide, SARMs und sogenannte Research Chemicals – Substanzen, die als nicht zugelassene Arzneimittel oder Dopingmittel eingestuft werden.
Da auch Daten deutscher Kunden sichergestellt wurden, laufen nun Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Arzneimittel- oder Anti-Doping-Gesetz.
Pestizide in Gewürzen: Jedes zweite Produkt belastet
Nicht nur Potenzmittel machen Probleme. Ein Test von foodwatch aus Mai 2026 zeigt: Von 64 getesteten Gewürzprodukten wiesen 67 Prozent Rückstände verbotener Pestizide auf. Ein großer Discounter rief daraufhin Kreuzkümmel zurück – der Grenzwert für das Pestizid Flamprop war um das 200-fache überschritten.
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Neue Regeln für Milchprodukte ab Juni
Ab dem 14. Juni 2026 gilt die neue Milchproduktqualitätsverordnung (MilchPQV). Sie definiert verbindlich, wann Begriffe wie „laktosefrei“ oder „frisch“ verwendet werden dürfen.
„Laktosefrei“ ist künftig nur noch zulässig bei maximal 0,1 Gramm Laktose pro 100 Gramm. „Frische“ Konsummilch darf höchstens drei Wochen haltbar sein – bei 8 Grad Celsius Lagerung. Auch die Begriffe für Wärmebehandlungen wie Pasteurisierung werden klarer definiert.
