Gewichtsabnahme, Schnelle

Gewichtsabnahme: Schnelle Diät schlägt langsame in neuer Studie

26.06.2026 - 13:03:50 | boerse-global.de

Eine neue Untersuchung zeigt, dass schnelle Diäten langfristig erfolgreicher sein können als langsame Gewichtsabnahmen.

Norwegische Studie stellt Jo-Jo-Effekt bei schnellem Abnehmen infrage
Gewichtsabnahme - Eine digitale Waage zeigt ein schwankendes Gewicht an, im Hintergrund verschwommen Medikamentenpackungen und gesunde Lebensmittel. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine norwegische Studie sorgt für Überraschung. Bisher galt: Wer zu rasch Kilos verliert, holt sie sich doppelt zurück. Doch die neue Untersuchung auf dem Europäischen Kongress für Adipositas in Istanbul stellt diese Annahme infrage.

Die Studie im Detail

284 Erwachsene mit Adipositas nahmen an der Untersuchung teil. Eine Gruppe hungerte sich in den ersten acht Wochen mit weniger als 1.000 Kilokalorien pro Tag durch. Die Vergleichsgruppe konsumierte rund 1.400 Kilokalorien täglich.

Nach vier Monaten zeigte sich ein deutlicher Unterschied: Die strenge Gruppe verlor 13 Prozent ihres Ausgangsgewichts, die langsamere nur 8 Prozent. Nach einem Jahr lag der Wert bei 14,4 gegenüber 10,5 Prozent.

Dr. Line Kristin Johnson vom Vestfold Hospital Trust fasst zusammen: „Die Ergebnisse stellen die Notwendigkeit einer ausschließlich langsamen Gewichtsabnahme zur Vermeidung des Jo-Jo-Effekts infrage."

Abnehmspritzen: Segen oder Risiko?

GLP-1-Wirkstoffe wie Semaglutid oder Tirzepatid boomen. Ozempic, Wegovy und Mounjaro sind in aller Munde. Doch Mediziner schlagen Alarm.

Dr. Thomas Mansfeld vom Asklepios Westklinikum Hamburg betont: „Das sind verschreibungspflichtige Medikamente, keine Lifestyle-Produkte." Ein großes Problem: Nach dem Absetzen nehmen viele Patienten wieder zu.

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Prof. Dr. Thomas Kälicke warnt vor spezifischen Risiken. Die verlangsamte Magenentleerung erhöhe die Gefahr bei Narkosen. Dazu kommen Übelkeit, Erbrechen, Muskelabbau und psychische Belastungen.

Rebel Wilson verlor mit den Spritzen 35 Kilogramm – und machte die Methode populär. Ronja Forcher setzt dagegen auf Sport und Ernährung.

Was wirklich auf dem Teller landet

Nicht nur die Kalorienmenge zählt. Eine Studie im Fachblatt Cell Metabolism untersuchte den Einfluss von Methionin-angereicherter pflanzlicher Kost. In Tierversuchen reduzierte sich die Fettmasse, während die Muskelmasse erhalten blieb.

Eine Analyse von über 200.000 Menschen legt nahe: Hoher Konsum von tierischem Eiweiß könnte das Diabetes-Risiko verdoppeln – unabhängig von der Kalorienaufnahme.

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Dr. Nguyen Trong Hung vom Nationalen Institut für Ernährung warnt vor extremen Fastenmethoden. Sie führen zu Mangelernährung und Unterzuckerung.

Besondere Gefahr für Sportler

Im Eiskunstlauf und anderen ästhetischen Sportarten ist das Risiko für Essstörungen besonders hoch. Verbandspsychologin Carolina Chon beobachtet Krankheitsbilder wie Anorexia athletica oder das relative Energiedefizit-Syndrom (RED-S). Die Folgen: langfristig sinkende Leistung und ernste Gesundheitsprobleme.

Was wirklich hilft

Schnelle Gewichtsverluste können unter kontrollierten Bedingungen wirksam sein. Doch nachhaltig bleibt meist nur eine umfassende Lebensstiländerung.

Bei extremer Adipositas bleiben chirurgische Eingriffe das wirksamste evidenzbasierte Verfahren. Medikamente brauchen eine klare medizinische Indikation – und die Langzeitfolgen sind noch nicht vollständig erforscht.

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