Gesundheits-KI, Kliniken

Gesundheits-KI: 52,8% der Kliniken nutzen künstliche Intelligenz

28.05.2026 - 05:09:58 | boerse-global.de

Über die Hälfte der deutschen Gesundheitsfirmen nutzt KI, doch Skalierbarkeit und Koordination bleiben zentrale Herausforderungen.

Gesundheits-KI: 52,8% der Kliniken nutzen künstliche Intelligenz - Foto: über boerse-global.de
Gesundheits-KI: 52,8% der Kliniken nutzen künstliche Intelligenz - Foto: über boerse-global.de

Doch der Weg zur flächendeckenden Digitalisierung ist steinig.

Eine aktuelle Studie zeigt: 52,8 Prozent der deutschen Gesundheitsorganisationen haben künstliche Intelligenz in mehreren Bereichen integriert. 43,6 Prozent melden sogar eine vollständige Integration. Damit liegt Deutschland hinter Spitzenreitern wie Saudi-Arabien (53 Prozent) zurück – aber deutlich vor vielen anderen europäischen Ländern.

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Die größten Hürden der Digitalisierung

Die Studie vom 26. Mai 2026 offenbart jedoch erhebliche Hindernisse. 43,4 Prozent der befragten Einrichtungen beklagen mangelnde Koordination. 49 Prozent berichten von einer zu langsamen Innovation. Besonders kritisch: Nur etwa ein Drittel der deutschen Gesundheitsanbieter fühlt sich bereit für einen schnellen Rollout neuer KI-Technologien.

Die Skalierbarkeit bleibt das zentrale Problem. Während einzelne Kliniken und Praxen Vorreiterrollen übernehmen, hinkt die breite Masse hinterher.

Augenheilkunde als digitaler Vorreiter

Die Ophthalmologie entwickelt sich zum Paradebeispiel für KI-gestützte Patientenversorgung. Eine am 27. Mai 2026 im Journal of Medical Internet Research veröffentlichte Studie verglich die Ansätze in Deutschland und Großbritannien. Ergebnis: Während die Briten auf ein zentrales Upgrade-Modell setzen, verfolgt Deutschland einen marktgetriebenen, aber fragmentierten Weg mit direktem Patientenzugang.

Die Forscher warnen: Ohne klare Behandlungspfade drohen Doppeluntersuchungen und zersplitterte Leistungen.

Ein Meilenstein gelang am 26. und 27. Mai 2026: ViaLase brachte sein FLIGHT-Verfahren weltweit auf den Markt. Die bildgeführte, nicht-invasive Femtosekundenlaser-Behandlung gegen Offenwinkelglaukom wurde erstmals in Europa eingesetzt – im Londoner Centre for Sight und in der Düsseldorfer Klinik Breyer, Kaymak & Klabe. Zum Vergleich: Weltweit leiden 76 Millionen Menschen an Glaukom, bis 2040 werden es voraussichtlich 112 Millionen sein.

KI-Zertifizierungen legen zu

Die Zahl zertifizierter medizinischer KI-Produkte wächst rasant. Europaweit sind inzwischen über 300 KI-Systeme als Medizinprodukte für die Radiologie zertifiziert. In den USA genehmigte die FDA 2025 ganze 295 neue KI-gestützte Medizinprodukte – insgesamt sind es dort mittlerweile über 1.451.

Neue Player drängen auf den deutschen Markt. Lucis, eine Präventionsplattform, die über 110 Blutbiomarker analysiert, sicherte sich am 26. Mai 2026 eine Series-A-Finanzierung in Höhe von 20 Millionen Euro. Das Unternehmen bedient aktuell 10.000 Nutzer in Großbritannien, Frankreich, Irland und Portugal und will noch 2026 nach Deutschland, Spanien und Italien expandieren.

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Staatliche Infrastruktur und Regulierungsdebatte

Die Bundesregierung setzt auf eine souveräne KI-Plattform. Seit dem 26. Mai 2026 ist klar: Deutsche Telekom und SAP bauen die dedizierte KI-Infrastruktur für die öffentliche Verwaltung. Der „Germany Stack" startet mit KIPITZ, einem KI-Assistenten für Dokumentenverarbeitung, Übersetzung und Zusammenfassung.

Doch die regulatorischen Rahmenbedingungen bleiben umstritten. Eine Bitkom-Studie zum zehnjährigen Bestehen der DSGVO zeigt: 81 Prozent der deutschen Unternehmen empfinden die Verordnung als Belastung, 69 Prozent sehen sie als Hemmnis für die KI-Entwicklung.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil forderte am 26. Mai 2026 eine offensive europäische KI-Regulierung. Er warnte vor der Dominanz US-amerikanischer Technologiekonzerne und rief die Europäer auf, die Regeln aktiv mitzugestalten. Nur so bleibe der Kontinent wettbewerbsfähig.

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