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Ghost Pairing bei WhatsApp: Zwölf Fälle seit Mitte August in Zwickau

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 02:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ghost Pairing ermöglicht unbemerkte WhatsApp-Kontoübernahmen; zudem meldet Group-IB Schäden durch Android-Schadsoftware in Indonesien.

Smartphone-Sicherheit: Warnungen vor WhatsApp-Betrug und Android-Malware
Ein einsamer, leuchtender WLAN-Router an einer dunklen Backsteinwand in einer städtischen Umgebung bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsbehörden haben am 24. September 2026 vor neuen Risiken für Smartphone-Nutzer gewarnt. Im Fokus stehen der Missbrauch gefälschter SIM-Karten für Finanzbetrug sowie Sicherheitslücken, die durch ein dauerhaft aktiviertes WLAN auf Mobilgeräten entstehen. Verbraucher sollten ihre Geräteeinstellungen aufmerksam kontrollieren und mobile Datenverbindungen absichern.

Passend zu den WLAN-Risiken führte Opera am 24. September 2026 für seinen Desktop-Browser in den USA und Frankreich eine Funktion ein, die das integrierte kostenlose VPN bei ungesicherten Funknetzen automatisch startet. In Deutschland ist dieser Dienst laut Entwicklerangaben noch nicht verfügbar. Nach Angaben von We Are Social setzen weltweit 23 Prozent der Internetnutzer solche VPN-Verbindungen für einzelne Online-Aktivitäten ein.

Neue Masche: Ghost Pairing kapert WhatsApp-Konten

Parallel zu den Warnungen vor manipulierten Mobilfunkkomponenten schlagen die Polizei, Verbraucherschützer, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie das Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) wegen gezielter Kontoübernahmen Alarm.

Bei der Methode des sogenannten Ghost Pairing versenden Kriminelle betrügerische Links oder QR-Codes, die vorgeblich zu Online-Abstimmungen für Stipendien, Tanz- oder Fotokurse führen.

Geben Nutzer auf den gefälschten Internetseiten ihre Telefonnummer sowie den zugesandten Verifizierungscode ein oder scannen den Code, verknüpfen die Angreifer heimlich ein eigenes Gerät mit dem fremden WhatsApp-Konto. In der Folge können sie Chats mitlesen, Nachrichten löschen und Kontakte im Namen des Opfers um Geldüberweisungen bitten, ohne dass der Angriff sofort bemerkt wird.

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Die Polizeidirektion Zwickau verzeichnete seit Mitte August 2026 in ihrem Zuständigkeitsbereich bereits zwölf entsprechende Delikte. Die Täter erbeuteten dabei Beträge zwischen 500 und 615 Euro pro Fall. Die Behörden raten dringend dazu, Verifizierungscodes niemals an Dritte weiterzugeben, unter den Kontoeinstellungen verknüpfte Geräte regelmäßig zu kontrollieren und unbekannte Sitzungen unverzüglich abzumelden.

Bedrohung durch mobile Schadsoftware und Phishing

Die Gefahren im Mobilbereich beschränken sich nicht auf Messengerdienste. Das Sicherheitsunternehmen Group-IB berichtete über die Android-Schadsoftware Gigabud der Gruppe GoldFactory, die in Kombination mit einer manipulierten Anwendung namens Vwork agiert.

Das Schadprogramm kann über Bedienungshilfen gefälschte Anmeldefenster über reguläre Banking-Apps einblenden und sogar Geräte-Entsperrcodes abfangen. Zwischen Februar und Juli 2026 registrierte Group-IB allein in Indonesien 1.469 kompromittierte Geräte und geschätzte Schäden von rund 960.939 US-Dollar.

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Deutsche Nutzer seien durch ähnliche Varianten ebenfalls potenziell gefährdet. Das BSI empfiehlt bei Infektionsverdacht, keine Finanzgeschäfte am Mobiltelefon abzuwickeln, Zugangsdaten nach einer Bereinigung zu ändern und das Gerät notfalls vollständig zurückzusetzen.

Das Gesamtausmaß digitaler Kriminalität verdeutlicht eine Erhebung von SquareTrade Europe. Demnach gerieten 46 Prozent der deutschen Verbraucher bereits ins Visier von Betrugsversuchen. Von diesen Betroffenen wurden 65 Prozent tatsächlich geschädigt – der höchste Anteil unter den untersuchten europäischen Ländern.

Der durchschnittliche finanzielle Schaden lag laut der Untersuchung bei 657 Euro je Vorfall. Rund 35 Prozent der registrierten Angriffsversuche erfolgten über soziale Medien oder Messaging-Dienste.

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