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GenAI Creators Fund: Amazon treibt KI in Hollywood voran

04.06.2026 - 18:42:24 | boerse-global.de

Amazon startet GenAI Creators Fund für Filmproduktion, stößt aber auf massive Ablehnung von Kreativen und eigenen Mitarbeitern.

Amazon KI-Fonds: Regisseur-Ausstieg und heftige Proteste in Hollywood
GenAI - A robotic hand with glowing blue lines sketches an animated character on a tablet, set against a blurred film studio. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein Regisseur steigt aus, Mitarbeiter protestieren.

Amazon MGM Studios und Amazon Web Services (AWS) haben den GenAI Creators Fund ins Leben gerufen – ein Programm, das Filmemachern und Startups Zugang zu KI-Infrastruktur für die Content-Produktion verschaffen soll. Die Ankündigung am 3. Juni 2026 markiert einen weiteren Vorstoß des Konzerns in die automatisierte Unterhaltungsbranche.

Projekt Nara: Amazons KI-Schmiede

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Herzstück der Initiative ist Project Nara, eine auf AWS basierende Plattform, die das KI-Tool Kling mit Amazons eigener Technologie kombiniert. Zeitgleich bestellte Amazon Prime Video drei neue Animationsserien: Punky Duck von Jorge Gutiérrez, Love, Diana Music Hunters sowie Cupcake & Friends von BuzzFeed Studio. Weitere Partnerschaften sollen folgen.

Doch der Start verlief alles andere als reibungslos.

Regisseur steigt aus – Kreative empört

Bereits am Tag der Ankündigung zog Regisseur Jorge Gutiérrez – bekannt für The Book of Life – die Reißleine. Nach massiver Kritik aus der Branche verkündete er seinen Ausstieg aus dem Punky Duck-Projekt. In einer Entschuldigung auf Social Media ließ er durchblicken, dass Taten mehr zählten als Worte.

Die Ablehnung sitzt tief: Synchronsprecher Billy West bezeichnete den Einsatz von KI in der Kreativarbeit als „Diebstahl der Seele“. Backrooms-Regisseur Kane Parsons wetterte am 4. Juni gegen generative KI – sie sei ein Werkzeug des kulturellen und wirtschaftlichen Verfalls, kein legitimes kreatives Mittel.

Programmstrategie unter Druck

Der KI-Vorstoß fällt in eine Phase der Neuausrichtung bei Amazon. Am 3. Juni strich der Konzern überraschend die geplante Neuauflage der Science-Fiction-Reihe Stargate. Das Projekt war zwei Jahre lang unter dem erfahrenen Produzenten Martin Gero entwickelt worden – ein fertiger Autorenraum existierte bereits.

Konzernvertreter begründeten den Schritt mit mangelnder Übereinstimmung mit der aktuellen Programmpolitik. Beteiligte Produzenten widersprachen: Die Serie sei genau darauf ausgelegt gewesen, neue Zuschauer zu gewinnen und gleichzeitig die etablierte Handlungstreue zu wahren.

KI-Rennen: Konkurrenz zieht voraus

Während Amazon unter Beschuss steht, treiben andere Player die KI-Expansion voran. Am 4. Juni kündigte JioStar – ein Joint Venture von Reliance Industries und Disney – eine beschleunigte KI-Content-Strategie an. Nach dem Erfolg der KI-generierten Serie Mahabharat: Ek Dharmayudh (6,5 Millionen Aufrufe am Starttag) sollen 80 KI-Spezialisten eingestellt werden. Geplant sind die Serie Makaraj und der Film Hanuman.

Auch Hollywood-Ikone Martin Scorsese steigt ein: Am 3. Juni wurde er Partner und Berater des Freiburger Startups Black Forest Labs. Scorsese nutzt dessen Bildgenerierungs-Tools offenbar für das Pre-Production-Storyboarding. Kollege Boots Riley kritisierte diesen Schritt scharf und stellte die langfristigen Folgen solcher Unterstützung für die Branche infrage.

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Interne Kritik: Milliarden für KI, Stellenstreichungen für Menschen

Doch nicht nur extern regt sich Widerstand. Am 3. Juni äußerten Amazon-Mitarbeiter und Ingenieure in Seattle vor dem Stadtrat Bedenken gegen die 200 Milliarden Dollar (rund 185 Milliarden Euro) schweren KI-Investitionen des Konzerns.

Der Vorwurf: Während Amazon massiv in Rechenzentren investiert, wurden rund 30.000 Stellen in anderen Bereichen gestrichen. Die Belegschaft fordert mehr Transparenz über die Investitionen und Maßnahmen zur Abfederung der sozialen Folgen der Massenentlassungen. Zwei von fünf geplanten Rechenzentrumsprojekten in der Region wurden bereits zurückgezogen.

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