Gentherapien: CRISPR-Medikament reduziert Anfälle um 87 Prozent
03.06.2026 - 17:31:13 | boerse-global.deImmer mehr Biotech-Unternehmen setzen auf genetische und RNA-basierte Therapien, um Krankheitsursachen direkt zu bekämpfen – statt nur Symptome zu lindern. Besonders im Bereich der Nierengesundheit zeichnen sich bahnbrechende Entwicklungen ab.
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Milliarden-Partnerschaft für RNA-Editing
Ein zentrales Signal setzt der Pharmariese Eli Lilly: Anfang Juni 2026 schloss das US-Unternehmen eine globale Forschungskooperation mit Ascidian Therapeutics ab. Das Volumen des Deals: bis zu 1,9 Milliarden Euro. Im Fokus steht Ascidians RNA-Editing-Plattform, die defekte Gen-Abschnitte durch funktionale Sequenzen ersetzen kann.
Die Aufgabenverteilung ist klar: Ascidian übernimmt die Entdeckung und präklinische Entwicklung, Eli Lilly die klinischen Studien, Produktion und Vermarktung. Die genaue Höhe der Vorauszahlung blieb unter Verschluss – hinzu kommen jedoch erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen und gestaffelte Lizenzgebühren.
Bereits im Mai 2026 hatte Ascidian vielversprechende klinische Daten zu seinem Spitzenkandidaten ACDN-01 vorgelegt. Das Medikament zeigte bei Patienten mit Stargardt-Krankheit über drei Monate ein stabiles Sicherheitsprofil und erhielt die Sehschärfe.
Neue Hoffnung für Nierenkranke
Auf dem ERA-Kongress in Glasgow Anfang Juni 2026 präsentierte Bayer zudem vollständige Ergebnisse der Phase-III-Studie FIND-CKD. Die Daten belegen die Wirksamkeit von KERENDIA (Finerenon) bei Patienten mit nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung. Das Medikament ist bereits zur Behandlung von diabetischer Nierenerkrankung und Herzinsuffizienz zugelassen.
CRISPR-Therapie: 87 Prozent weniger Attacken
Ein weiterer Meilenstein gelang Intellia Therapeutics mit seiner In-vivo-CRISPR-Therapie. Auf dem EAACI-Kongress in Istanbul stellte das Unternehmen im Juni 2026 die Ergebnisse der Phase-III-Studie HAELO vor. Das Medikament Lonvoguran Ziclumeran (Lonvo-Z) reduzierte die Anfallshäufigkeit bei Patienten mit hereditärem Angioödem um 87 Prozent.
Noch beeindruckender: 62 Prozent der Patienten blieben nach einer einzigen Infusion anfallsfrei – in der Placebogruppe waren es nur 11 Prozent. Ein Zulassungsantrag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA ist bereits eingereicht. Die Markteinführung in den USA wird für die erste Jahreshälfte 2027 erwartet.
„Molekulares Skalpell“ eröffnet neue Möglichkeiten
Auch grundlegende Forschung macht Fortschritte. Ein internationales Team – darunter Wissenschaftler des HIRI und von Akribion Therapeutics – veröffentlichte Anfang Mai 2026 in Nature die Funktionsweise der CRISPR-Nuklease Cas12a2. Dieses „molekulare Skalpell“ erkennt RNA-Zielsequenzen und löst die unspezifische Spaltung von Nukleinsäuren aus.
Die Technik könnte gezielt bestimmte Zellen in menschlichen Organismen eliminieren – vielversprechend für die Krebsforschung und die Behandlung von Infektionskrankheiten.
Die stille Epidemie: Millionen wissen nichts von ihrer Krankheit
Die Dringlichkeit dieser Innovationen unterstreicht ein Report im Fachblatt The Lancet von Anfang Juni 2026. Demnach leiden weltweit rund 14 Prozent der über 20-Jährigen an chronischer Nierenerkrankung. Doch zwischen 70 und 80 Prozent der Betroffenen wissen nichts von ihrer Erkrankung. Besonders Frauen werden häufig nicht diagnostiziert. Die Autoren fordern verbesserte Screening- und Diagnoseverfahren.
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Eli Lilly baut Pipeline weiter aus
Der Konzern investiert massiv in die Zukunft: Im Juni 2026 schloss Eli Lilly eine Forschungs- und Lizenzvereinbarung mit Haisco Pharmaceutical aus Asien über bis zu fünde Programme in verschiedenen Therapiebereichen. Mögliche Meilensteinzahlungen: bis zu 2,97 Milliarden Euro.
Parallel treibt Eli Lilly seine Stoffwechsel-Pipeline voran. CEO David Ricks zeigte sich zuversichtlich für die Markteinführung von Foundayo, einem oralen Abnehm-Medikament, im Jahr 2026. Der Erfolg im Segment ist bereits jetzt spürbar: Im ersten Quartal 2026 erzielte das Abnehm-Medikament Zepbound Umsätze von rund 4,2 Milliarden Euro – ein Plus von 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
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