Gersthofen: digiDEM Bayern bietet am 31. Oktober Demenz-Testtag an
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 05:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deDemenz ist keine unvermeidbare Alterserscheinung. Auf diese Tatsache weisen regionale Initiativen und Beratungsstellen verstärkt hin. Statt kognitive Einschränkungen als gewöhnlichen Bestandteil des Älterwerdens abzutun, rücken lokale Träger den Nutzen einer frühzeitigen medizinischen Abklärung und leicht zugänglicher Screening-Angebote in den Mittelpunkt.
Niederschwellige Tests als Orientierungshilfe
Ein zentrales Element der Aufklärungsarbeit bilden regionale Testangebote, die Betroffenen und Angehörigen eine erste Einschätzung ermöglichen. Am 31. Oktober 2026 veranstaltet das Projekt digiDEM Bayern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg von 9 bis 16 Uhr einen Testtag in der Begegnungsstätte „du & hier“ in Gersthofen.
Das Angebot richtet sich an Menschen über 65 Jahre mit Gedächtnisbeeinträchtigungen. Zu den Aufgaben gehören unter anderem Bilderkennung, Rechenaufgaben, das Nachsprechen von Sätzen sowie das Merken und Wiedergeben von Wörtern. Die Kosten übernimmt das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.
Ein weiterer Termin folgt am 11. November 2026 in Neustadt am Kulm. Dort organisiert digiDEM Bayern gemeinsam mit der örtlichen Seniorenbeauftragten einen Demenz-Screeningtag im Gemeindehaus. Der wissenschaftliche Kurztest dauert inklusive kurzer Beratung rund 15 bis 20 Minuten und richtet sich an Personen ab 65 Jahren, die bei sich oder Angehörigen eine Verschlechterung der Gedächtnisleistung bemerken.
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Die Organisatoren betonen bei derartigen Screenings regelmäßig, dass ein solcher Test keine ärztliche Diagnose ersetzt. Er dient vielmehr dazu, einen möglichen weiteren Abklärungsbedarf festzustellen und Verdachtsmomente strukturiert zu erfassen.
Frühe Diagnostik und beeinflussbare Risikofaktoren
Die Notwendigkeit einer differenzierten Abklärung begründen Experten mit den Merkmalen der Erkrankung. Bei Informationsveranstaltungen der Demenzinitiative Laichingen wurde herausgestellt, dass die Alzheimer-Krankheit mit einem Anteil von rund 60 bis 70 Prozent die häufigste Form der Demenz darstellt.
Betroffen sind demnach etwa 7 Prozent der 75- bis 79-Jährigen und rund ein Viertel der 85- bis 89-Jährigen. Bis zu einer verlässlichen Diagnose vergehen in vielen Fällen mehrere Monate; eine gesicherte Diagnose kann nur ein Neurologe stellen. Eine Heilung existiert derzeit nicht.
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Zugleich klären Beratungsstellen wie der Pflegestützpunkt Landkreis Heilbronn über weit verbreitete Missverständnisse auf. So können auch Personen um das 50. Lebensjahr bereits von einer Demenzerkrankung betroffen sein. Auf der Grundlage neuerer hirnorganischer Erkenntnisse sind Menschen bis ins höchste Alter lernfähig, sofern das Gehirn organisch gesund ist.
Auch wenn es keine gesicherte Vorbeugung gegen das Entstehen neurodegenerativer Prozesse gibt, deuten Erkenntnisse auf Möglichkeiten hin, den Verlauf zu verzögern. Fachstellen raten zu regelmäßiger körperlicher und geistiger Aktivität, einer ausgewogenen mediterranen Kost und einer stabilen sozialen Einbindung.
Ebenso gilt die konsequente medizinische Behandlung von Begleit- und Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Blutfettwerten, Übergewicht sowie einer bestehenden Hörminderung als wichtiger Hebel im Umgang mit der Erkrankung. Niederschwellige Test- und Beratungstage sollen helfen, diese Maßnahmen möglichst frühzeitig in den Alltag Betroffener zu integrieren.
