Genesis, Eno

Genesis AI Eno: Französisches Start-up zeigt Mehrzweck-Roboter

18.06.2026 - 01:30:46 | boerse-global.de

Tech-Konzerne und Start-ups präsentieren neue Roboter für Industrie, Logistik und Labore. Der Wandel zur verkörperten KI beschleunigt sich.

Neue Robotergeneration: Genesis AI, Seres und FF zeigen Innovationen
Genesis - A modern, wheeled humanoid robot with articulated arms and human-like hands stands in a bright, high-tech factory setting. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Maschinen sind für Industrie, Handel und Labore konzipiert. Die Ankündigungen signalisieren einen beschleunigten Wandel hin zur sogenannten „verkörperten Künstlichen Intelligenz" (Embodied AI) in physischen Arbeitsumgebungen.

Französisches Start-up präsentiert rollenden Allrounder

Das französische Start-up Genesis AI enthüllte am Montag seinen ersten Mehrzweck-Roboter namens Eno. Unterstützt wird das Unternehmen von prominenten Investoren wie dem ehemaligen Google-CEO Eric Schmidt und Xavier Niel. Erst kürzlich sicherte sich Genesis AI 105 Millionen Euro Startkapital von Risikokapitalgebern wie Eclipse und Khosla Ventures.

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Eno setzt auf ein minimalistisches Design: Statt Beinen hat er eine Rollbasis, einen verstellbaren Teleskoparm und geschickte Hände, die der menschlichen Form nachempfunden sind. Die Entscheidung für Räder sei bewusst getroffen worden, so die Verantwortlichen – optimiert für ebene Böden. Beine blieben Spezialaufgaben wie dem Treppensteigen vorbehalten. Angetrieben wird Eno vom hauseigenen GENE-Modell, das ihm logisches Denken und die Ausführung mehrstufiger Aufgaben ermöglicht.

Die Produktion und erste Auslieferungen sollen noch Ende 2026 anlaufen. Zunächst konzentriert sich Genesis AI auf die Bereiche Fertigung, Logistik und Labore. Später sollen Gastgewerbe, Gesundheitswesen und der Privatkundenmarkt folgen. Eine Partnerschaft mit LG CNS könnte zudem Einsätze im gesamten LG-Konzern ermöglichen.

Autobauer steigen ins Robotergeschäft ein

Am Dienstag zeigten gleich zwei Autokonzerne ihre neuen Robotersysteme. Der chinesische Hersteller Seres Group präsentierte Xiaosai, seinen ersten humanoiden Roboter. Er ist speziell für Fahrzeuginspektionen und Produktionsaufgaben ausgelegt. Xiaosai verfügt über Bilderkennung, autonome Begrüßungsfunktionen und Sprachsteuerung. Seres setzt in seinen Werken bereits über 3.000 Industrieroboter und 1.600 intelligente Geräte ein. Das Unternehmen kündigte an, noch 2026 weitere Produkte im Bereich der verkörperten Intelligenz vorzustellen. Damit reiht sich Seres in eine wachsende Liste von Autobauern wie Xpeng und BYD ein, die ebenfalls im Robotermarkt aktiv sind.

Auch Faraday Future (FF) zeigte am Dienstag seine EAI Robot World mit sechs Produktserien. Das Flaggschiff, der humanoide All-New Futurist, ist 1,73 Meter groß und wiegt 55 Kilogramm. Er besitzt 31 Freiheitsgrade, erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von knapp 18 km/h und hat eine Betriebsdauer von sechs Stunden. Angesteuert wird er über NVIDIAs Sonic-Steuerungssystem. Als Teil einer Bildungsinitiative für verkörperte KI stellte FF zudem einen vierbeinigen Roboter namens FX Navi vor – zum Preis von rund 1.800 Euro.

Infrastruktur: Vom Roboterarm zum Supercomputer

Auf der VivaTech 2026 in Paris zeigte Foxconn am Dienstag einen rollenden humanoiden Roboter für die Präzisionsmontage. Das Modell nutzt NVIDIAs Isaac GR00T-Plattform. Parallel dazu kündigten Foxconn, NVIDIA und Bull die Produktion des KI-Supercomputers NVIDIA Vera Rubin NVL72 in Tschechien und Frankreich an. Das System soll eine Rechenleistung von 3,6 ExaFLOPS und eine Bandbreite von 260 TB/s bieten – genug, um großangelegte KI-Operationen zu unterstützen.

Auf der Softwareseite veröffentlichte das Qwen-Team von Alibaba am Montag die Qwen-Robot-Suite. Diese Familie von Basismodellen für Robotik umfasst Qwen-RobotNav für Navigation, Qwen-RobotManip für Manipulation und Qwen-RobotWorld als Weltmodell. Das Manipulationsmodell wurde mit über 38.100 Stunden Open-Source-Daten trainiert und befindet sich derzeit in der Pilotphase.

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Zwischen Euphorie und Skepsis: Der Markt für Roboter

Während etablierte Firmen und Start-ups um die Vorherrschaft ringen, zeigt sich der Markt gespalten. So demonstrierte Unitree am Dienstag die Fähigkeiten seines humanoiden Roboters G1 „Koid" – darunter Treppensteigen und beidhändige Bewegungen. Doch Marktforscher stellen fest: Nur 23 Prozent der aktuellen Käufer sind mit bestehenden humanoiden Modellen zufrieden.

Auch die öffentliche Stimmung bleibt verhalten. Laut einer aktuellen Umfrage von Reuters/Ipsos befürchten 53 Prozent der Amerikaner, dass KI und Robotik zu Arbeitsplatzverlusten führen werden. Trotz dieser Bedenken treiben die Hersteller ihre Produktionsziele voran. Firmen wie 1X Technologies verzeichnen bereits eine starke Nachfrage nach Haushaltsrobotern. Andere, wie Hyundais Atlas-Programm, peilen bis 2028 eine Produktionskapazität von 30.000 Einheiten pro Jahr an.

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