Gemini, Googles

Gemini: Googles KI-App erreicht eine Milliarde aktive Nutzer

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 23:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gemini wächst stark, doch Alphabet verfehlt Umsatzprognosen; der Nettogewinn sinkt auch wegen einer SpaceX-Bewertung um 25 Prozent.
Moderne, abstrakt beleuchtete Server-Infrastruktur in einem technologischen Umfeld. Illustration mit AI erstellt.

Die KI-Anwendung Gemini hat die Marke von einer Milliarde aktiven Nutzern erreicht. Dies gab Sundar Pichai, Vorstandsvorsitzender des Google-Mutterkonzerns Alphabet, im Rahmen der Vorlage der Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 bekannt. Der Konzern stuft die Anwendung damit als das am schnellsten wachsende Produkt der gesamten Firmengeschichte ein.

Laut dem Digital-2027-Report von We Are Social und Meltwater vervierfachte sich die Nutzerbasis der Gemini-App im Vorjahr. Beim Web-Publikum erreicht Gemini inzwischen mehr als 60 Prozent der Reichweite des Konkurrenten ChatGPT.

Auch die Nutzung der Entwicklerschnittstellen verzeichnete deutliche Zuwächse: Die First-Party-Modell-APIs von Google verarbeiten rund 32 Milliarden Tokens pro Minute. Das entspricht einem Plus von 40 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2026 und mehr als einer Vervierfachung im Vergleich zum Vorjahr.

Neue Modellgenerationen und Veränderungen in der Websuche

Parallel zum Nutzerwachstum treibt Google die Entwicklung seiner Modellreihen voran. Das Modell Gemini 4 Argon wurde in seiner ersten Woche 3,5-mal schneller genutzt als der Vorgänger Gemini 3. Bei internen Google-Entwicklerteams führte der Einsatz des Modells zu 35 Prozent mehr Code bei einer Verringerung der Fehler um 30 Prozent.

Die leistungsstärkere Variante Gemini 4 Carbon erreichte laut Google mit einem Wert von 59 den ersten Platz im Artificial Analysis Intelligence Index. Nach Konzernangaben übertrifft das Modell sowohl Gemini 4 Argon als auch die externen Modelle GPT-6 Astra und Claude Opus 5.5.

Das Wachstum schlägt sich auch in der traditionellen Suchmaschine nieder. Laut Pichai verzeichnete Google bei den Suchabfragen das stärkste Wachstum der vergangenen fünf Jahre. Dabei zeigen sich veränderte Nutzungsgewohnheiten: Suchanfragen im sogenannten AI-Modus fallen dreimal länger aus als klassische Suchen.

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Weltweit erfolgt eine von fünf Abfragen in diesem Modus per Sprache, Bild oder Dokumentenupload. Zudem registriert das Unternehmen monatlich über 50 Milliarden visuelle Suchanfragen.

Umsatz verfehlt Erwartungen trotz Cloud-Wachstums

Trotz der operativen Meilensteine reagierten die Finanzmärkte zurückhaltend auf die Quartalsergebnisse. Im dritten Quartal 2026 erzielte Alphabet einen Umsatz von 127,58 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einer annualisierten Run Rate von 500 Milliarden US-Dollar entspricht.

Die Sparte Google Cloud wuchs um 103 Prozent. Dennoch verfehlte der Gesamtumsatz die LSEG-Analystenprognose von 128,22 Milliarden US-Dollar. Auch die Erlöse aus der Google-Suche blieben mit 63,35 Milliarden US-Dollar hinter den erwarteten 64,96 Milliarden US-Dollar zurück.

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Das operative Ergebnis stieg um 30 Prozent auf 40,576 Milliarden US-Dollar, während die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung um 36 Prozent auf 20,640 Milliarden US-Dollar legten.

Der Nettogewinn fiel jedoch um 25 Prozent auf 26,170 Milliarden US-Dollar, was einem Ergebnis je Aktie von 2,12 US-Dollar entspricht (Vorjahr: 2,87 US-Dollar, minus 26 Prozent). Das Nettoergebnis war unter anderem durch einen Bewertungsverlust bei SpaceX in Höhe von 8,2 Milliarden US-Dollar belastet. Der Free Cash Flow lag bei 9,07 Milliarden US-Dollar.

Die langfristige Verschuldung stieg um 479 Prozent von 21,6 Milliarden US-Dollar im Vorjahr auf 125,1 Milliarden US-Dollar. Nach Bekanntgabe der Zahlen verlor die Alphabet-Aktie nachbörslich zwischen 7 Prozent und 10,42 Prozent und fiel auf 288,35 US-Dollar, nach einem vorherigen Schlusskurs von 322,22 US-Dollar.

Hohe Investitionen und Ausblick

Die Investitionsausgaben beliefen sich im dritten Quartal auf 51,36 Milliarden US-Dollar. Die Jahresprognose für die Investitionen im Jahr 2026 behält Alphabet unverändert bei einer Spanne von 195 bis 205 Milliarden US-Dollar bei.

Für 2027 stellt das Management einen weiteren deutlichen Anstieg auf über 300 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Für das vierte Quartal rechnet der Konzern zudem mit leicht vergrößertem Gegenwind durch Wechselkurseffekte.

In weiteren Geschäftsfeldern überschritten YouTube Music und YouTube Premium global zusammen die Schwelle von 150 Millionen Abonnenten inklusive Testphasen. Die Konzerntochter Waymo verzeichnete mehr als 300 Millionen vollautonom gefahrene Meilen in 15 US-Städten.

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