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Gemini Agent: On, Shopify und PayPal testen Googles KI-Coworker

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 00:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der neue KI-Agent verbindet sich mit Unternehmensdiensten, arbeitet mit verschiedenen Modellen und befindet sich zunächst im geschlossenen Kundentest.

Google Cloud stellt Gemini Agent für Unternehmensaufgaben vor
Ein minimalistisches, leeres Büro mit Glaswänden und Blick auf einen begrünten Firmencampus in der Abenddämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Google Cloud hat auf der Veranstaltung „Gemini at Work 2026" den Gemini Agent präsentiert. Dabei handelt es sich um einen universellen Software-Agenten, der für Wissensarbeit, die Bearbeitung von Bildern und Medien sowie Programmieraufgaben konzipiert ist.

Die Lösung startet direkt im Eingabefenster, greift auf den geschäftlichen Kontext einer Organisation zu, plant Arbeitsschritte eigenständig, nutzt spezifische Werkzeuge und bindet sich an betriebliche IT-Systeme an. Die erarbeiteten Ergebnisse werden unmittelbar in Dokumente, Posteingänge und Entwicklungsumgebungen übermittelt.

Integration in den Arbeitsalltag und eigene digitale Identitäten

Der Gemini Agent befindet sich laut einem Bericht vom 8. Oktober 2026 zunächst in einer geschlossenen Vorschau für ausgewählte Kunden. Ein Termin für die allgemeine Verfügbarkeit steht noch nicht fest.

Später soll das Werkzeug direkt in Gemini Enterprise integriert werden, ohne dass eine separate Einrichtung erforderlich ist oder zusätzliche Kosten anfallen, sofern der Dienst verfügbar ist. Dies umfasst auch bestehende Geschäfts- und Unternehmenskundenabonnements von Google Workspace.

Die Software läuft auf diversen Plattformen, darunter im Web, unter Windows, Mac, iOS, Android und auf der Kommandozeile. Neben Google Workspace wird auch die Einbindung in Microsoft 365 und Slack unterstützt.

Innerhalb von Anwendungen wie Gmail, Docs, Sheets, Slides und Chat lässt sich der Agent über eine Erwähnung ansprechen. Dank einer cloudbasierten Persistenz über Geräte hinweg können gestartete Aufgaben auch dann stunden- oder tagelang im Hintergrund weiterlaufen, wenn das Notebook zugeklappt wird.

Als sogenannte Coworker-Agents erhalten die digitalen Assistenten eine vollwertige Identität innerhalb von Google Workspace. Dazu zählen eine eigene Firmen-E-Mail-Adresse, ein persönlicher Kalender, eigener Speicherplatz in Google Drive sowie ein Eintrag im Verzeichnis der Organisation.

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Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, dass sowohl persönliche Assistenten als auch persistente Coworker-Agenten auf derselben Architektur aufsetzen. Sie teilen sich das Gedächtnis, den geschäftlichen Kontext sowie Personalisierungs- und Sicherheitskontrollen.

Technische Architektur, Speichertypen und Sicherheitsmodelle

Am 8. Oktober 2026 wurden Details zur technischen Struktur bekannt. Der Agent nutzt vier unterschiedliche Speichertypen: Sitzungs-, semantischen, prozeduralen und episodischen Speicher. Bei der Bewältigung komplexer Vorgänge erstellt das System temporäre Unteragenten in isolierten Containern, deren ausgehende Kommunikation technisch beschränkt ist.

Hinsichtlich der zugrunde liegenden Sprachmodelle können Nutzer oder das System je nach Aufgabe wählen. Zur Auswahl stehen unter anderem hauseigene Gemini-Modelle wie Argon, Flash, Omni und Gemma sowie Claude-Modelle von Anthropic. Während einfache Vorgänge über Gemini Flash abgewickelt werden, kommen für längerfristige Vorhaben Frontier-Modelle wie Argon zum Einsatz.

Für die Unternehmenssicherheit setzt die Plattform auf kryptografisch bestätigte Identitäten, das Prinzip minimaler Rechtevergabe, vollständige Prüfpfade sowie spezielle Sandboxes und Sicherheitsgateways. Laut Unternehmensangaben greifen die Agenten ausschließlich auf Dateien zu, die über Berechtigungen explizit freigegeben wurden.

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Sicherheitsmechanismen unterbrechen Workflows, falls vertrauliche Informationen an unautorisierte Modelle übermittelt werden sollten. Jede Aktion wird revisionssicher dokumentiert und dem Agenten selbst statt einer handelnden Person zugeordnet.

Kostenkontrolle und betriebliche Schnittstellen

Um die Ausgaben zu steuern, bietet Google Cloud integrierte Kontrollwerkzeuge. Das Unternehmen verwies darauf, dass die Token-Preise seit dem Jahr 2024 um etwa 98 Prozent gesunken seien. Neben intelligentem Routing greifen Budgetgrenzen mit Warnmeldungen bei Erreichen von 50, 80 und 100 Prozent der Vorgabe.

Feste Ausgabenlimits in der Verwaltungskonsole pausieren den Agenten bei Budgetüberschreitung, sodass eine Fortsetzung erst nach Freigabe erfolgt. Zudem lassen sich die Kosten auf Projektebene erfassen und an interne Abteilungen weiterverrechnen. Über Sparpläne werden Nachlässe von 10 Prozent für ein Jahr oder 20 Prozent für drei Jahre gewährt.

Der Agent verfügt über Schnittstellen zu Programmen wie Jira, Confluence, Git, Salesforce, ServiceNow sowie zu Datenbanken wie BigQuery, Databricks, Postgres und Snowflake. Über eine sogenannte Aufgaben-Inbox können Anwender die Denkprozesse, das Laden von Fähigkeiten, generierten Programmcode und den Fortschritt der Arbeitsschritte nachvollziehen.

Google-Cloud-Chef Thomas Kurian erklärte, dass der Agent übergeordnete Ziele statt bloßer Einzelanweisungen erhalte. Konzernchef Sundar Pichai verwies darauf, dass Gemini über eine Milliarde monatlich aktive Nutzer zähle und fast 90 Prozent der Fortune-100-Unternehmen Gemini Enterprise einsetzten.

Zu den ersten Testern der Technologie gehören Unternehmen wie On, Shopify und PayPal. Zunächst konzentriert sich das Angebot auf Geschäftskunden, bevor zu einem späteren Zeitpunkt auch Lösungen für Endverbraucher folgen sollen.

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