Gemini für Kinder: Google öffnet KI unter 13 Jahren mit Kontrollen
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 07:45 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Google erweitert sein KI-Angebot Gemini um umfassende Verwaltungsfunktionen und zielt gezielt auf jüngere Nutzer. Die Neuerungen betreffen sowohl Unternehmen als auch Privatanwender.
Neue Kontrollen für Workspace-Administratoren
In den vergangenen Tagen hat Google die Verwaltungsmöglichkeiten für Gemini innerhalb von Workspace deutlich ausgebaut. Administratoren können die KI-Funktionen nun für einzelne Dienste gezielt deaktivieren. Auch einzelne Nutzer haben die Möglichkeit, Gemini in bestimmten Anwendungen wie Docs, Drive oder Gmail abzuschalten. Diese Funktionen stehen Nutzern unter 18 Jahren allerdings nicht zur Verfügung.
Parallel dazu bereitet Google offenbar die Veröffentlichung von Gemini 3.5 Pro vor, die für Mitte Juli erwartet wird. Der Zeitplan folgt auf eine massive Expansion im Unternehmensbereich: Der IT-Dienstleister Cognizant hat Gemini Enterprise für 200.000 Mitarbeiter und Kunden eingeführt. Erste Ergebnisse aus einem Kundendienst-Einsatz bei einem großen US-Anbieter zeigen eine Steigerung der Erstkontakt-Lösungsrate um 17 Prozent. Rund ein Drittel der Terminanfragen ließen sich automatisieren. Die Entwicklungszyklen für die KI-Agenten betrugen zwei Wochen – der manuelle Aufwand sank dadurch um 60 bis 70 Prozent.
Gemini für Kinder: Google geht in die Familien-Offensive
Ein strategisch wichtiger Schritt: Google gewährt nun auch Kindern unter 13 Jahren Zugang zu Gemini – mit erweiterten elterlichen Kontrollen über die Family-Link-Plattform. Drei Hinweise sind dabei zentral: Die KI sei kein Mensch, ihre Antworten könnten fehlerhaft sein, und Nutzer sollten keine sensiblen persönlichen Daten teilen.
Während Google neue KI-Funktionen für Familien einführt, wissen viele Privatanwender noch gar nicht, wie sie die Technologie im Alltag sicher und effizient einsetzen können. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie KI-Tools ohne Vorkenntnisse für die Reiseplanung oder Organisation nutzen. Kostenlosen PDF-Report mit ChatGPT-Alltagstipps herunterladen
Der Vorstoß kommt nicht zufällig. Der Wettbewerb um Familien-freundliche KI-Dienste verschärft sich. OpenAI hat kürzlich einen eigenen Produktmanager für Familien eingestellt. Zwar stieg der Anteil der über 35-jährigen ChatGPT-Nutzer im zweiten Quartal 2026 auf 31 Prozent – doch eine Studie von Creative Strategies zeigt: Gemini führt bei amerikanischen Eltern mit 32 Prozent vor ChatGPT mit 24 Prozent.
Personalisierte KI: Gemini durchsucht Gmail, Fotos und YouTube
Im Juli startete Google zudem eine Personal-Intelligence-Beta für Abonnenten von Gemini AI Pro und Ultra in den USA. Die Funktion erlaubt es der KI, Daten aus Gmail, Fotos, YouTube und der Google-Suche zu verknüpfen, um personalisierte Antworten zu liefern. Wichtig: Der Dienst ist standardmäßig deaktiviert und muss bewusst aktiviert werden.
Mit der zunehmenden Integration von KI in den Arbeitsalltag müssen Unternehmen auch die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen wie den EU AI Act im Blick behalten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Risikoklassen der aktuellen KI-Verordnung. EU AI Act Umsetzungsleitfaden jetzt kostenlos sichern
Auch die Browser-Produktivität steht im Fokus. Mit den neuen Chrome Skills können Nutzer Gemini-Befehle als Verknüpfungen speichern und über mehrere Tabs hinweg wiederverwenden. Eine vorinstallierte Bibliothek enthält Vorlagen für häufige Aufgaben wie Zusammenfassungen oder Vergleiche. Eigene Shortcuts sind ebenfalls möglich.
Datenschutz: Neue Speicherfunktion sorgt für Aufmerksamkeit
Im Sommer wurden Änderungen an den Einstellungen des Google-Suchverlaufs bekannt. Ein neuer Schalter namens „Save Media“ – möglicherweise standardmäßig aktiviert – erlaubt das Speichern von Bildern, Sprachaufnahmen und Dateien aus der Suche und Google Lens. Diese Daten könnten zur Verbesserung der KI-Modelle genutzt werden. Nutzer können die Funktion in ihren Kontoeinstellungen deaktivieren. Bereits gespeicherte Medien behält Google jedoch bis zu vier Jahre.
Technische Basis: Neue API-Funktionen und Standards
Anfang Juli erweiterte Google seine Managed Agents API um vier neue Funktionen: Hintergrundausführung für asynchrone Aufgaben, Integration entfernter MCP-Server (Model Context Protocol), benutzerdefinierte Funktionsaufrufe sowie einen Mechanismus zur Aktualisierung von Zugangsdaten unter Beibehaltung des Systemzustands.
Die Bedeutung interoperabler Standards unterstrich kürzlich Vint Cerf bei seinem Abschied von Google Anfang Juli. Der Internet-Pionier warnte, dass KI-Agenten formale, interoperable Protokolle benötigen, um effektiv zu funktionieren. Er verwies auf MCP und die „Agent-to-Agent“-Kommunikation (A2A) als vielversprechende Standards. Der Hintergrund: Laut Similarweb sind inzwischen 69 Prozent der suchbezogenen News-Anfragen Null-Klick-Suchen – Nutzer klicken also nicht mehr auf externe Seiten. Das verändert die Interaktion mit Suchmaschinen grundlegend.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
