Gewürze, Tees

Gewürze und Tees: 43 von 64 Proben mit Pestiziden belastet

29.05.2026 - 07:31:03 | boerse-global.de

Brennessel und Co. übertreffen Goji-Beeren in Nährstoffdichte. Experten warnen jedoch vor Pestiziden in importierten Gewürzen und Tees.

Gewürze und Tees: 43 von 64 Proben mit Pestiziden belastet - Foto: über boerse-global.de
Gewürze und Tees: 43 von 64 Proben mit Pestiziden belastet - Foto: über boerse-global.de

Während Goji-Beeren, Chia-Samen und Avocados seit Jahren als sogenannte Superfoods beworben werden, rücken heimische Wildpflanzen zunehmend in den Fokus der Wissenschaft. Aktuelle Analysen vom Mai 2026 zeigen: Die unterschätzten Gewächse aus Garten und Flur stehen ihren exotischen Konkurrenten in nichts nach – oft übertreffen sie sie sogar.

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Nährstoffbomben am Wegesrand

Die Kräuterpädagogin Michelle Ziegelmann betonte am heutigen Freitag bei einer Fachdiskussion die Bedeutung der Bitterstoffe in heimischen Pflanzen. Diese fördern nachweislich die Verdauung und regen den Stoffwechsel an. Besonders die Brennessel sticht hervor: Sie enthält beachtliche Mengen an Eisen und Calcium – Mineralstoffe, die in der modernen Ernährung oft zu kurz kommen.

Zu den nährstoffreichsten heimischen Pflanzen zählen Experten zufolge:

  • Heidelbeeren und Aronia: Vollgepackt mit Antioxidantien und Anthocyanen
  • Sanddorn und schwarze Johannisbeeren: Spitzenreiter beim Vitamin-C-Gehalt
  • Grünkohl: Liefert Vitamin C, Vitamin K und Eisen
  • Walnüsse: Wertvolle Quelle für essentielle Fettsäuren
  • Topinambur: Enthält Inulin, einen präbiotischen Ballaststoff

Wissenschaft belegt Überlegenheit

Die Einstufung dieser Pflanzen als hochwertige Nährstoffquellen ist keine Modeerscheinung. Bereits 2014 untersuchte die Forscherin Jennifer Di Noia von der William Paterson University 47 Obst- und Gemüsesorten auf ihre Nährstoffdichte pro 100 Kalorien. Das Ergebnis: Brunnenkresse erreichte mit 100 Punkten die Höchstwertung, gefolgt von Chinakohl (92 Punkte), Mangold, Roter Bete und Spinat.

Überraschend für viele: Beliebte Früchte wie Heidelbeeren schnitten in dieser Rangliste schlechter ab. Grund dafür ist die Methodik der Studie, die Antioxidantien nicht als primären Bewertungsfaktor für Nährstoffdichte berücksichtigte.

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Vorsicht vor Verwechslung und Schadstoffen

So verlockend die gesundheitlichen Vorteile sind – Experten warnen vor den Risiken. Forscher der Universität Jena und des Leibniz-HKI machten gestern auf die Gefahr von Pilzverwechslungen aufmerksam. Der essbare Maipilz wird häufig mit dem giftigen Ziegelroten Risspilz verwechselt. Die Wissenschaftler Hoffmeister und Dörner entschlüsselten kürzlich die Biosynthese des Giftstoffs Muscarin und entdeckten, dass die Toxine aus L-Lysin und L-Alanin entstehen – nicht aus Glutamin, wie bislang angenommen. Diese Erkenntnis soll die Behandlung von Vergiftungsfällen verbessern.

Noch gravierender: Die Verbraucherorganisation Foodwatch veröffentlichte am Mittwoch einen alarmierenden Bericht. Zwei Drittel der getesteten Gewürz- und Teeproben enthielten Pestizide, die in der Europäischen Union verboten sind. Von 64 Proben aus mehreren europäischen Ländern waren 43 belastet. In Deutschland betraf dies 13 von 19 Produkten großer Handelsketten. Besonders Kreuzkümmel-Proben wiesen bis zur 217-fachen Menge des erlaubten Grenzwerts für das Mittel Flamprop auf. Zudem wurde im Mai 2026 getrocknetes Basilikum bei einem großen Discounter wegen Salmonellen-Funden zurückgerufen.

Eigenanbau als sichere Alternative

Wer Schadstoffe vermeiden möchte, kann auf den Anbau im eigenen Garten setzen. Knoblauch, Rote Bete und verschiedene Beerenarten lassen sich kontrolliert kultivieren und bieten eine sichere Alternative zu wild gesammelten oder importierten Produkten.

Parallel zum Trend natürlicher Wildpflanzen entwickelt die Biotechnologie neue Wege. Das Münchner Start-up MyriaMeat kündigte kürzlich die Etablierung einer pluripotenten Stammzelllinie für Wildfleisch an. Durch die Produktion von Muskelzellen ohne Trägergerüst will das Unternehmen Laborfleisch anbieten, das konventionellem Wildfleisch gleicht – eine weitere option für nährstoffreiche Proteinquellen abseits traditioneller Erntemethoden.

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