Gemini-Plattform: Tastatur-Bug nach Android-17-Update blockiert Gmail
20.06.2026 - 21:36:09 | boerse-global.de
Von veralteten Pop-ups bis zu blockierten Tastaturen: Googles Gemini-Plattform hat derzeit mit mehreren technischen Problemen zu kämpfen. Nutzer berichten von Interface-Fehlern auf verschiedenen Geräten – und das, während der Konzern gleichzeitig neue Funktionen ausrollt.
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Veraltete Benachrichtigungen und Leistungsprobleme
Auf Plattformen wie Reddit melden Anwender einen kuriosen Bug: In der Gemini-App erscheint ein Pop-up mit dem Titel „Einführung der neuen 2.0-Modelle" – eine Meldung, die längst überholt ist. Die Gemini-2-Serie startete bereits Ende 2024. Das Auftauchen dieser veralteten Nachricht fällt zeitlich mit Diskussionen über verändertes Modellverhalten und strengere Nutzungslimits zusammen.
Google hat zwischenzeitlich reagiert. Ein technisches Update für Gemini 3.5 Flash soll einen Fehler beheben, der zu übermäßigen Textwiederholungen führte. Gleichzeitig wurden die wöchentlichen Nutzungskontingente für alle User zurückgesetzt, um weitere Tests zu ermöglichen.
Die Branche wartet derweil auf den breiten Start von Gemini 3.5 Pro, den Google auf der I/O-Konferenz im Mai ankündigte. Das Pro-Modell soll einen Kontext von zwei Millionen Tokens bieten – das entspricht etwa 1.500 Buchseiten. Damit positioniert es sich als Konkurrent zu anderen Hochleistungs-KI-Modellen.
Tastatur-Problem auf Pixel-10-Geräten
Besitzer der neuen Pixel-10-Serie – inklusive Pro XL und Pro Fold – haben ein ernstes Problem entdeckt. Nach dem Android-17-Update vom Juni 2026 blockiert die Gemini-Funktion „Help me write" in Gmail die Standard-Tastatur. Ein manuelles Tippen von Antworten wird dadurch unmöglich.
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Die KI-Funktion überschreibt offenbar die normale Eingabemethode. Google hat noch keinen offiziellen Fix veröffentlicht. Ein bekannter Workaround: Die entsprechenden Gemini-Optionen in den Gmail-Einstellungen deaktivieren. Der Fehler kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt – Google versucht gleichzeitig, sein „Neural Expressive"-Design mit neuen Animationen und haptischem Feedback im Gemini-Ökosystem zu etablieren.
Heimlicher Download sorgt für Kritik
Für Diskussionen sorgt auch die mangelnde Transparenz bei der Integration von KI auf dem Gerät. Wie kürzlich bekannt wurde, lädt der Chrome-Browser auf kompatiblen Geräten eine vier Gigabyte große Datei namens „weights.bin" herunter. Sie enthält Gemini Nano, das kompakte KI-Modell von Google.
Kritiker bemängeln, dass keine explizite Zustimmung für den Download eingeholt wird. Das Modell lässt sich allerdings über die Systemeinstellungen deaktivieren, die Dateien können manuell gelöscht werden.
Parallel dazu hat Google seine visuellen KI-Tools aktualisiert. Das System „Nano Banana 2" auf Basis von Gemini 3.1 Flash Image ist nun der Standard-Bildgenerator in Gemini, der Google-Suche und in Werbeanzeigen. Es erlaubt erweiterte kreative Kontrolle: Bis zu fünf Charaktere und 14 verschiedene Objekte in Auflösungen bis zu 4K. Zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte nutzt das System die Standards SynthID und C2PA.
Integration in Apple-Systeme geplant
Die aktuellen Updates folgen auf größere Ankündigungen aus dem Frühjahr. Damals stellte Google Pläne vor, Gemini-Modelle in das Foundation Models Framework von Apple für kommende iOS- und macOS-Versionen zu integrieren. Diese Zusammenarbeit soll Programmieraufgaben in Entwicklungsumgebungen wie Xcode unterstützen.
Zudem hat Google „Gemini Spark" eingeführt – einen rund um die Uhr verfügbaren KI-Agenten auf Basis des 3.5-Flash-Modells. Verfügbar in den USA, automatisiert er Aufgaben wie Terminplanung und Preisverfolgung in Google Workspace. Branchendaten zufolge nutzen derzeit über 900 Millionen Menschen monatlich die Gemini-Plattform in 230 Ländern.
