Ghost-Pairing: Polizei warnt vor neuer WhatsApp-Betrugsmasche
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 13:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Kreispolizeibehörde Soest warnt aktuell vor einer neuen Betrugsmasche beim Messenger-Dienst WhatsApp, dem sogenannten Ghost-Pairing. Ziel der Angreifer ist es, sich unbefugt Zugriff auf die Konten der Nutzer zu verschaffen, indem sie fremde Geräte heimlich mit dem Account der Opfer verknüpfen.
Wie die Behörden mitteilen, bleibe dieser Zugriff von den Betroffenen häufig über längere Zeit unbemerkt, während die Kriminellen die Kontrolle über die Kommunikation übernehmen können.
Funktionsweise von Ghost-Pairing
Nach Angaben der Polizei Soest nutzen die Täter bei dieser Masche die Funktion zur Geräteverknüpfung aus. Die Übernahme des WhatsApp-Kontos erfolgt dabei meist durch die Bestätigung eines Kopplungscodes durch das Opfer.
Die Kriminellen versuchen, den Nutzer unter einem Vorwand dazu zu bewegen, diesen Code auf dem eigenen Smartphone einzugeben oder zu bestätigen. Sobald dieser Vorgang abgeschlossen ist, wird ein Gerät der Angreifer als legitimes Zusatzgerät mit dem Konto verknüpft.
Dies ermöglicht es den Tätern, Nachrichten mitzulesen oder im Namen des Opfers zu versenden, ohne dass das Hauptgerät des Nutzers deaktiviert wird. Da WhatsApp die Nutzung auf mehreren Geräten gleichzeitig erlaubt, bemerken viele Anwender die unbefugte Mitleserschaft nicht unmittelbar.
Internationale Dimension und Social Engineering
Das Phänomen beschränkt sich nicht auf regionale Vorfälle. Auch die indische Computersicherheitsbehörde CERT-In gab jüngst eine entsprechende Warnung vor GhostPairing heraus.
Den dortigen Erkenntnissen zufolge setzen die Angreifer verstärkt auf Social Engineering, um das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen und sie zur Preisgabe von Informationen oder zur Bestätigung von Verknüpfungsanfragen zu bewegen. In Indien sind demnach über 50 Crore aktive WhatsApp-Konten potenziell von derartigen Angriffsmustern betroffen.
Die Behörden betonen, dass die Betrüger oft psychologischen Druck aufbauen oder vermeintlich dringende Sicherheitswarnungen vortäuschen, um die Opfer zu einer schnellen Handlung ohne vorherige Prüfung zu verleiten.
Wer sich mit dem Schutz seiner Messenger-Dienste und privaten Daten befasst, findet in diesem kostenlosen Ratgeber die wichtigsten Grundlagen für ein sicheres Smartphone. Mit fünf einfachen Maßnahmen schützen Sie Ihr Gerät effektiv vor Hackern und unbefugtem Zugriff. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken
Sicherheitsempfehlungen für Nutzer
Um sich vor Ghost-Pairing zu schützen, raten die Polizei Soest und die CERT-In zu präventiven Sicherheitsmaßnahmen. Nutzer sollten grundsätzlich keine Links aus unerwarteten oder verdächtigen Nachrichten anklicken. Es wird dringend empfohlen, niemals Kopplungscodes zu bestätigen, die man nicht selbst angefordert hat.
Ein wesentlicher Bestandteil der Absicherung ist laut den Experten die Aktivierung der Zwei-Schritt-Verifizierung innerhalb der App. Zudem sollten Anwender regelmäßig die Liste der verknüpften Geräte in den WhatsApp-Einstellungen überprüfen und unbekannte oder nicht mehr genutzte Verbindungen sofort entfernen. Die CERT-In empfiehlt darüber hinaus die Verwendung von Passkeys als zusätzliche Sicherheitsebene.
Da Experten zunehmend zur Nutzung moderner Sicherheitsfeatures wie Passkeys raten, bietet dieser kostenlose Report eine praktische Anleitung für den Alltag. Erfahren Sie, wie Sie die neue Technologie bei WhatsApp, Amazon und Co. einrichten, um Hackern keine Chance mehr zu lassen. Passkey-Ratgeber jetzt kostenlos herunterladen
Technologische Gegenmaßnahmen durch WhatsApp
Parallel zu den Warnungen der Sicherheitsbehörden arbeitet WhatsApp an neuen technischen Lösungen zur Betrugsprävention. In einer geschlossenen Beta-Phase wird derzeit eine Funktion namens „Scam Alert“ getestet.
Dieses System basiert auf einem Machine-Learning-Modell, das lokal auf dem Smartphone des Nutzers ausgeführt wird. Das Modell soll Betrugsmuster bei Nachrichten von unbekannten Absendern erkennen, ohne die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aufzuheben.
Nach Angaben des Unternehmens bleibt die Privatsphäre gewahrt, da die Analyse direkt auf dem Gerät erfolgt. Meta erhält lediglich anonymisierte Zählwerte über erkannte Muster; die jeweiligen Modellversionen sollen zudem öffentlich registriert werden.
Derzeit wird diese KI-basierte Warnfunktion in Märkten wie Brasilien, Indien und den USA getestet. Ein konkreter Termin für eine globale Einführung der Funktion steht laut Unternehmensangaben noch nicht fest, da sich das System noch in der Entwicklungsphase befindet.
