Gesundheitsnetze: PKV und TU Dresden fordern Reform des Präventionsgesetzes
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 14:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Gesundheitsförderung für ältere Menschen in Deutschland steht vor erheblichen strukturellen Herausforderungen. Wie aus dem zweiten Teil der Studie „Neue Gesundheitsnetze“ hervorgeht, die gemeinsam vom PKV-Verband und der TU Dresden durchgeführt wurde, scheitern viele vielversprechende Ansätze an der langfristigen Etablierung im kommunalen Raum.
Die Untersuchung, über die in Berichten vom 10.09.2026 und 11.09.2026 informiert wurde, analysiert die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Präventionsangeboten auf lokaler Ebene.
Strukturelle Defizite und die Problematik der Befristung
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist die Kritik an der mangelnden dauerhaften Wirkung vieler kommunaler Maßnahmen. Die Experten des PKV-Verbandes und der TU Dresden stellten fest, dass eine Verstetigung der Projekte häufig durch befristete Förderungen erschwert wird. Diese zeitliche Begrenzung der finanziellen Mittel verhindere, dass erfolgreiche Strukturen dauerhaft in die kommunale Gesundheitslandschaft integriert werden können.
Ein weiteres Hindernis stellen laut der Analyse unklare Zuständigkeiten dar. Ohne eindeutig definierte Verantwortlichkeiten zwischen den beteiligten Akteuren bleibe die Koordination der Gesundheitsnetze oft lückenhaft.
Zudem wurde in der Studie darauf hingewiesen, dass ein Großteil der untersuchten Projekte in hohem Maße von ehrenamtlichem Engagement abhängig sei. Dies berge das Risiko, dass Angebote wegbrechen, sobald die personellen Ressourcen auf freiwilliger Basis nicht mehr zur Verfügung stehen.
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Faktoren für eine erfolgreiche lokale Gesundheitsförderung
Trotz der aufgezeigten strukturellen Mängel liefert die Studie, die sich auf zehn ausgewählte Praxisbeispiele aus dem gesamten Bundesgebiet stützt, wichtige Erkenntnisse über gelungene Interventionsstrategien. Als wesentliche Erfolgsfaktoren für Präventionsprojekte im Alter wurden die persönliche Ansprache der Senioren sowie eine enge lokale Vernetzung identifiziert.
Die Analyse unterstreicht zudem die Bedeutung wohnortnaher Angebote. Nur wenn die Maßnahmen direkt im sozialen Umfeld der älteren Menschen verankert sind, können sie eine breite Akzeptanz finden und die Zielgruppe effektiv erreichen.
Die untersuchten Praxisbeispiele verdeutlichen, dass eine enge Verknüpfung von gesundheitlichen Angeboten und sozialen Strukturen vor Ort die besten Voraussetzungen bietet, um präventive Maßnahmen erfolgreich umzusetzen.
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Strategische Forderungen an die Bundespolitik
Basierend auf den Ergebnissen der Studie „Neue Gesundheitsnetze“ leiten der PKV-Verband und die TU Dresden konkrete Handlungsempfehlungen für die Politik ab.
In den Berichten vom September 2026 wird die Notwendigkeit einer nationalen Gesamtstrategie betont, um die Präventionsarbeit für ältere Menschen auf ein stabiles Fundament zu stellen. Dazu gehören insbesondere die Forderungen nach deutlich längeren Förderlaufzeiten und einer Klärung der rechtlichen sowie organisatorischen Zuständigkeiten.
Ein wesentlicher Aspekt der Empfehlungen ist der Einbezug der kommunalen Prävention in die anstehende Novelle des Präventionsgesetzes. Die Studienautoren sehen hierin die Chance, die Rahmenbedingungen für die lokale Gesundheitsförderung nachhaltig zu verbessern und sicherzustellen, dass präventive Angebote nicht nur temporäre Initiativen bleiben, sondern als dauerhafte Säule der Gesundheitsversorgung im Alter etabliert werden können.
