Gesunde Ernährung: Zehn Muster hängen mit langsamerem Altern zusammen
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Untersuchungen von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), die in der Fachzeitschrift Nature Communications erschienen sind, weisen auf eine Verbindung zwischen gesunder Ernährung und dem Tempo des biologischen Alterns hin.
Bei der Auswertung von Daten von rund 7.500 Erwachsenen zeigte sich, dass höhere Werte für alle zehn untersuchten Ernährungsmuster mit einer verlangsamten biologischen Alterung einhergingen.
Umfassende Kohorten und epigenetische Messungen
Die wissenschaftliche Analyse stützt sich primär auf die Rhineland-Studie des DZNE, an der 6.470 Personen im Alter von 30 bis 95 Jahren teilnahmen. Zur Validierung der Resultate diente eine unabhängige Untersuchung in der EPIC-Potsdam-Kohorte mit 1.034 Personen. Damit wurden die Befunde durch eine weitere Kohorte mit über 1.000 Erwachsenen bestätigt.
Um das biologische Alter zu erfassen, analysierten die Forschenden die DNA-Methylierung an rund 850.000 DNA-Stellen. Dabei kamen drei epigenetische Uhren zum Einsatz, die biologische Alterungsprozesse auf molekularer Ebene schätzen.
Gemeinsame Signalwege und spezifische Schwerpunkte
Zu den zehn analysierten Ernährungsweisen zählten unter anderem mediterrane, nordische, pflanzenbasierte sowie DASH-Ernährungsmuster. Die Analyse der biologischen Mechanismen verdeutlichte ein hohes Maß an Überschneidung: Über 70 % der betroffenen biologischen Signalwege waren bei allen Ernährungsweisen gemeinsam.
Gleichzeitig traten spezifische Akzente hervor. Während DASH-Muster deutliche Bezüge zu kardiovaskulären Stoffwechselwegen aufwiesen, waren MIND-Muster eher mit Signalwegen für Kognition und Gedächtnis verknüpft. Laut der Studienleitung waren die gemessenen Effekte zwar nachweisbar, insgesamt jedoch nicht groß.
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Auffallend war, dass der Zusammenhang bei Rauchenden am stärksten ausgeprägt war. Als mögliche Erklärung führten die Forschenden an, dass Personen mit erhöhtem gesundheitlichen Grundrisiko möglicherweise einen vergleichsweise größeren gesundheitlichen Nutzen aus einer verbesserten Ernährungsqualität ziehen können.
Methodische Grenzen und Ernährungsempfehlungen
Die Forschenden des DZNE betonen die Grenzen des Studiendesigns: Es handelt sich um eine reine Beobachtungsstudie. Die Ergebnisse belegen eine statistische Assoziation, jedoch keinen ursächlichen Zusammenhang von Ursache und Wirkung.
Entsprechend liegt kein Beweis vor, dass Ernährung das biologische Altern direkt steuert oder Erkrankungen verhindert. Hinzu kommt, dass die Ernährungsdaten auf Selbstangaben der Probanden basieren und epigenetische Uhren das biologische Altern abbilden, nicht aber die verbleibende Lebensdauer vorhersagen.
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Aus den Erkenntnissen lässt sich ableiten, dass keine einzelne perfekte Diät zwingend erforderlich ist, um gesundheitliche Effekte zu erzielen. Fachleute empfehlen mit Blick auf eine langfristige Ernährungsausrichtung vor allem mehr pflanzliche sowie wenig verarbeitete Lebensmittel, kombiniert mit einer ausreichenden Zufuhr von Protein und gesunden Fetten.
