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Germany Stack: SAP und Telekom bauen 250-Mio-KI-Cloud für Behörden

29.05.2026 - 09:02:47 | boerse-global.de

SAP und Telekom starten mit staatlicher Förderung den Germany Stack für die öffentliche Verwaltung. Ein Konkurrenz-Bündnis legt Beschwerde ein.

Germany Stack: SAP und Telekom bauen 250-Mio-KI-Cloud für Behörden - Foto: über boerse-global.de
Germany Stack: SAP und Telekom bauen 250-Mio-KI-Cloud für Behörden - Foto: über boerse-global.de

SAP und die Deutsche Telekom planen eine gemeinsame, souveräne KI-Infrastruktur für Bund, Länder und Kommunen. Das Projekt trägt den Namen Germany Stack und soll sensible Verwaltungsaufgaben wie Dokumentenverarbeitung, Übersetzungen und automatisierte Zusammenfassungen übernehmen.

Eine der ersten Anwendungen: KIPITZ, ein spezialisierter KI-Assistent für Angestellte im öffentlichen Dienst. Die Plattform basiert auf einer skalierbaren Infrastruktur- und Plattform-as-a-Service-Umgebung (IaaS/PaaS).

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250 Millionen Euro für die Cloud – doch ein Konkurrent klagt

Die Bundesregierung hat rund 250 Millionen Euro für den Aufbau dieser KI-Cloud bereitgestellt. Den Zuschlag erhielt ein Konsortium aus T-Systems, SAP, SVA und Schwarz Digits. Doch der Vergabeprozess geriet ins Stocken: Am 28. Mai legte ein konkurrierendes Bündnis aus Adesso und Google Beschwerde bei der Vergabekammer ein.

Das sorgt für politischen Zündstoff. Kritiker wie die Free Software Foundation Europe warnen vor einer zu starken Abhängigkeit von einzelnen Anbietern – Stichwort Vendor-Lock-in. Ihre Forderung: Software, die mit Steuergeldern finanziert wird, müsse als Open Source veröffentlicht werden. Der Hintergrund: Allein 2025 gab der deutsche Staat 110 Millionen Euro für SAP-Lizenzen und 481 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen aus.

??Industrielle KI-Cloud für Berlin – 10.000 Grafikkarten geplant

Neben dem Behördenprojekt entsteht ein weiterer Großrechner. Telekom, NVIDIA und SAP bauen in Berlin eine Industrial AI Cloud – mit einem Investitionsvolumen von einer Milliarde Euro. Rund 10.000 NVIDIA-Grafikprozessoren (DGX B200 und RTX Pro 6000) sollen Deutschlands KI-Rechenleistung um etwa 50 Prozent steigern. Die Anlage ist als geschützte Umgebung konzipiert, in der die heimische Industrie souveräne KI-Anwendungen entwickeln kann.

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Auch international tut sich was: Der indische IT-Dienstleister Tata Consultancy Services (TCS) und der schwedische Industriekonzern SKF gaben am 27. Mai eine Partnerschaft bekannt. Ziel ist die Transformation globaler Fertigungsprozesse durch KI – inklusive einer neuen ERP-Generation.

Siemens Energy sucht KI-Architekten – Rekordaufträge

Der Boom der Infrastrukturprojekte treibt die Nachfrage nach Spezialisten in die Höhe. Siemens Energy sucht KI- und Digital Solution Architects für Standorte in Berlin, Hamburg und Frankfurt. Die Aufgabe: Generative KI und Retrieval-Augmented Generation (RAG) vom Prototypen in die Produktion überführen. Auch die Innovations- und Digitalagentur (ida) schrieb am 27. Mai eine Stelle als Solution Architect aus – mit Fokus auf cloud-native KI-Module.

Die Personalsuche fällt in eine Phase glänzender Geschäftszahlen: Siemens Energy meldete für das zweite Quartal 2026 einen Rekordauftragseingang von 17,7 Milliarden Euro. Allein die Sparte Grid Technologies legte beim Umsatz um 25 bis 27 Prozent zu – angetrieben durch den wachsenden Bedarf, Rechenzentren ans Stromnetz anzuschließen.

Siemens strafft Führung – evosoft wird geschlossen

Während einige Bereiche boomen, konsolidiert sich die Konzernstruktur an anderer Stelle. Siemens treibt seine ONE Tech Company-Reorganisation voran. Führungsposten werden gestrafft, verschiedene Titel durch einheitliche Bereichsleiter-Bezeichnungen ersetzt. Die Software-Tochter evosoft soll bis Ende 2027 geschlossen werden – rund 380 Stellen sind betroffen. Siemens setzt künftig verstärkt auf interne Softwareentwicklung.

Deutschland bei KI-Fitness nur Mittelmaß

Trotz der Großprojekte zeigt eine Studie der Unternehmensberatung PwC vom 27. Mai: Deutschlands Unternehmen hinken bei der KI-Transformation hinterher. Der AI Fitness Score liegt bei 5,6 von 10 Punkten – knapp über dem globalen Median von 5,5, aber deutlich hinter Spitzenreitern wie China oder Saudi-Arabien.

Besonders auffällig: 52 Prozent der deutschen Firmen setzen KI vor allem für Effizienzsteigerungen ein. Nur 25 Prozent nutzen die Technologie gezielt für Umsatzwachstum. Und lediglich 42 Prozent der deutschen Führungskräfte übernehmen persönliche Verantwortung für KI-Ergebnisse. Bei den globalen Vorreitern sind es 74 Prozent.

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