Gemüse haltbar machen: VHS-Kurs in Weingarten zeigt Pesto und Vorratstipps
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin Kursangebot der Volkshochschule in Zusammenarbeit mit der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) Weingarten hat die Möglichkeiten zur Haltbarmachung von Gartengemüse und Restbeständen thematisiert.
In der Veranstaltung wurde aufgezeigt, wie sich Ernteerträge zu Pesto, Antipasti oder Gemüsewürzpaste verarbeiten lassen. Die Solawi Weingarten, die Gemüse für knapp 100 Anteile sowie für acht Kindertagesstätten anbaut, verdeutlichte dabei den Wert einer effizienten Vorratshaltung.
Verfahren zur häuslichen Weiterverarbeitung
Laut Berichten vom 27.09.2026 konnten Teilnehmende des Kurses in Weingarten jeweils sechs Gläser der hergestellten Produkte mitnehmen. Dabei wurde erläutert, dass selbstgemachtes Pesto im Kühlschrank über mehrere Wochen haltbar bleibe. Ein besonderer Fokus lag auf der Herstellung von Gemüsewürzpaste: Ein Esslöffel dieser Paste könne einen Teelöffel gekaufter, getrockneter Gemüsebrühe ersetzen.
Hinsichtlich der Konservierung wurde betont, dass Öl und Salz zwar eine schützende Wirkung entfalten, diese jedoch zeitlich begrenzt sei. Für die Anlage dauerhafter Vorräte sei das Sterilisieren der Gefäße und Inhalte unerlässlich.
Ergänzend dazu bieten Rezepte für Kühlschrankgurken eine kurzfristige Alternative: Ein Sud aus 500 ml Wasser, 500 ml hellem Essig (5 % Säure), Zucker und Salz wird hierbei über etwa 1 kg Einlegegurken gegossen. Diese seien nach einem Tag aromatisiert, müssten jedoch dauerhaft gekühlt und innerhalb weniger Wochen verbraucht werden.
Fachgerechte Lagerung unterschiedlicher Gemüsesorten
Die Verbraucherzentrale Sachsen gab in aktuellen Empfehlungen detaillierte Richtwerte für die Lagerung von Wintervorräten heraus. Kartoffeln sollten demnach dunkel, luftig und bei Temperaturen zwischen 4 und 8 °C gelagert werden, um die Bildung von Solanin durch Lichteinfall zu verhindern. Für Weiß- und Rotkohl werden Temperaturen von 0 bis 4 °C im Kühlschrank empfohlen, wodurch eine Haltbarkeit von mehreren Wochen erreicht werden könne.
Weitere Lagerhinweise für den Herbst:
* Wurzelgemüse: Möhren, Rote Bete und Sellerie halten sich in feuchtem Sand oder im Gemüsefach länger, sofern das Grün vorher entfernt wurde.
* Kürbisse: Laut Ökotest sind Temperaturen um 12 °C ideal. Die Früchte sollten trocken, frostfrei und mit ausreichender Luftzirkulation gelagert werden.
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Sorten wie Hokkaido oder Butternut eignen sich für eine monatelange Lagerung, während Sommerkürbisse wie Rondini zeitnah verbraucht werden sollten.
* Zwiebelgewächse: Zwiebeln und Knoblauch benötigen eine trockene, luftige Umgebung und sollten getrennt von Kartoffeln aufbewahrt werden.
Für die industrielle Kartoffellagerung empfehlen Experten von Arvalis für die Ernte 2026 spezifische Belüftungsraten: 100 m³ Luft pro Stunde je Kubikmeter Kartoffeln in Schüttgutlagern. Die Wundheilung der Knollen erfolge optimal bei 12 bis 15 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 90 %.
Vorbereitungen für die Winterernte und Gartenpflege
Der Bayerische Landesverband für Gartenbau und Landespflege rät dazu, Beete im Herbst so lange wie möglich bedeckt zu halten. Feldsalat könne für eine Winterernte bis etwa Mitte September gesät werden; Spinat und winterharte Asiasalate sind in Hochbeeten teils bis Mitte Oktober säbar.
Bei Tageslängen unter zehn Stunden verlangsame sich das Wachstum deutlich, weshalb Schutzvorrichtungen wie Vliese oder Frühbeete gegen Frost und Nässe zum Einsatz kommen sollten.
Beim Aufbau von Hochbeeten wird im Herbst empfohlen, die unteren Schichten mit Ästen, Laub und Kompost aufzufüllen. Diese Schichten setzen sich in der ersten Saison um etwa 20 bis 30 %, weshalb frische Pflanzerde meist erst im Frühjahr (März oder April) ergänzt wird.
Rechtliche Aspekte der Nachernte
Franz Retzer vom Landgut Dobler wies darauf hin, dass das Auflesen von kleinen Kartoffeln oder Zwiebeln, die nach der regulären Ernte auf den Feldern verblieben sind, ausdrücklich erwünscht sei. Der Landesbauernverband Sachsen-Anhalt und die dpa stellten jedoch klar, dass das Sammeln von Feldfrüchten vor oder während der Ernte als Diebstahl gewertet wird.
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Zwiebeln können beispielsweise nach der Ernte bis zu zehn Tage zum Trocknen auf dem Feld verbleiben; ein eigenmächtiges Einsammeln in dieser Phase könne zur Anzeige führen. Im Zweifelsfall sollten Verbraucher stets vorab die Erlaubnis des landwirtschaftlichen Betriebes einholen.
