Gemini Enterprise: Google startet KI-Plattform für Unternehmen
06.06.2026 - 16:37:42 | boerse-global.de
Google erweitert sein KI-Angebot Gemini um Unternehmensplattform und tiefere Workspace-Integration.
Der Suchmaschinenkonzern treibt die Vernetzung seiner KI-Dienste mit den Google-Cloud-Produkten voran. Herzstück der aktuellen Neuerungen ist die Einführung von Gemini Enterprise, einer eigenständigen Plattform für Geschäftskunden, die unter dem Dach von Google Cloud operiert. Unternehmen können damit eigene KI-Agenten entwickeln und für spezifische Aufgaben einsetzen – etwa in den Bereichen Kundenservice, Datenanalyse oder Prozessautomatisierung.
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Gemini Enterprise: KI-Agenten für die Wirtschaft
Die neue Plattform sticht durch ihre breite Kompatibilität hervor. Sie lässt sich nicht nur mit Googles eigenen Diensten verbinden, sondern auch mit Microsoft 365, Salesforce und SAP. Das dürfte vor allem für Unternehmen interessant sein, die in heterogenen Softwarelandschaften arbeiten.
Google setzt auf ein gestaffeltes Preismodell: 21 Euro pro Nutzer und Monat für Business-Pläne, 30 Euro für Enterprise-Zugänge. Erste namhafte Kunden haben bereits zugesagt: Darunter das Design-Tool-Unternehmen Figma, der Finanzdienstleister Klarna, Gordon Foods, die australische Macquarie Bank und die Kreuzfahrtgesellschaft Virgin Voyages.
Gmail wird zur Wissensquelle für Drive-Suche
Ein weiteres Update betrifft die Funktion "Ask Gemini in Drive", die seit dem 3. Juni 2026 schrittweise ausgerollt wird. Die KI kann nun auch E-Mail-Konversationen aus Gmail als Quelle nutzen. Nutzer können den Assistenten bitten, E-Mail-Threads zusammenzufassen oder gezielt Informationen aus der Korrespondenz zu extrahieren – und das parallel zu den in Drive gespeicherten Dokumenten.
Der Rollout erstreckt sich über 15 Tage und steht Abonnenten der Workspace Business-, Enterprise- und Google-AI-Tarife zur Verfügung.
Während KI-Tools wie Gemini den Zugriff auf interne Daten erleichtern, stellen sie Unternehmen auch vor neue rechtliche Herausforderungen durch den EU AI Act. Ein neuer Gratis-Report liefert Ihnen den notwendigen Überblick über Risikoklassen und Dokumentationspflichten, damit Ihre IT-Abteilung rechtlich auf der sicheren Seite bleibt. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun?
Kontakte und personalisierte Antworten
Seit dem 5. Juni kann die Gemini-App zudem direkt auf Google Contacts zugreifen. Nutzer können über die KI-Oberfläche Kontaktdaten suchen, hinzufügen, bearbeiten oder löschen. Die Integration erlaubt es dem Assistenten außerdem, persönlichere Antworten auf Basis der gespeicherten Kontaktdaten zu geben.
Einen Schritt weiter geht das neue Feature Dreambeans, das Google Labs am selben Tag für Abonnenten von Google AI Ultra in den USA startete. Die Anwendung erstellt täglich eine KI-generierte Story – basierend auf Daten aus Gmail, Kalender, Fotos, YouTube und dem Suchverlauf.
Mobile Verbesserungen und Verwaltungsoptionen
Auch auf mobilen Geräten gibt es Neuerungen: Eine Multi-Page-Scan-Funktion für Drive auf Android wurde eingeführt, und neue iOS-Verwaltungseinstellungen sind seit dem 4. Juni in Google Endpoint Management verfügbar.
Für die Gemini-App auf Android testet Google derzeit eine Beta-Version der "Proaktiven Assistenz". Diese Funktion liefert kontextbezogene Vorschläge – basierend auf dem aktuellen Bildschirminhalt, Benachrichtigungen und Kalendereinträgen. Die Datenverarbeitung erfolgt verschlüsselt direkt auf dem Gerät.
Marktentwicklung: Gemini holt auf
Die Expansion von Gemini fällt in eine phase dynamischer Marktverschiebungen. Laut aktuellen Daten von Comscore hat Gemini seinen Marktanteil bei KI-Prompts auf 23 Prozent vervierfacht. Marktführer bleibt ChatGPT mit 70 Prozent – allerdings mit rückläufiger Tendenz. Auch der Konkurrent Claude verzeichnet deutliche Zuwächse bei der Nutzung.
Die aktuellen Produkteinführungen folgen auf die Ankündigungen vom Google I/O 2026 im Frühjahr, wo das Unternehmen Gemini 3.5 mit Fokus auf logisches Denken und das multimodale Videotool Gemini Omni vorstellte. Der damalige Börsenwert des Konzerns lag bei rund 4,46 Billionen Euro.
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