General Motors: Autonomes Fahren ab 2028 im Cadillac Escalade
14.06.2026 - 22:11:24 | boerse-global.de
Statt auf Robotaxi-Flotten zu setzen, konzentriert sich der Konzern künftig auf fahrerlose Assistenzsysteme für Privatfahrzeuge. Bis 2028 soll das „eyes-off"-Fahren auf Autobahnen Realität werden – zunächst im Luxus-SUV Cadillac Escalade IQ.
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Vom Robotaxi zum persönlichen Fahrerlebnis
Die Neuausrichtung ist eine direkte Folge der Schließung der Cruise-Sparte Ende 2024. General Motors hatte zuvor zwischen zehn und zwölf Milliarden Euro in das Robotaxi-Projekt investiert und 1.000 Stellen gestrichen. Nun setzt das Unternehmen auf ein Modell, das Autonomie als Premium-Feature für Privatkunden vermarktet.
Das bestehende Super-Cruise-System dient als technologische Basis. Bereits 750.000 Fahrzeuge haben damit 1,6 Milliarden Kilometer freihändig zurückgelegt. Die Einnahmen aus dem System beliefen sich 2025 auf rund 215 Millionen Euro – interne Prognosen sehen einen Anstieg auf knapp 370 Millionen Euro vor.
Technologie-Offensive mit KI-Unterstützung
Chief Product Officer Sterling Anderson, seit Mai 2025 an Bord, treibt die Entwicklung voran. Der Ansatz: Zuerst die Autobahn, dann die Stadt. Die Architektur soll später auf komplexere Umgebungen ausgeweitet werden.
Die technischen Dimensionen sind beeindruckend. Das neue System trainiert in einer digitalen Umgebung, die täglich 100 Jahre menschliches Fahren simuliert. Rund 90 Prozent des Codes werden bereits von Künstlicher Intelligenz generiert. Zudem kommt Google Gemini AI für die Datenverarbeitung zum Einsatz.
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Rückkehr der Experten
Nach der Cruise-Schließung hat General Motors rund 100 ehemalige Ingenieure zurückgeholt. Sie arbeiten nun an den persönlichen Autonomiesystemen – ein klares Signal, dass der Konzern auf hausgemachte Expertise setzt.
Wettlauf um die Zukunft
Mit einem Börsenwert von rund 66 Milliarden Euro und einem Aktienkurs von etwa 75 Euro positioniert sich GM im globalen Wettbewerb. Während Nissan in Tokio bereits für Ende 2026 einen Robotaxi-Dienst plant, zielen andere Hersteller auf 2028 und später.
Der Zeitplan von General Motors passt sich damit den branchenweiten Entwicklungen an. Software-definierte Fahrzeuge und KI-gesteuerte Architekturen bestimmen zunehmend die Strategien der Autobauer – ein Wettlauf, bei dem auch deutsche Hersteller wie BMW und Mercedes-Benz längst mitmischen.
