Gewichtsabnahme, Early

Gewichtsabnahme: Early Responder erreichen 21,6 Prozent Verlust

17.06.2026 - 20:49:24 | boerse-global.de

Die EMA genehmigt eine hochdosierte Semaglutid-Tablette zur Gewichtsreduktion. Studien zeigen bis zu 21,6 Prozent Gewichtsverlust bei Early Respondern.

EMA-Zulassung für Semaglutid-Pille: Neue Hoffnung bei Adipositas
Gewichtsabnahme - Ein Blisterpack mit weissen ovalen Tabletten, teilweise geöffnet, auf einer reflektierenden Oberfläche. Im Hintergrund unscharfe medizinische Daten. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat Ende Mai 2026 grünes Licht für eine hochdosierte Semaglutid-Tablette zur Gewichtsreduktion gegeben. In der Zulassungsstudie erreichten die Teilnehmer einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von rund 16 Prozent.

„Early Responder“ verlieren über 20 Prozent

Auf dem europäischen Adipositas-Kongress (ECO2026) Mitte Juni präsentierte Daten zeigen ein differenzierteres Bild. In einer Teilgruppe der sogenannten „Early Responder“ dokumentierten Forscher einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 21,6 Prozent. Zudem verbesserte sich die Mobilität im Vergleich zur Placebo-Gruppe doppelt so stark.

Zum Vergleich: Real-World-Daten für die injizierbare Form von Semaglutid zeigen Gewichtsreduktionen von 17,6 Prozent nach einem Jahr und bis zu 20,3 Prozent nach 18 Monaten.

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Tägliche Einnahme auf nüchternen Magen nötig

Die orale Variante erfordert Disziplin: Patienten müssen die Tablette täglich im nüchternen Zustand einnehmen. Die Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen. In einer 64-wöchigen Studie traten bei 74 Prozent der Probanden gastrointestinale Beschwerden auf. Bei 7 Prozent führte das zum Abbruch der Therapie.

Novo Nordisk drängt nach China

Der dänische Hersteller Novo Nordisk treibt die globale Expansion voran. CEO Mike Doustdar kündigte Mitte Juni an, in wenigen Monaten einen Zulassungsantrag für die Abnehmpille in China zu stellen. Der Markt ist strategisch wichtig: Das Patent für Semaglutid lief dort bereits im März 2026 aus. Ab dem zweiten Quartal 2027 rechnet Novo mit Generika-Konkurrenz.

Bereits im ersten Quartal 2026 erzielten GLP-1-Präparate in China über E-Commerce-Plattformen wie Alibaba und JD.com einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Yuan. Wettbewerber Eli Lilly hatte schon Ende 2025 einen Zulassungsantrag für sein orales Präparat Orforglipron in China eingereicht.

Schweiz: 200 Millionen Franken für Semaglutid

Die Kosten beschäftigen zunehmend die Gesundheitssysteme. In der Schweiz beliefen sich die Ausgaben für Semaglutid-Präparate 2025 laut Krankenkassenverband Prioswiss auf rund 200 Millionen Franken. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die Vergütung für Wegovy bis Ende Februar 2027 befristet. Voraussetzung: ein BMI von mindestens 35 oder ein BMI von 28 bei Begleiterkrankungen.

Eine Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI) zeigt, dass bereits 9 Prozent der Schweizer Bevölkerung GLP-1-Medikamente zur Gewichtsabnahme nutzen.

Britische Preise: Tablette teurer als Spritze

In Großbritannien ist die Wegovy-Pille bereits für Patienten mit einem BMI ab 30 (bzw. 27 bei Komorbiditäten) zugelassen. Preislich liegt die Tablette in der niedrigsten Dosierung bei monatlich 134 GBP – die Spritze kostet 124 GBP.

Genetische Resistenz gegen GLP-1-Medikamente

Die Forschung identifiziert zunehmend Faktoren, die den Therapieerfolg beeinflussen. Eine Studie der Stanford University in Genome Medicine deutet auf eine mögliche „GLP-1-Resistenz“ hin. Demnach tragen rund 10 Prozent der Menschen eine genetische Variante des Enzyms PAM, die die Wirkung der Medikamente abschwächt. Diese Träger erreichten Blutzuckerziele deutlich seltener.

Muskelschwund als Nebenwirkung im Fokus

Parallel untersuchen Forscher Ansätze zur Optimierung der Körperzusammensetzung. Eine in Nature Medicine veröffentlichte Studie kombinierte Tirzepatid mit dem Antikörper Apitegromab. Ergebnis: Der Verlust an Magermasse (Muskulatur) sank über 24 Wochen von 30,2 Prozent auf 14,6 Prozent – bei stabilem Gesamtgewichtverlust. Fachleute weisen jedoch auf fehlende Langzeitdaten hin.

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